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Wie die Tierhilfe Igelkinder päppelt

650 Gramm bis zum Winterschlaf

Von Simon Haslauer

2020 ist ein schwieriges Jahr – auch für Igel. Viele der Tiere werden überfahren oder finden nicht genug zu fressen. Jetzt erzählt eine “eingetragene Päpplerin” von ihrer Arbeit mit kleinen Igeln.

Fine, Walli, Gundel, Fine 2, Wolfine und Wilhelmine sagen Hallo. / Quelle: Tierhilfe Weyarn-Waakirchen

Fine, Walli, Gundel, Fine 2, Wolfine und Wilhelmine. Das sind die sechs Igelkinder, die aktuell bei der Tierhilfe Weyarn-Waakirchen gepäppelt werden. “Irgendwie ist 2020 kein gutes Jahr für Igel- die Tierheime und Igelstationen quellen über vor bedürftigen Igelchen! Viele bekannte Aufnahmestationen haben Aufnahmestopp”, schreibt die Tierhilfe auf Facebook. Vor dem Verein liegt eine Menge Arbeit.

Die kleinen Igel bleiben nämlich solange bei der Tierhilfe, bis sie etwa 650 Gramm wiegen. Daraufhin kommen die Tiere in ein Außengehege mit Schlafhaus und Futterhaus, bis sie sich entscheiden, genug gefressen zu haben und sich in den Winterschlaf verabschieden.

Viele Igel werden überfahren

Sabina Prickarth ist eine der eingetragenen Päppler der Tierhilfe. Sie weiß um die Probleme der Igelchen bestens Bescheid. Gleich zu Beginn stellt sie klar: “Unsere Wildtiere sind in Gefahr.” Vor allem das erhöhte Verkehrsaufkommen sei problematisch. Prickarth erklärt:

Der Igel flüchtet nicht sondern rollt sich ein und wird überfahren.

Wenn es sich dabei auch noch um ein Weibchen mit Nachwuchs handelt, haben die kleinen Igel kaum eine Chance, den Winter alleine zu überleben, so die Päpplerin. Dort kommt die Tierhilfe dann ins Spiel. “Wir sind Erstkontakt für Igel, die zu leicht erscheinen oder krank sind. Wir kümmern uns um Tierarztbesuche, die Medikation und Nahrung.”

Ein weiteres Problem sieht die Tierschützerin darin, dass es einfach nicht genug Insekten für die Igel gibt. Die Tiere müssen dann auf Notfallnahrung wie Schnecken ausweichen. Gut ist das nicht, findet Prickarth. Schnecken bringen nämlich auch Parasiten mit sich und machen den Tieren das Leben unnötig schwer.

Totholz und Laub statt Steingarten und Mähroboter

Ein bisschen kann man den stacheligen Tieren auch als Privatperson unter die Arme greifen. Prickarth schlägt vor, ein Gartenstück naturbelassen zu halten. Ein Plätzchen mit Totholz oder Laub beispielsweise. “Unsere Gärten sind perfektioniert”, prangert Prickarth an. Besonders Mähroboter sind ihr ein Dorn im Auge. Immer wieder werden Igel durch die selbstfahrenden Rasenmäher schwer verletzt.

Abschließend richtet sich Prickarth mit einem Appell an alle Tierfreunde. Sie erklärt. “Wir machen alles auf eigene Kosten. Tierarztbesuche, Futter, Medikation.” Über eine Spende würde sich der Verein sehr freuen – und die Igelkinder sowieso.


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