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Wegepflege zu teuer, Verein startet Protest

Alpenverein streitet mit Schliersee

Von Simon Haslauer

Seit 2017 streiten sich der Alpenverein aus München und die Gemeinde Schliersee. Der Grund: Die Sanierung der Wege in den Bergen. Der Verein erwartet Unterstützung – aus einem ganz bestimmten Grund. Jetzt gibt es eine Protestaktion, mit einer höchst ungewöhnlichen Forderung.

Diese Plakate lassen sich im gesamten Spitzinggebiet finden.

Die Münchner Sektion des Deutschen Alpenvereins kümmert sich seit jeher um die Wanderwege zwischen dem Spitzingsattel und der Rotwand. Pflege, Instandhaltung – das alles kostet Geld. Laut Markus Block handelt es sich dabei um mehrere tausend Euro pro Jahr.

Block ist für die Öffentlichkeitsarbeit im Alpenverein zuständig. “Wir stehen dazu, dass alle Gäste im Raum Schliersee die von uns gepflegten Wege kostenfrei nutzen können”, erklärt er. Doch mit einem Umstand ist der Verein ganz und gar nicht zufrieden. Mit dem Kurbeitrag. Block sagt weiter:

Durch die Erhebung des Kurbeitrages sehen wir uns einer finanziellen Doppelbelastung ausgesetzt, der wir nicht mehr nachkommen wollen und können.

Der Hintergrund: Den Kurbeitrag, den die Übernachtungsgäste der beiden Hütten “Albert Link- und die Schönfeldhütte” bezahlen müssen, seit die Kurbeitragssatzung auf das gesamte Gemeindegebiet ausgeweitet wurde, muss der Verein an die Gemeinde Schliersee abgeben – Unterstützung für die Sanierung der Wege gibt es aber trotzdem nicht.

Block erklärt: “Alleine die geplante Sanierung des Weges zwischen Taubensteinbahn und Kirchstein/Rotwand – einer der meistbegangenen Wanderwege im Landkreis Miesbach – würde die Sektion München über 55.000 Euro kosten. Dieses Projekt wurde aufgrund der Einführung der Kurbeitragspflicht im Herbst 2017 für unsere beiden Hütten von der Sektion München bislang auf Eis gelegt.”

Eine ungewöhnliche Protestaktion

Seit 2017, so Block, stehe man in einem “unfruchtbaren Austausch mit der Gemeinde Schliersee”. Den Kompromissvorschlag des Vereins, sie übernehmen weiterhin die Pflege der Wanderwege, verrechnen die Kosten jedoch mit dem Kurbeitrag, wurde laut Block in der Gemeinde Schliersee noch nicht einmal angesprochen.

Deswegen sieht sich der Verein nun dazu gezwungen sich anders Aufmerksamkeit zu verschaffen. 20 Infoschilder werden die gesamte Woche im Spitzinggebiet aufgehängt. Darauf wirbt der Verein dafür, eine E-Mail an das Schlierseer Rathaus zu senden, um damit ihr Anliegen zu unterstützen. Block erzählt weiter:

Wir fordern daher ab dieser Woche unsere Gäste auf den genannten Hütten sowie alle Wanderer im Spitzinggebiet auf, unsere Forderung durch eine Mail an das Schlierseer Rathaus zu unterstützen.

Franz Schnitzenbaumer, Bürgermeister der Gemeinde Schliersee, sieht keinen Grund zur Kritik. Nicht die Sektion zahle den Kurbeitrag, sondern die Gäste, sagt er gegenüber dem Miesbacher Merkur. Eine Ausnahme vom Kurbeitrag sieht der Bürgermeister kritisch. „Wir können nicht aufrechnen, ob jemand die mit dem Kurbeitrag finanzierten Einrichtungen nutzt oder nicht“, argumentiert er im Merkur weiter.

Die Aussage, der Verein fühlt sich bei der Erhaltung der Wege alleine gelassen, kann Schnitzenbaumer nicht nachvollziehen. Eine “doppelte finanzielle Belastung” sieht er nicht. Es gebe Fördergelder, die Gemeinde unterstütze die Sektionen mit Bauhofleistungen in Form von Arbeitsstunden, Maschinen oder Material, berichtet der Merkur.

Doch der DAV bleibt stur. Solange es keine Einigung mit der Gemeinde gibt, bleibt das 55.000 Euro Projekt zwischen Taubensteinbahn und Kirchstein/Rotwand auf Eis gelegt.


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