Persönliche Eindrücke vom Rottacher Seefest

Zwischen Atmosphäre und Alltag

Weitere Eindrücke vom Seefest

Für Einheimische und Touristen sind die drei Seefeste jedes Jahr wieder ein Highlight. Goaßlschnalzer, Spielmannszug und Fischerstechen sind nur einige Beispiele für traditionelle Rituale, die die Feste so einzigartig machen. In diesem Jahr wollten wir den Seefestbesuch in Rottach mal etwas bewusster auf uns wirken lassen. Ein Erlebnisbericht.

Bier statt Champagner

Es ist sieben Uhr – mein Abend auf dem Rottacher Seefest kann starten. Die Parkplatzsuche gestaltet sich unkompliziert. Eine Bekannte hat uns einen Platz in der Nähe der Egerner Höfe zur Verfügung gestellt. Gleich zu Beginn kann ich die vielen bunten Gleitschirmflieger sehen, die traditionell vom Wallberg zur Point fliegen und ein schönes Bild abgeben.

Als ich die Seestraße am oberen Ende bei der Überfahrt betrete, bin ich verwundert. Es sind wenige Leute unterwegs. Durchkommen ist, im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, kein Problem. Angenehm, wo ich doch damit gerechnet hatte, mich wieder durch die Straße schieben zu lassen.

Mein erstes Radler hole ich mir am Orterer Bierstand. Nebendran der Wagen von Veuve Clicquot. Das Glas Champagner für zwölf Euro würde mein Budget sprengen. Nebenbei, die Drei-Liter-Flasche lag bei schlappen 2.500 Euro. Kein Problem offenbar für die Schickeria des Tals. Der Stand ist gut besucht.

Während der nächsten Stunde gehe ich meiner Lieblingsbeschäftigung an Seefesten nach und beobachte die Leute, die durch die Straße schlendern. Und zu sehen gibt es viel. Von traditioneller Tracht, über die Münchner Variante mit Chucks und Pullover bis hin zu Minikleidern und High Heels ist alles dabei.

Pfandrückgabe als lästige Nebenbeschäftigung

Acht Uhr – langsam bekomme ich Hunger. Die Grillfleischsemmel an einem Stand ein paar Meter weiter ist genau das Richtige. Auch hier überraschend, dass ich nur zwei Minuten anstehen muss. Während ich esse, kann ich die Goaßlschnalzer beobachten, die gerade eine Einlage mitten auf der Straße haben. Ich halte lieber ein wenig Abstand. So ganz geheuer sind mir die schnalzenden Schnüre noch nie gewesen.

Sisi und Franz auf Stelzen laufen herum und erschrecken die Leute. Die vielen bunten Helium-Luftballone werden natürlich auch wieder verkauft. Mini- und Mickymaus, Hello Kitty und Einhörner – da kommen Kindheitserinnerungen hoch. Mal sehen, ob sich heuer jemand findet, der mir so ein Ding kauft.

Die vielen bunten Luftballons ziehen die Aufmerksamkeit vieler Leute auf sich und gehören schon zum Seefest dazu
Die vielen bunten Luftballons ziehen die Aufmerksamkeit vieler Leute auf sich und gehören schon zum Seefest dazu.

Die nächste Stunde verläuft recht unspektakulär. An der großen, grünen Hugodose kann ich dann doch nicht vorbeilaufen und hole mir einen Prosecco mit Holundersirup und Minze für 5,50 Euro. Nicht billig, aber auch nicht überteuert. Einziges Manko, das mich den ganzen Abend begleitet – das Pfand. Weiterlaufen ist schwierig, weil mir sonst die zwei Euro pro Glas durch die Lappen gehen. Das nächste Mal dann doch wieder ein Bier aus dem Plastikbecher von Gegenüber.

Anzumerken ist vielleicht auch noch, dass sich die Suche nach einer Toilette als Problem darstellte – natürlich nur für die Frauen. Ein einsames Dixi-Klo am See kann ich dann doch noch finden. Allerdings ist es mittlerweile dunkel und es gibt kein Licht.

Feuerwerk als Highlight?

Gegen zehn Uhr merkt man, wie sich alle langsam einen Platz für das Feuerwerk suchen. Nach längerer Diskussion mit dem Rest meiner Gruppe entscheiden wir, das Highlight des Abends in der Mitte der Seestraße auf einem Grünstreifen anzusehen. Zum Glück spielt sich das Spektakel am Himmel ab, um mich herum sammeln sich Trauben von Menschen.

Das Feuerwerk ist wie jedes Jahr mit Musik untermalt und dauert gefühlt jedes Jahr länger. Auch wenn es schön war, spricht mir der junge Mann neben mir irgendwie aus der Seele, als er sagt: „Naja, das ist auch jedes Jahr das Gleiche.“ Jedenfalls für uns Einheimische. Aber vielleicht wissen wir das einfach schon nicht mehr zu schätzen. Mein ganz persönliches Highlight war jedenfalls der Heißluftballon vom Bräustüberl, der den ganzen Abend lang von der anderen Seite des Sees herüber geleuchtet hat.

Überraschend entspannter Seefestabend

Gegen 22:45 Uhr haben wir noch Lust auf einen Absacker in einer Bar. Der Westerhof, der auf einer Anhöhe einen Stand hatte, ist schon fleißig am Abbauen und auch sonst herrscht Aufbruchsstimmung. An der Überfahrt kommen wir dann doch noch zur „Aftershowparty“. Hier feiern nicht nur die Fußballer von Borussia Mönchengladbach noch ausgelassen.

00:30 Uhr: Nach einem letzten Glas Lillet beschließe ich, mich auf den Heimweg zu machen. Viel ist nicht mehr los auf den Straßen. Ich lasse den Abend noch einmal Revue passieren und muss sagen, dass es ein recht angenehmer und vor allem entspannter Seefestbesuch war. Das habe ich in 24 Jahren Seefest-Erfahrung auch schon anders erlebt. Resumée: Ein gelungener, aber auch fast schon normal gewordener Abend.

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Der Heißluftballon vom Bräustüberl war in diesem Jahr am anderen Ufer zu sehen
Der Heißluftballon vom Bräustüberl war in diesem Jahr am anderen Ufer zu sehen.

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Seefest feuerwerk

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