Aktuell: Kaufen die Talgemeinden die Tegernseebahn?

Von Steffen Greschner

Die BOB auf den Gleisen der TAG - wie lange noch?

Die Tegernseer Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft, kurz TAG plant eventuell den Verkauf des 12 Kilometer langen Schienennetzes im Tegernseer Tal. Die beiden Bahnhöfe in Tegernsee und Gmund sind genau wie große Grundstücke im Tal ebenfalls im Besitz der Gesellschaft und stehen laut einem Bericht des Merkur eventuell zur Disposition. Wenngleich sich das Hamburger SDAX-Unternehmen zu den Verkaufsabsichten nicht äußern möchte, so laufen scheinbar die Gespräche hinter verschlossenen Türen auf Hochtouren.

Bereits vor einiger Zeit war im Landkreis und den angrenzenden Kommunen über eine Art Sicherung des Bahnbetriebes für die Öffentlichkeit spekuliert worden. Ein Vetrag mit der TAG sollte her. Doch bisher ohne zählbares Ergebnis.

„Gespräche mit Dritten“ – stecken da die Kommunen dahinter?

Bisher, denn nun hat sich die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee eingeschaltet und steht in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der TAG. Auch wenn der Sparkassen-Chef Georg Bromme auf Nachfrage nichts konkretes zum Stand der Gespräche sagen wollte, so ließ er gegenüber dem Merkur doch verlauten, dass die Sparkasse einerseits für Dritte verhandle und es andererseits auch sehr bald neue Informationen geben werde.

Es gilt als nicht unwahrscheinlich, dass mit den Dritten der Landkreis und die Talgemeinden gemeint sind. Ein nicht unerheblicher finanzieller Kraftakt, den die Gemeinden dann zu schultern hätten. Vor allem Gmund hat ein tendenziell schwieriges Haushaltsjahr vor sich. Und auch in der Stadt Tegernsee wird die reale Verschuldung mittelfristig weiter anwachsen. Vorausgesetzt der Neubau des Parkhauses wird wie geplant realisiert.

Derzeit ist es unklar, ob die Vorteile einer Beteiligung die Nachteile überwiegen

Die Vorteile liegen auf der Hand:
Die Gleise gehen in die öffentliche Hand und werden damit dauerhaft vor Spekulationen und eventuellen Stilllegungen abgesichert. Dabei steigt der Einfluss der Gemeinden durch eine finanzielle Beteiligung an der gesamten Infrastruktur. Dies kann sich beispielsweise positiv auf die Qualität des Angebotes auswirken. Das Stichwort dabei ist der immer wieder andiskutierte Halb-Stunden-Takt, den die BOB derzeit nicht umsetzen möchte.

Die Nachteile sind allerdings ebenfalls nicht von der Hand zu weisen:
Die finanzielle Belastung für die Gemeinden dürfte immens sein. Das Risiko die benötigten Mittel durch den Verkauf der TAG-Grundstücke nicht in ausreichendem Maße zu erwirtschaften ist da. Wie hoch das Risiko ist, darüber gehen die Meinungen derzeit auseinander. Dabei ist es nicht mal klar, dass nur weil der „Staat“ die Infrastruktur übernimmt, das Angebot für den Kunden prinzipiell besser wird. Man muss sich nur die gehobene Preisgestaltung des E-Werks Tegernsee anschauen.


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