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Tegernseer Pläne erstmals vorgestellt

115-Betten-Klinik anstelle Billig-Hotel

Einst war dort das 310-Betten a-ja Resort geplant. Nun soll auf dem weitläufigen Areal in Tegernsee-Süd ein 115 Betten-Klinik-Komplex entstehen. Völlig überraschend wurde das Vorhaben gestern Abend im Tegernseer Stadtrat vorgestellt.

Das a-ja-Hotel sollte auf diesem Areal in Tegernsee Süd entstehen. Doch daraus wird nun nichts. Das Projekt ist gescheitert.
Eigentlich sollte auf diesem Areal in Tegernsee-Süd das a-ja-Hotel entstehen. Doch nun wird dort eine Klinik gebaut.

Ursprünglich sollte die Vorstellung der Klinik-Pläne hinter verschlossenen Türen behandelt werden, wie so oft in den Talgemeinden, wenn es um diffizile Projekte geht. Doch Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) wollte das strittige Thema Perronstraße nun unversehens öffentlich behandelt wissen. Eine Begründung dafür nannte Hagn allerdings nicht.

So wurde gestern im Ratssaal im Detail bekannt, was auf dem parkähnlichen Hanggrundstück an der Bundesstraße in Vorbereitung ist: eine 115 Betten-Klinik und vier Betriebswohnungen, aufgeteilt auf drei Häuser. Im Einzelnen sind dies zwei Klinikgebäude und ein Sanatorium mit insgesamt 53 Tiefgaragenplätzen und 19 oberirdischen Stellplätzen.

Während das a-ja-Mammutprojekt noch fünf Vollgeschoße vorsah, sollen es jetzt nur noch vier werden. Insgesamt werde auch die Versiegelung des Areals geringer ausfallen, betonte Bauamtsleiterin Bettina Koch, statt einst 8.300 würden jetzt nur noch 4.200 Quadratmeter des 1,5 Hektar großen Areals überbaut werden. Die geschwungenen Gebäude, die an Bananen erinnern, haben ähnliche Maße: gut 40 Meter lang und 15 Meter breit.

Drei freistehende Gebäude

Während die Zufahrt für die beiden unteren Gebäude über die Perronstraße in die Tiefgarage erfolgen soll, wird die Tiefgarage von Haus drei, dem Sanatorium, von der Bundesstraße aus angefahren. „Alle Häuser werden mit einer Dachneigung von 30 Grad mit Quergiebeln und Dachgauben geplant. Der Abstand zu den Nachbarn wird eingehalten“, so Koch bei der Vorstellung der Pläne.

Im Haus eins, das am nächsten zur Bundesstraße liegt, ist im Erdgeschoß die Küche mit einem Restaurant samt Terrasse mit Blick auf den See vorgesehen. In den Stockwerken darüber Einzelzimmer und im 3. Dachgeschoß Suiten mit drei Dachgauben nach Süden. Wie Fenster und Balkone endgültig aussehen sollen, sei noch in der Planung. Parallel zur Perronstraße verläuft das zweite Haus.

Es beherbergt Therapie- und Behandlungsräume, Sprechzimmer, Einzelzimmer und im Obergeschoß ebenfalls Suiten mit Quergiebeln.

Durch die Höhenentwicklung des Grundstücks sei das Haus in sich versetzt. „Hier gibt es einen Sprung“, so Koch. Das Sanatorium als drittes Gebäude würde 17 Meter in die Tiefe reichen. Dort soll neben der Tiefgarage auch ein Souterraingeschoss mit Schwimmbad und Behandlungsräumen entstehen. In den Stockwerken darüber werden neben vier Betriebswohnungen für Ärzte hauptsächlich Suiten geplant. Auch ein Pavillon ist vorgesehen, unweit der Bundesstraße.

„Wir bauen kein Hochhaus“

Mit von der Partie war neben dem neuen Eigentümer des Grundstücks, Klaus Dieter Burkhart, Geschäftsführer des Deutschen Zentrums für Frischzellentherapie, auch Dr. Martin Marianowicz, langjähriger Leiter der Privatklinik Jägerwinkel in Bad Wiessee. Beide stellten ihre Konzepte vor. „Das Grundstück mit den verschiedenen Höhenlagen ist eine Herausforderung für unsere Architekten. Wir bauen hier kein Hochhaus rein. Wir werden tiefer als der Altbestand. Die Ansichten werden sicher noch schöner“, versicherte Burghart.

Selbstverständlich wolle man die alten Bäume so weit wie möglich erhalten, wenngleich auch einige bereits kaputt seien. Da würde man sich mit dem Landratsamt abstimmen. „Es wäre eine Todsünde gesunde Bäume zu fällen“, so Burghart. Marianowicz nannte 100 Mitarbeiter für die Klinik, „die wir auf hohem Niveau betreiben wollen“.

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Das Modell der drei geschwungenen Klinikbauten von der
Bundesstraße aus betrachtet.

Es soll eine Akut-Klinik mit den Fachrichtungen für Schmerztherapie und Psychosomatik werden. „Es wird auch viel um Burnout- und Stresssymptome gehen. Hier besteht ein großer Bedarf, wie wir mit unserem Konzept im Jägerwinkel sehen. Deswegen nennen wir es nun Jägerwinkel II. und hoffen auch auf eine volle Auslastung“. Er sehe einen Bedarf für so persönlich geführte Häuser mit familiärem Hintergrund.

„Quantensprung“

Sichtlich angetan von der Vorstellungsrunde zeigte sich der Stadtrat. Peter-Friedrich Sieben (FWG): „Was jetzt hier geplant wird, kommt uns allen sehr entgegen. Die Entwürfe passen nach Tegernsee. Im Gegensatz zu dem, was für das Hotel vorher gesehen war. Diese Alternative nun ist ein Quantensprung“. Er sei guten Mutes.

„Es freut mich persönlich sehr, dass sich jemand gefunden hat, der die Parklandschaft in sein Konzept integriert“, bekundete Bürgermeister Hagn. „ Finde ich toll. Dann schauen wir, wie es weitergeht“. Andreas Obermüller (FWG) meinte abschließend: „Ich finde es richtig und wichtig, dass wir diesen Tagesordnungspunkt öffentlich gemacht haben. Nun ist das sehr transparent“. Einstimmig nahm der Stadtrat den Planungsentwurf an.


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