„Es sind mehrere Polizeibeamte im Einsatz, wir sind in dem Raum an verschiedenen Örtlichkeiten aktiv. Es handelt sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren“, erklärt Andreas Guske zu den Recherchen der Tegernseer Stimme. Inzwischen bestätigt auch die Staatsanwaltschaft München I die Durchsuchungen.
Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch: „In einem Ermittlungsverfahren aus dem Jahr 2015 wegen des Verdachts des ärztlichen Abrechnungsbetrugs, das derzeit gegen drei beschuldigte Ärzte geführt wird, werden aktuell mehrere Objekte in Anwesenheit auch von Staatsanwälten unserer Behörde durchsucht, um Beweismittel zu sichern“. Bei den „beschuldigten Ärzten“ handelt es sich offenbar um den Chefarzt und seine beiden Stellvertreter.
Sie sollen ihre Visiten bei Privatpatienten in der Klinik nicht korrekt abgerechnet haben, wie die Tegernseer Stimme aus Ermittlerkreisen erfuhr. Da es sich um den laufenden Vollzug von Beschlüssen des Amtsgerichts München handele und die Aktion zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgeschlossen sei, so dass auch nicht feststehe, ob noch Anschlussdurchsuchungen erforderlich sind, könne man zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keine näheren Angaben machen, so Ermittler Steinkraus-Koch.
Nach weiteren Informationen der Tegernseer Stimme soll auch die Firmenzentrale der Medical-Park AG in Amerang durchsucht werden. Es gehe um den Verdacht des Abrechnungsbetruges, der durch die Anzeige eines Orthopäden ins Rollen gekommen sein soll. Dieser war selbst Patient in der Reha-Klinik und soll sich über seine Rechnung von 136 Euro gewundert haben.
Denn als Arzt sei ihm aufgefallen, dass dies nach der Gebührenordnung der Ärzte eine falsche Abrechnung sei. Er soll daraufhin Anzeige erstattet haben. Noch gehen die Ermittler von einem Anfangsverdacht aus, möglicherweise fördern die Durchsuchungen auch einen systematischen Abrechnungsbetrug zu Tage, ist von der Staatsanwaltschaft zu hören.
Näheres könne Steinkraus-Koch erst nach der Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen äußern. Zunächst aber seien die Patienten die Geschädigten, da es vorerst nur um Privatabrechnungen gehe. Ob es auch um staatliche Beihilfestellen gehen könnte, sei noch ungewiss. Aus dem Medical Park ist lediglich zu hören, dass man mit den Behörden kooperiere und um schnellstmögliche Aufklärung bemüht sei.
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