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Betrug aus dem Briefkasten

Achtung: Abzocke!

Von Nadja Weber

Unternehmer im Tal sollten gewarnt sein. Ein betrügerisches Schreiben der Firma DR Verwaltung AG ist derzeit im Umlauf. Mit einem scheinbar amtlichen Anschreiben werden Firmen zur Kasse gebeten. Ein Betrieb in Bad Wiessee ist bereits Opfer des Betrugsversuchs geworden.

Die neuen Pächter vom Schützenstüberl in Bad Wiessee wurden Opfer des Betrugsversuchs.
Die neuen Pächter vom Schützenstüberl in Bad Wiessee wurden Opfer des Betrugsversuchs.

Die DR Verwaltung AG mit Sitz in Bonn sorgt jetzt im Tegernseer Tal für Schlagzeilen. Sie verschickt Briefe, die einen amtlichen Anschein erwecken. Doch der Schein trügt. Geschäftsleute sollten genau hinsehen, denn hinter dem Brief steckt eine versuchte Abzocke.

Wie sieht dieses Schreiben aus?

Der betrügerische Brief ist oben links mit einem Logo gekennzeichnet, welches aus neun Sternen besteht, die ein „C“ bilden, das nach rechts geöffnet ist. Darin integriert ist der Schriftzug „USTID-Nr.de“. Diese Kampagne der DR Verwaltung AG trägt den Namen „Deutsches Firmenregister zur Erfassung und Registrierung inkl. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer“.

In dem Schreiben werden alle Betroffenen aufgefordert, die eigene Umsatzsteuernummer auf dem Internetportal USTID-Nr.de anzugeben. Für diese Eintragung sollen die Geschäftsleute dann viel Geld bezahlen. In dem Schreiben heißt es:

Der Veröffentlichungsbetrag beträgt jährlich 398,88 Euro zzgl. MwSt. Die Veröffentlichung Ihrer unten genannten Firmendaten wird über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren verbindlich bestellt.

Wer ein Unternehmen anmeldet, dem sollte aber eigentlich bekannt sein, dass man seine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer lediglich auf seiner eigenen Website und auf den Rechnungen veröffentlichen muss. Anderswo ist eine Angabe nicht verpflichtend.

„Ein Fass ohne Boden“

Tatjana Neuwald, Leiterin des Referats Wettbewerbsrecht der IHK München und Oberbayern, kennt das Problem nur zu gut: „Solche Fälle sind ein Fass ohne Boden und das schon seit Jahrzehnten.“ Die IHK verfolgt verschiedene Ansätze, um diese Art der Wirtschaftskriminalität auszurotten. „Mit mäßigem Erfolg“, so Neuwald weiter.

In den Medien wird regelmäßig über derartige Betrugsfälle aufgeklärt. Auf den Internetseiten der IHK München und Oberbayern finden Betroffene aktuelle Warnungen und Tipps, wie man in einem konkreten Fall vorzugehen hat. Als Faustregel nennt Neuwald:

Es lohnt sich immer, aufmerksam und misstrauisch zu sein. Formulare ohne eindeutigen Absender sollte man ignorieren und keinesfalls bezahlen.

Um gegen die Machenschaften der Betrüger vorzugehen, arbeitet die IHK mit dem Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e.V. zusammen. Wer ein Unternehmen anmelden möchte, kann sich in den jeweiligen Gewerbeämtern Informationsbroschüren über Wirtschaftskriminalität mitnehmen.

Schützenstüberl im Visier

Claudia Hofmann vom Schützenstüberl in Bad Wiessee fand kürzlich ein derartiges Schreiben von der DR Verwaltung AG in ihrem Briefkasten. „Ich habe das Schreiben gleich zerrissen“, sagt sie. Später kamen ihr denoch Zweifel.

Bevor der betrügerische Brief noch andere Geschäftsleute erreicht, wollte sie diese vorwarnen: „Danach habe ich mir dann doch meine Gedanken gemacht und die Polizeiinspektion Bad Wiessee informiert.“ Auf Nachfrage sind der Polizei keine weiteren Betrugsfälle bekannt. Dennoch sollte man seine Post derzeit genau überprüfen.


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