Grünes Licht für Neubauprojekt

17 Single-Wohnungen für Bad Wiessee

Von Sabiene Hemkes

Das Tal ächzt wie alle touristischen Hotspots im Land unter dem Arbeitskräfte-Mangel. Ein Grund für die Misere ist die akute Wohnungsnot im Nicht-Luxussegment am Tegernsee. Dem will ein Gemeinderat der Gemeinde Bad Wiessee aktiv entgegentreten mit seinem neuesten Bauprojekt.

Aus alt wird teilweise neu – Boardinghaus in Bad Wiessee schafft neuen und bezahlbaren Wohnraum auf je 35 Quadratmetern

In einigen Wirtschaftsbereichen herrscht akute Unterbeschäftigung im Tegernseer Tal. Besonders Mitarbeiter im Niedriglohnbereich wie in der Gastronomie oder der Pflege werden händeringend gesucht. Doch da, wo günstiger Wohnraum ein rares Gut und das Pendeln von Gebieten mit niedrigerem Mietspiegel aufgrund der ewig angespannten Verkehrslage rund um den Tegernsee keine Option ist, werden sich kaum neue Mitarbeiter finden lassen.

Das haben auch die Gemeinden im Tegernseer Tal inzwischen bemerkt. In Tegernsee ist man bereit auf Gästebetten zu verzichten, um bezahlbare Mitarbeiterwohnungen zu realisieren. Tal-Unternehmen suchen verzweifelt nach Altbestand zum Umbau als Wohnraum für die eigenen Mitarbeiter. In Bad Wiessee wird bei den entstehenden neuen Mega-Hotelprojekten eine entsprechende Anzahl von Mitarbeiterunterbringungen in Verträgen festgeschrieben.

Gemeinderat will Vorbildfunktion erfüllen

Der Wiesseer Gemeinderat Peter Kathan besitzt schon einige Mietwohnungen im Dorf. Jetzt hat er im Gemeinderat sein neuestes Projekt auf den Weg gebracht. Kathan plant in der Hauptstraße, gleich neben dem Autohaus Unterberger, sein bereits bestehendes Mietshaus teilweise zu ersetzen. Dabei sollen von bereits bestehenden 14 Wohnungen acht erhalten bleiben. Im geplanten Neubauprojekt entstehen außerdem 17 identischen Einzimmerwohnungen mit einer Fläche von jeweils 35 Quadratmetern. Zudem ist eine extrahohe Doppelgarage geplant.

Der Gemeinderat stimmte in der letzten Sitzung einstimmig für das Projekt. Man sei froh, so Bürgermeister Robert Kühn, über das Engagement des Kollegen Kathan. Der Unternehmer selbst begründet das Projekt so:

Als Gemeinderat habe ich eine Vorbildfunktion und der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist in unserer Gemeinde unbedingt gegeben.

Kathan sieht besonders junge Menschen aus dem Ort, die mal zuhause raus wollen und Mitarbeiter der Gemeinde und der Hotels als neue Mieter seiner neuen Wohnungen. Auch im Bereich des energetischen Wohnbaus will der Gemeinderat mit gutem Beispiel vorangehen: „Ganz bewusst verzichten wir bei diesem Projekt auf eine Tiefgarage.“ Oberirdischer Parkraum sei nach Kathans Erfahrung im Außenbereich des Hauses ausreichend vorhanden.

Grüner Wohnraum im „normalen Preisegment“

Zudem soll bei der Energieversorgung schon jetzt an die Zukunft gedacht werden. In der hohen Doppelgarage ist dafür schon Platz vorgehalten worden, wie der Bauherr ausführt. „Vielleicht werden wir hier in 10 Jahren Wasserstoff mithilfe der Photovoltaikanlage erzeugen.“ Auf dem Dach des Hauses plant Kathan, eine möglichst große PV-Anlage zu installieren, ergänzt durch einen Pufferspeicher. „Im Augenblick sind wie noch in der Prüfung mit einem Ingenieurbüro aus Kreuth, was wir momentan technisch realisieren können“, ergänzt der Gemeinderat.

So sieht das Haus aktuell aus

Offiziell heißt ein Mietwohnungskomplex, wie der Unternehmer ihn plant, „Boardinghaus“. Alle Wohnungen sind dabei durch eine Außengalerie erreichbar. Wohnungen in Boardinghäusern werden oft, wie zum Beispiel in Miesbach, mit Zweitwohnverträgen und möbliert zu einem sehr hohen Kurs als „Serviced Apartment“ vermietet. Das aber plant Kathlan in seinem Haus nicht, wie er versichert: „Die Wohnungen werden im normalen Preissegment liegen. Das ist mir besonders wichtig bei diesem Projekt.“


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