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Was passiert, wenn man die 112 wählt

Notruf aus dem Tal, Rosenheim schickt Helfer

Von Amra Tatarevic

Es hat schon wieder gekracht. Zwar ist niemand verletzt, doch das Auto hat den Geist aufgegeben. Sofort wird das Handy gezückt und die 112 gewählt. Auf die Polizei und den Abschleppdienst muss man nicht lange warten. Doch was ist bis dahin hinter den Kulissen geschehen?

Nach dem Unfall wird die 112 gewählt – und dann?

„Hier ist der Notruf für Feuerwehr und Rettungsdienst“ – mit diesem Satz beginnt jedes Notrufgespräch, das die Integrierte Leitstelle (ILS) Rosenheim erreicht. Wer hier ohne nachzudenken drauflos spricht wird meist unterbrochen und muss dann Fragen beantworten: Wer spricht da? Wo sind Sie gerade? Was ist passiert? Wie viele Betroffene gibt es? In Schockmomenten werden manche Leute still, andere reden drauf los. Doch die Mitarbeiter sind geschult, die Anrufer auf den Punkt kommen zu lassen.

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Das ist auch gut so, denn pro Tag erreichen die Leitstelle rund 200 Anrufe. Normalerweise sind es vier bis sechs Disponenten, die dann an ihren Einsatzplätzen sitzen, Notrufe entgegennehmen und die notwendigen Einsatzkräfte koordinieren. Bei besonderen Einsatzlagen, wie zum Beispiel dem Schneechaos im Januar, gibt es bis zu 13 Disponenten.

Die ILS Rosenheim deckt ein Gebiet in der Größe des Saarlandes ab

Die ILS Rosenheim ist eine von 26 integrierten Leitstellen in Bayern. Seit 2010 alarmieren und koordinieren 54 Mitarbeiter von hier aus rund um die Uhr Feuerwehr und Rettungsdienst. Und das auf einer Fläche von rund 2.343 Quadratkilometer, denn die ILS deckt die Landkreise Miesbach und Rosenheim sowie die Stadt Rosenheim selbst ab. Alleine im vergangenen Jahr wurden hier 80.000 Mal Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischen Hilfswerken in diesem Gebiet zu Einsätzen alarmiert und einsatztaktisch begleitet.

Der Einsatzleitplatz eines Disponenten in der ILS Rosenheim. Von hier aus
werden Einsatzkräfte zu Einsätzen alarmiert.

Die Leitstelle ist noch jung, wurde erst 2010 eröffnet. Technische Neuerungen wurden dennoch bereits vorgenommen, andere sind schon in Planung. Die Einführung des Digitalfunks war die größte bis jetzt. Unter anderem die 2018 eingeführten Ecalls sind enorm wichtig für die Einschätzung der Schwere eines Unfalls. Hiermit meldet ein Fahrzeug bei einem Unfall automatisch seinen Standort an die ILS. Zugleich werden Daten wie Antriebtechnik und die Anzahl der geschlossenen Gurte übermittelt. Dadurch erkennt der Disponent, ob die Insassen sich selbstständig aus dem Auto befreien können oder ob ihnen geholfen werden muss.

Die Disponenten der Leitstelle sind so also das Bindeglied zwischen Notruf und Einsatzkräften. Umso wichtiger ist es, dass die Notrufnummer wirklich nur im Notfall gewählt und nicht durch vorgetäuschte Verbrechen blockiert wird – so wie zuletzt in Gmund.

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