Mobile Ufersicherung in Tegernsee

Abstürze bei Festen verhindern

Ursprünglich sollte ein festes Geländer am Seeufer zwischen Rathaus und Bootsverleih Rixner noch 100.000 Euro verschlingen. Nun wird eine mobile Absturzsicherung weitaus kostengünstiger.

Die Stadt Tegernsee muss künftig an dieser Mauer für eine Sicherung sorgen / Archivbild

Besonders beim Seefest geht es hoch her an der Uferanlage beim Rathaus. Tische und Bänken reihen sich unmittelbar an der ungeschützten Ufermauer. Hier ist der See einige Meter tief, da dort die Schifffahrt anlegt. Sie bringt unzählige Fahrgäste für Großveranstaltungen. Ein unfreiwilliges Bad könnte unabsehbare Folgen für die Stadt haben.

Bislang galt eine Vereinbarung mit der Bayerischen Versicherungskammer als Haftpflichtversicherer aus dem Jahr 2001. Damals sei von der Versicherung noch keine Absturzsicherung am Seeufer gefordert worden, erklärte Jürgen Mienert dem Stadtrat bei seiner letzten Sitzung. Doch in den vielen Jahren seit der letzten Begutachtung sei der Publikumsverkehr an der Uferpromenade deutlich angewachsen. Vor allem Großveranstaltungen wie Seefest und Weihnachtsmarkt lösten „Sicherheitsbedenken und die Frage nach der Haftung“ aus. Nach einem Ortstermin mit der Versicherung sei klar geworden, dass ohne ein Geländer kein ausreichender Versicherungsschutz bestehe.

Absturzsicherung „zwingend erforderlich“

Ursprünglich fasste die Verwaltung noch für das „größere Gedränge“ eine dauerhafte Absturzsicherung ins Auge, die etwa 100.000 Euro verschlungen hätte. Nun könne auf Vorschlag der Versicherung das Geländer auch mobil sein. Daraufhin habe die Verwaltung noch die Meinung des Landratsamtes eingeholt. Auch dieses urteilte, dass nur bei Großveranstaltungen ein Geländer „zwingend erforderlich ist“. Dieser Rechtsauffassung aus Miesbach machte sich auch die Versicherung zu Eigen.

Wegen der drängenden Haftungsfragen wurde daher bereits beim vergangenen Weihnachtsmarkt eine mobile Absturzsicherung für 3.000 Euro angebracht, die der Stadt bereits gehört. Praktikabler wäre daher für den ausführenden Bauhof das Setzen von Bodenhülsen. Dann bräuchten die mobilen Teile nur eingesteckt werden, so Mienert zum Beschlussvorschlag, den er zitierte.

Diese Baumaßnahme würde etwa 5.000 Euro kosten. Damit wäre die Ufersicherung mit insgesamt etwa 8.000 Euro deutlich kostengünstiger. Im Investitionsprogramm der Stadt waren noch 100.000 Euro vorgesehen. Einstimmig genehmigte der Stadtrat die zerlegbare Version. Hoffentlich fühlen sich die zahlreichen Passanten auch außerhalb von Großveranstaltungen sicher, wenn es bei schönem Wetter an der Anlegestelle der Schifffahrt wieder mal eng wird.


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