Jugendliche Asylbewerber gehen auf FOS
Zwischenzeugnis für Integration

von Nina Häußinger

Seit September gibt es an der FOS in Holzkirchen eine Neuerung. Auch minderjährige Asylbewerber werden dort unterrichtet. Jetzt gab’s Zwischenzeugnisse.

Bei der Zeugnisverleihung der Asyl-Klasse an der FOS Holzkirchen / Quelle: FOS

Mit dem Flüchtlingsstrom sind auch zahlreiche Jugendliche in den Landkreis Miesbach gekommen. Für Minderjährige stellt die Betreuung eine besonders große Herausforderung dar. Eingerichtet wurden deshalb sogenannte Integrationsklassen. Zwei Jahre gehen die Jugendlichen dann in die Schule, lernen die Sprache, werden auf eine Berufsausbildung vorbereitet und bekommen Kompetenzen für die richtige Integration vermittelt.

Solche Klassen gibt es seit September auch in Holzkirchen. Eine an der staatlichen Fachoberschule (FOS), zwei an der privaten Passold-Weissauer Wirtschaftsschule. An der Fachoberschule besuchen derzeit 15 Schüler im Alter von 15 bis 21 Jahren den Unterricht. So können die Schüler bestmöglich individuell gefördert werden, erklärt Jens Baumgärtel, stellvertretender Schulleiter der Berufsoberschule Holzkirchen. Unterrichtet werden sie dabei von Lehrkräften der Fachoberschule und des Kolpingwerks mit Ausbildung in Deutsch als Fremdsprache. Baumgärtel erklärt weiter:

Im ersten Jahr liegt der Schwerpunkt auf dem Spracherwerb Deutsch. Darüber hinaus werden Kompetenzen in den im Lehrplan angesprochenen Bereichen wie Mathematik, Angewandte Sozialkunde, Sport, Ethik und Kommunikation erworben.

Im zweiten Schuljahr werden dann auch Berufspraktika angeboten. Zusätzlich ermöglicht das Kolpingwerk eine sozialpädagogische Betreuung. Am Schulalltag nehmen die Flüchtlinge allerdings nicht regulär teil. „Es wird versucht, sie bestmöglich ins Schulleben zu integrieren. Zum Beispiel durch gemeinsame Volleyballturniere oder eine Adventsandacht“, so Baumgärtel. Auch dürfen die Asylbewerber manchmal am Englischunterricht der FOS-Klassen teilnehmen.

Vor einer Woche gab es das erste Zwischenzeugnis für die Lernwilligen. Schulleiter Josef Schlemmer sprach den Schülern Anerkennung für die bisher gezeigten Leistungen aus und ermunterte sie, den von ihnen eingeschlagenen Weg weiterzugehen. „Ein entscheidendes Fundament auf dem Weg zu einer beruflichen Ausbildung, ist es entsprechende Deutschkenntnisse und Alltagskompetenzen für das Leben in Deutschland zu erwerben“, betonte er abschließend.


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