20 Millionen Projekt vor Baubeginn

Mannheimer Firma erhält Zuschlag für Gmunder Realschule

Von Steffen Greschner

Ergänzung vom 2. Mai / 11:55 Uhr
Nun steht es fest: Der Landkreis Miesbach hat der Firma SKE Facility Management GmbH unter anderem den Zuschlag für den Neubau und die langfristige Bewirtschaftung der Realschule und der Dreifachturnhalle in Gmund erteilt.

Die Firma, die zur SKE Gruppe gehört, entwickelt und koordiniert sogenannte Public Private Partnership (PPP)-Projekte. In diesem Zusammenhang übernehmen die Mitarbeiter die konzeptionelle Planung des Schulgebäudes, kümmern sich um die Finanzierung und sorgen für den Betrieb der Liegenschaften.

Zuletzt waren noch drei Bewerber im Rennen gewesen, gegen die sich die SKE am Ende durchgesetzt hat. Die Mannheimer Firma hat mittlerweile viel Erfahrung im Rahmen von PPP-Projekten. Im Jahr 2004 hatte sie den Zuschlag für ein ähnliches Vorhaben im Landkreis Offenburg erhalten. Die Dimensionen damals waren gewaltig: 41 Schulen, 226.000 Quadratmeter Geschossfläche, 234 Gebäude und ca. 20.000 Schüler. Das Projektvolumen belief sich auf insgesamt 370 Millionen Euro. Hätte der Landkreis die Arbeiten in Eigenregie ausgeführt, wären die Kosten für die gleichen Leistungen laut Aussage des Pressesprechers bei fast 458 Millionen Euro gelandet.

Wie die Verhältnisse bei den drei Schulprojekten im Landkreis Miesbach aussehen, wird man nächste Woche sehen. Am kommenden Montag ist die offizielle Vertragsunterzeichnung. Dabei wollen die Verantwortlichen der Betreiberfirma ihre Vorstellungen für die neue Realschule und die Dreifeldsporthalle in Gmund sowie das Gymnasium und die Fachoberschule in Holzkirchen präsentieren.

Ursprünglicher Artikel vom 21. März mit der Überschrift: „20 Millionen Euro für Realschule Gmund“

Die Pläne für den Bau der Realschule in Gmund Finsterwald werden immer konkreter. Letzte Woche verankerte der Miesbacher Kreistag den fertigen Kostenrahmen des Neubauprojekts in seinem Haushalt.

19,895 Millionen Euro will sich der Landkreis den Bau kosten lassen. Aus dem Landratsamt ist überdies zu erfahren, was für den Betrag noch alles entstehen wird.

Im Außenbereich der Schule sind in dem umfangreichen Budget auch die Dreifachturnhalle, ein Allwetterplatz, ein Beachvolleyballfeld und weitere Außenanlagen einbepreist. Unabhängig vom Budget wird die Realschule eine eigene Haltestelle für die Bahn bekommen.

Nur noch drei Bewerber

Mit dem Bau soll bereits in etwas mehr als drei Monaten begonnen werden. Das Modell für die Realschule sieht eine Auftragsvergabe im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung vor. Das sogenannte PPP-Modell (Public Private Partnership) führt dazu, dass der Landkreis erst – nach Inbetriebnahme der fertigen Schule – 2014 zur Kasse gebeten wird.

Die neue Realschule ist eingebettet zwischen Sportplatz und Gleise

Darüber hinaus übernimmt der private Bauherr auch gleichzeitig den Betrieb der Schule. Ernst Diekmann, Pressesprecher des Landratsamtes, weiß: „Vertraglich ist das für die nächsten 20 Jahre geregelt.“ Das Unternehmen, welches die Schule baut und betreibt, hat durch das PPP-Modell vor allem bei der Umsetzung etwas freiere Hand.

Der Pressesprecher sagt zum bisherigen Ablauf des PPP-Verfahrens: „Der Kreis hat definiert, was er beim Bau der Realschule haben will. Anschließend sind wir auf Partnersuche für die Umsetzung gegangen.“

Erste Verhandlungsrunden mit konkreten Angeboten habe man bereits abgeschlossen. Übrig geblieben sind laut Dieckmann drei Unternehmen. Wer den Auftrag letztlich bekommt, wird Mitte April bekannt gegeben.

Probleme mit der Regierung?

Bis der endgültige Bauherr auserkoren ist, braucht der Landkreis allerdings noch eine letzte Freigabe. Derzeit prüft die Regierung von Oberbayern noch, ob zu erwarten ist, dass das PPP-Modell tatsächlich wirtschaftlicher ist, als die Realschule selbst zu betreiben und vorzufinanzieren.

Doch wenn man sich die jahrelange Vorarbeit und die konkreten Planungen ansieht, scheinen sich die verantwortlichen Personen im Kreistag ziemlich sicher zu sein, dass das Projekt auch tatsächlich so umgesetzt wird.

Trotz allem will Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing noch nicht in Euphorie verfallen: „Erst wenn die Genehmigung durch die Regierung von Oberbayern erteilt ist und die Einspruchsfrist der nicht zum Zuge gekommenen Firmen abläuft, können wir die Öffentlichkeit weiter informieren.“

Davon abgesehen ist der Termin für die Fertigstellung der neuen Realschule schon bekannt: im Dezember 2013 soll das Gebäude bezugsfertig sein.


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