Aktion für den Erhalt des Wiesseer Badeparks
1.133 Unterschriften in der Schublade

von Steffen Greschner

“Das liegt mir einfach am Herzen,” erklärt Yvonne Kettemann ihre aufwendige Aktion für den Erhalt des Badeparks. Mehrmals wöchentlich gehe sie zum Schwimmen nach Bad Wiessee und das seit vielen Jahren.

Doch die drohende Schließung der Einrichtung hat Kettemann aufgeschreckt. Wochenlang sammelte sie in Bad Wiessee Unterschriften. Gestern hat sie die 35 Listen beim Wiesseer Bürgermeister abgegeben. Begeistert sei der laut Kettemann allerdings nicht gewesen.

Der Badepark soll erhalten bleiben - so der Wunsch von Yvonne Kettemann und 1.133 Unterzeichnern / Bild: Archiv
Der Badepark soll erhalten bleiben – so der Wunsch von 1.133 Unterzeichnern / Bild: Archiv

So richtig wohl fühlte sich die 55-jährige Rottacherin nicht, als sie im Wiesseer Rathaus von Bürgermeister Peter Höß empfangen wurde. Auch eine Empfangsbestätigung habe sie für die 1.133 Unterschriften nicht erhalten. So was stelle man in der Gemeinde nicht aus, so Höß. Darüber hinaus sei es ungewöhnlich, als Nicht-Wiesseerin eine derartige Aktion für den Badepark zu starten.

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Diese ‒ davon ist der Bürgermeister überzeugt ‒ habe der Einrichtung eher geschadet, weil jetzt die meisten Menschen glauben würden, der Badepark würde bald geschlossen werden. Dabei ist auch Höß und der Verwaltung klar, dass bei dem derzeitigen Defizit von rund 800.000 Euro pro Jahr und voraussichtlich zwei Jahren Betriebsdauer, die der Bürgermeister der Einrichtung noch gibt, spätestens eine große Reparatur und die damit verbundenen hohen Investitionen das Aus bedeuten würden.

Listen zu den Akten

Gegenüber Kettemann betonte Höß bei der gestrigen Übergabe der Unterschriftenlisten, dass man vor allem darauf achten wolle, die neue Therme von den Preisen her erschwinglich zu halten. „Das mit der Therme wird nichts Teures. Wir schauen, dass wir moderate Eintrittspreise für Familien bekommen.“ 5-Sterne-Resorts gehörten nach Rottach, so was wolle man in Bad Wiessee nicht.

Der Bürgermeister betonte, dass man unabhängig davon die Absicht habe, den Betrieb des Badeparks so lange aufrechtzuerhalten, bis die neue Therme fertiggestellt sei. Auf die Frage, was mit den Listen ‒ insgesamt 35 Blätter mit 1.133 Unterschriften ‒ passiert, wollte Höß keine umfassende Erklärung abgeben. Die Unterlagen würden zu den Akten gelegt, damit der neue Investor wisse, wie stark die Bürger an einem Schwimmbad interessiert seien.

Anreize für Investor

Dass nicht nur die Bürger, sondern auch die fünf Talgemeinden großes Interesse an einem Sportschwimmbecken haben, machte Höß bereits vor vier Wochen klar. Diese hatten durch ihre Zusage, das zukünftige Angebot finanziell mittragen zu wollen, zumindest die Chancen ansteigen lassen, damit ein 25 Meter langes Becken auch in der Zukunft Bestandteil der neuen Therme sein könnte.

So soll dieses nun in die Planung des 120-Millionen-Projektes auf dem Jodbad-Areal mit einbezogen werden. Seit Mai 2013 laufen die Gespräche mit potenziellen Investoren. Wie Höß vor einiger Zeit erklärte, weise er diese während der Verhandlungen bereits jetzt schon auf den ausdrücklichen Wunsch der Bürger hin, ein Sportschwimmbecken zu erhalten.

Durch die Bereitschaft der Nachbargemeinden, sich nachhaltig an einem Betriebsdefizit zu beteiligen, sind für den Investor hier sicherlich große Anreize geschaffen, diesen Plan auch umzusetzen.

Doch zwingen, so Höß, könne man einen möglichen Investor jedoch nicht. Dabei versicherte er, dass man sich aufgrund der bisherigen Gespräche in dieser Hinsicht keine großen Sorgen machen müsse. Denn es habe noch niemand gesagt, dass ein Sportbecken gar nicht infrage käme. „Ich bin fest überzeugt, dass diese Lösung realistisch ist“, so der Rathaus-Chef im Pressegespräch am 22. November.

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