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Wiesseer Holzfällermuseum: Wie aus einer Idee eine Seifenblase wurde

19.145 Euro für Putzarbeiten?

Im Februar wurde das Projekt in Bad Wiessee noch medienwirksam dargestellt, im Haushalt auch mit 56.445 Euro eingeplant, doch jetzt ist für Bürgermeister Höß das Thema plötzlich erledigt. Von einem Holzfällermuseum sei nie die Rede gewesen. Unverständnis bei der CSU, die mit einem Antrag das Museum eigentlich verhindern wollte.

In diesem Haus soll das Holzfällermuseum entstehen - die CSU findet das nicht gut. Und Peter Höß mittlerweile auch nicht.
In diesem Haus sollte das Holzfällermuseum entstehen. Die CSU fand den Plan nicht gut. Und Bürgermeister Peter Höß mittlerweile auch nicht / Archivbild

Alles schien in trockenen Tüchern. Im Februar gab es im künftigen Museum einen Fototermin mit Geschäftsleiter Michael Herrmann und den eingeplanten Mitarbeiterinnen Petra Wagner und Maria Huber. Der Grund: Im Haushalt 2016 sind für die Umgestaltung der Winterstube zum Museum bereits Ausgaben in Höhe von 56.445 Euro eingeplant, davon 19.145 Euro für die Vergütung von Angestellten und Sozialversicherungsbeiträge.

Doch bei den Haushaltsberatungen im April verlangte die CSU dann einen Baustopp, da der Gemeinderat von der Entscheidung über die Einrichtung eines Museums am Zeiselbach nicht informiert worden sei. Nun fordert die CSU-Fraktion in einem Antrag zur Sitzung am 15. Juni, den Umbau aus „finanziellen Gründen“ zu beenden, da für dieses Jahr bereits „für viele andere Investitionen eine Entnahme aus den Rücklagen von zwei Millionen Euro notwendig ist“.

Höß: CSU-Antrag stoße ins Leere

Die Wiesseer CSU ist der Ansicht, dass die Voraussetzungen für ein Holzfällermuseum nicht vorlägen, deshalb halte man das Projekt für unnötig. Tatsache ist, dass der Ausstellungsort nur nach einem Fußmarsch von gut 2,5 Kilometern touristisch nutzbar wäre und offenbar auch nicht genügend museumsreife Holzfäller-Utensilien zusammen kamen, wie Fraktionssprecher Kurt Sareiter erzählt.

So sei für ihn die Grundlage als Museum im ehemaligen Waldarbeiter-Quartier entfallen. Ob dies Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) zum Umdenken brachte, ist derzeit nicht bekannt. Gegenüber dem Merkur äußert er plötzlich, die Gemeinde verfolge mitnichten den Plan, die Winterstube zum Holzfällermuseum zu machen. Es sei auch kein Umbau im Gange. Die Mitarbeiterinnen Wagner und Huber hätten intensive Putz- und Aufräumarbeiten geleistet, seien jetzt aber nicht mehr mit der Hütte beschäftigt. Der Antrag der CSU laufe somit ins Leere, wird Höß zitiert.

19.145 Euro für Putzarbeiten?

Diese Rolle rückwärts – nach intensiven Diskussionen in der April-Sitzung des Wiesseer Gemeinderates – stößt nun bei Sareiter wieder auf Unverständnis. “Das will ich jetzt gar nicht kommentieren. Das machen wir dann in der nächsten Sitzung am 15. Juni“. Dann solle auch eine Ortsbesichtigung für den Gemeinderat beschlossen werden, um die künftige Verwendung der Zeiselbach-Winterstube festzulegen, so der CSU-Antrag. Schließlich hat die Gemeinde die Winterstube seit Oktober 2012 von den Bayerischen Staatsforsten gepachtet. Der Vertrag gilt für die Dauer von zehn Jahren.

Dem Vernehmen nach will Höß diesem Teil des CSU-Antrags folgen. Zu klären wäre dann noch, wie die Personalausgaben von 19.145 Euro verwendet wurden, und ob die „intensiven Putz- und Aufräumarbeiten“ der beiden Mitarbeiterinnen diesen Haushaltstitel komplett verschlangen. Mancher im Gemeinderat sieht hier noch dringenden Klärungsbedarf. Bürgermeister Peter Höß war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.


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