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Rottacher Hotelier plant Balkon über dem Tegernsee

Am See ist nicht auf dem See

Zwar warb das ehemalige Café Borkholder’s mit einer Terrasse auf dem See, doch so ganz entsprach das nicht der Wahrheit. Geht es nach dem Willen des neuen Pächters, soll sich das nun aber ändern.

So wie es der Werbe-Slogan verspricht, soll die Terrasse des Bistros bald über den See reichen.

Wie berichtet, übernehmen der Sternekoch Alois Neuschmid und das Hoteliers-Ehepaar Jenny und Andreas Eham das ehemalige Bistro Borkholder’s in Top-Lage am See. Bisher hatten es 21 Jahre lang Monika und Peter Borkholder betrieben. Als Grund der Schließung am 1. März nannten sie gesundheitliche Gründe.

Nun soll einiges verändert werden, wie der Tagesordnung des Rottacher Ortsplanungsausschusses für nächste Woche zu entnehmen ist. Eham, der auch CSU-Gemeinderat und Betreiber des Garni-Hotels Haltmair gegenüber an der Seestraße ist, will das Cafè umbauen und um einen Balkon über dem See erweitern.

Dieser soll laut Bauamtsleiterin Christine Obermüller mit einer Tiefe von 1,60 Meter an die bestehende Terrasse angedockt werden. Kommt es so, dann säßen einige Gäste über dem See und der Werbespruch würde auch Sinn machen. Sollten Ehams Kollegen am Ratstisch nächste Woche dem Vorhaben zustimmen, müsste auch noch die Stadt Tegernsee gefragt werden. Sie ist für alle Belange auf dem See zuständig.

Top-Lagen in Rottach-Egern

Weniger spektakulär ist wohl der komplette Umbau des Lokals, den Neuschmid bereits ankündigte. Eham wollte sich zur Innenarchitektur noch nicht äußern und verwies auf die Sitzung am kommenden Mittwoch. Bekannt aber ist, dass er das Bistro für seine Hotelgäste als Ergänzung zum bisherigen Angebot sieht. Deswegen hätten die Ehams auch schnell zugegriffen, als sie von der Schließung des Cafés erfuhren. Es sei nun einmal eine Top-Lage. Jetzt wohl bald auch über dem See, wie sie hoffen.

Ansonsten stehen auf der Tagesordnung des Rottacher Ortsplanungsausschusses die üblichen Vorhaben. Allein auf sechs Grundstücken sollen wieder Mehrfamilienhäuser entstehen. Meist muss der Altbestand weichen. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass der Betongoldrauch in Rottach-Egern ungebrochen ist – allen Bedenken zum Trotz.


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