Am Mittwoch fand die offizielle Eröffnung der 10. Ausgabe des Tegernseer Bergfilmfestivals statt. Und trotzdem lässt sich laut den Veranstaltern bereits nach diesem Abend eine erste Zwischenbilanz ziehen. „Einfach großartig“, laufe es laut dem Direktor des Tegernseer Bergfilm-Festivals, Michael Pause.
Begonnen hat das Bergfilm-Festival anlässlich des Jubiläums bereits am vergangenen Samstag. Was so nicht zu erwarten war: Seitdem waren fast alle Veranstaltungen nahezu ausverkauft.
Nachdem über 5.500 Festivalkarten bereits bis zum Eröffnungsabend verkauft wurden, blieben auch Mittwoch Abend nur wenige Stühle frei. Thematisch war der Bogen in den fünf Kinosälen weit gespannt: Im Barocksaal, bei der offiziellen Eröffnung des Festivals, schilderte Peter Habeler, der mit Reinhold Messner als erster Mensch ohne künstlichen Sauerstoff auf dem Mount Everest stand, seine Bergerlebnisse mit dem “Mann des Abends.”
Andreas Nickel, der Regisseur des Kinofilms „Messner“ berichtete, dass ihn der Extrembergsteiger „als Persönlichkeit“ fasziniert habe: „Ich legte ihm einfach ein Drehbuch vor und er hat gleich gesagt, ja er sei dabei“, so Nickel. Entstanden ist eine Dokumentation, bei der weniger die bergsteigerischen Leistungen Messners im Mittelpunkt stehen, als vielmehr seine Persönlichkeit.
80 Filme in sechs Sälen
Bereits zuvor hatte sich Tegernsees Bürgermeister Peter Janssen, wie schon Pause, sehr zufrieden über den Start des diesjährigen Festivals geäußert. “Es steht ein glücklicher Bürgermeister vor Ihnen,” so Janssen bei seiner Eröffnungsrede. Von drei auf sechs Säle habe man in diesem Jahr die Kapazitäten deutlich nach oben geschraubt. “Wir sind einfach froh über die Entwicklung, die das Bergfilmfestival in den letzten neun Jahren genommen hat.”
Zeitgleich zu der Auftaktveranstaltung im Gymnasium standen beispielsweise im Ludwig-Thoma-Saal Expeditionsfilme von gestern und heute auf dem Programm. Ein echter Zeitensprung ins Jahr 1975, als Bergsteiger aus Deutschland und Österreich – wie Anderl Mannhardt, Manfred Sturm und Hans Engel – zu einer Expedition an den Kangchendzönga aufbrachen.
“Es waren damals traumhafte Verhältnisse für einen Filmer“, schilderte der deutsche Bergfilmer Gerhard Baur den Zuschauern im Saal die Verhältnisse vor Ort. „120 Kilometer nur Anmarsch in einem langsamen Tempo, da hat man Zeit, die richtigen Einstellungen zu finden und die Stimmung einzufangen.” Der dabei entstandene Film sei vielfach ausgezeichnet worden, denn solche Bilder hatte die Welt noch nie von einer Expedition zu sehen bekommen.
Interessanter Weise sind sie auch heute rar geworden, denn wenn Speedbegehungen im Minimalstil auf dem Programm stehen, bleibt für stimmungsvolle Bilder wenig Zeit.
Noch bis Sonntag ist in Tegernsee volles Programm geboten
Extreme und vor allem ungewöhnliche Perspektiven entdecken können die Zuschauer in Tegernsee noch bis Sonntag. Dagegen hat die Jury bereits bis zur Schlussfeier am Samstag die Aufgabe die Besten aus den 85 Bergfilmen auszuwählen.
Zu sehen sind die Siegerfilme dann übrigens in der Matinee am Sonntag ab 9:30 Uhr im Ludwig-Thoma-Saal. Das genaue Programm wird am Samstag ab 22 Uhr im Internet nachzulesen sein.
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