Bau des Wiesseer Jodbads hat Auswirkungen

Anwohner beklagen Erschütterungen

Wie berichtet, treibt die Gemeinde Bad Wiessee neben dem Badepark den Bau ihres neuen Jodbads voran. Bereits bei den Vorarbeiten dafür zitterte ein Haus von Anliegern. Doch Schlimmeres steht noch bevor.

Der Aushub für das neue Badehaus vor drei Wochen. Dahinter der Badepark.

Eigentlich wollte der Eigentümer aus Bad Wiessee einen gemütlichen Samstagnachmittag in seiner Wohnung in der Anton von Rieppelstraße 16 verbringen. Doch vor gut zwei Wochen sei dies nicht möglich gewesen, schildert der Anwohner, dessen Wohnanlage direkt am Breitenbach steht. Denn gegenüber neben dem Badepark seien bereits ab 7:30 Uhr die Baumaschinen im Einsatz gewesen, um den Untergrund für das Badehaus von Matteo Thun zu schaffen.

Mit der Ruhe war es wohl schnell vorbei, denn den ganzen Tag bis 18 Uhr hätten die Bewohner des Hauses „Erschütterungen“ erlebt, beschreibt einer der anderen Anwohner die Situation. „Die Schwingungen waren noch bis in den zweiten Stock spürbar. Selbst die Kaffeetassen am Tisch fingen an zu zittern. Im unteren Bereich klirrten auch die Scheiben etwas“. Die Ursache dafür seien zwei Baumaschinen gegenüber gewesen.

Eine davon war ein größerer Bagger, der Kies und Sand, die in mehreren Schichten aufgetragen wurden, glattdrückte. Dabei kam jeweils eine Rüttelwalze zum Einsatz, die unser Haus erzittern ließ.

Obwohl der Breitenbach dazwischen liege, hätte er nicht gedacht, dass man dies so stark spüre. Deshalb sei die Hausverwaltung beauftragt worden, ein Beweissicherungsverfahren der Gemeinde anzustreben. „Ich halte dies für geboten, da unser Haus schon etwa 50 Jahre alt ist“.

Schäden an Gebäuden möglich

Das Beweisverfahren soll auch kommen, wie Wiessees Geschäftsleiter Hilmar Danzinger auf Nachfrage versichert. „Die Beweissicherung wurde bereits ausgeschrieben und wird auch in den nächsten Wochen durchgeführt“. Es liege laut Danzinger seitens der Gemeinde auch kein Versäumnis vor, „dass die Beweissicherungsmaßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht stattgefunden haben“. Denn nach Ansicht des ausführenden Architekturbüros Hirner & Riehl und des Bauamts werde bei Erdarbeiten eine Beweissicherung „nach herrschender Meinung als nicht notwendig erachtet“.

Im Vordergrund die planierte Fläche für das Badehaus. Dahinter das Mehrfamilienhaus, in dem man die Bauarbeiten deutlich verspürt haben soll. Dazwischen fließt der Breitenbach.

Anders verhalte es sich bei der Bohrpfahlgründung, die wegen der schwierigen Bodenverhältnisse notwendig sei. Dabei werden Pfähle in den Baugrund gebohrt oder gerammt, bis eine ausreichend tragfähige Boden- oder Gesteinsschicht erreicht ist. Dann könnte es für die Anlieger ungemütlich werden, denn Danzingers Prognose klingt für sie wenig verheißungsvoll:

Bei Bohrpfahlgründungen kommt es zu starken Erschütterungen, die im schlechtesten Fall zu Schäden an einem Gebäude führen können. Solche Schäden wären bei Erdarbeiten aufgrund der fehlenden Krafteinwirkung in den Untergrund mindestens ungewöhnlich.

Zumindest zitterte gegenüber das Kaffeegeschirr. Bei der aufwändigen Bohrpfahlgründung jedoch dürfte es wohl nicht dabei bleiben.


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