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Holzkirchens Integrationsbeauftragter spricht über sein Konzept

Asylbewerber in Lohn und Brot bringen

Von Maximilian Liegl

Seit kurzem hat Holzkirchen einen neuen Integrationsbeauftragten: Franz Lutje. Der Unternehmensberater geht die Asyl-Problematik auf seine eigene Art an. Dazu hat er ein Konzept ausgearbeitet, das Schule machen könnte. Der Kern des Ganzen: die Asylbewerber sollen arbeiten.

Viele Asylbewerber könnten ohne weiteres arbeiten. Doch dafür braucht es gewisse Voraussetzungen.
Franz Lutje (2. v. r.) will dafür sorgen, dass die Asylbewerber Arbeit finden.

Holzkirchen hat einen neuen Integrationsbeauftragten – Franz Lutje. Der 55-Jährige ist von Beruf selbstständiger Unternehmensberater und war zuvor viele Jahre für einen internationalen Konzern tätig. Nachdem sich Lutje seit über 30 Jahren auch ehrenamtlich engagiert, nimmt sich der Holzkirchner jetzt den Problemen der Asylbewerber an. Um diese zu lösen, hat er ein umfassendes Konzept erstellt.

Bisher gibt es in Holzkirchen vier Arbeitsgruppen, um die Integration der Flüchtlinge zu fördern. Franz Lutje betätigt sich bereits in den beiden Arbeitsgruppe für Sport, Freizeit, Kultur und Religion sowie Arbeit und Wirtschaft. Als weitere Gruppen gibt es noch Alltagsbewältigung und Sprache.

PIA solls richten

Lutjes landkreisweites Konzept beschäftigt sich dabei vor allem mit den Themen Arbeit und Wirtschaft. Die erfolgreiche Eingliederung der Asylbewerber in den Arbeitsalltag sei, so der Beauftragte, ein wichtiger Bestandteil der Integration. Und genau darum geht es bei PIA.

Der Pakt für Integration und Arbeit – kurz PIA – knüpft dabei an den Kernproblemen an. Ein wichtiger Punkt sei hierbei die ausreichende Ausbildung und Qualifikation der Asylwerber, um auf dem Arbeitsmarkt langfristig zu bestehen. Mithilfe des Netzwerkes PIA soll die nötige Förderung noch effektiver vonstattengehen.

Kooperationspartner der Initiative sind bisher unter anderem die Industrie- und Handelskammer, die Bürgerstiftung Holzkirchen sowie die Ludwig-Maximilians-Universität München. Gemeinsam möchten die Beteiligten die Neuankömmlinge auf dem Weg hin zur Anstellung begleiten. Damit das in Zukunft besser klappt, sollen über das Netzwerk Praktika, Ausbildungsstellen und Berufsvorbereitungsschulplätze vermittelt werden. Um selbst Arbeitsplätze zu schaffen, sind Asyl-Werkstätten und eigene Start-Up Firmen geplant.

Über die Sprache zur Anstellung

Oftmals erlernen Asylwerber jedoch nur die nötigsten Sprachkenntnisse. Das werde bei einer potenziellen Anstellung dann schnell zum Problem, betont Lutje. Doch auch hier setzt der Unternehmensberater an. Seine Idee: durch die Vermittlung dreimonatiger Tätigkeiten, in denen gleich die entsprechende „Spezial-Sprache“ des jeweiligen Berufs erlernt wird, qualifiziert sich der „Praktikant“ trotz dürftiger Sprachkenntnisse bereits für einen bestimmten Bereich.

In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt soll dann auch ein Pool für einfache Tätigkeiten aufgebaut werden. Ob Erntehelfer, Spüler oder Gartenhelfer – so soll schnell und unkompliziert für Ein-Tag-Jobs und geringfügig bezahlte Arbeiten vermittelt werden.

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