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Die Fraktionen zur Flüchtlingssituation in Holzkirchen

„Eine Unterbringung sollte auch privat möglich sein“

Von Maximilian Liegl

Derzeit ist die Unterbringung der Flüchtlinge das meist diskutierte Thema in Holzkirchen. Jüngste Vorfälle sorgen dabei für regen Gesprächsstoff. Aus diesem Grund hat die Holzkirchner Stimme die einzelnen Fraktionen nach ihrem Standpunkt befragt.

Asylbewerber demonstrieren für eine bessere Unterbringung
Asylbewerber demonstrieren für eine bessere Unterbringung

Nach einer versuchten Vergewaltigung am Holzkirchner Bahnhof war die Empörung groß. Wenige Tage später sorgten die Demonstrationen einiger in der Marktgemeinde untergebrachten Asylbewerber für Aufsehen. Am Wochenende zuvor waren ehrenamtliche Mitarbeiter den Unterkünften verwiesen worden – von einer anderen Gruppe. Das Thema ist brisant, denn noch immer sitzen die Holzkirchner Flüchtlinge auf dem Marktplatz, um für eine neue Unterkunft zu kämpfen.

Es sind Vorfälle wie diese, die in den sozialen Netzwerken für teilweise fremdenfeindliche Hetze sorgen. Gleichzeitig sieht sich die Marktgemeindeverwaltung sowie das Landratsamt mit einer Beilegung der Demonstrationen konfrontiert. Doch was sagen die einzelnen Fraktionen zur derzeitigen Diskussion?

Behörden und Polizei überfordert

„In der Asylpolitik fehlt mir die ehrliche und sachliche Auseinandersetzung mit den auftretenden Problemen. Nur mit falsch verstandener politischer Korrektheit, können die Probleme nicht gelöst werden“, sagt beispielsweise Bernd Weinmann von der CSU, und betont:

Es müssen ihnen die notwendigen Werte und Normen unserer Gesellschaft erklärt werden. Nicht zuletzt um Übergriffe, wie in Holzkirchen passiert, schon von vornherein zu verhindern.

Weinmann sieht dabei Behörden und Polizei bereits an ihre Grenzen stoßen. „Ich begrüße den Vorstoß von Horst Seehofer, solche Asylbewerber möglichst schnell wieder in ihr Heimatland zu bringen, deren Chance auf Asyl nahezu bei Null liegt“, so Weinmann weiter. Der CSU-Politiker erwartet sich von der Politik rasche Maßnahmen, um die Bevölkerung nicht zu überfordern und um ein Kippen der Stimmung zu verhindern.

Kritik an Unterbringung

„In Bayern läuft die Unterbringung ziemlich planlos und gleichzeitig restriktiv. Hier ist die Staatsregierung aufgerufen, sich mehr zu engagieren. Die vielen Menschen in unserer Gemeinde, die sich ehrenamtlich engagieren, müssen dabei noch mehr von professionellen Kräften unterstützt werden,“ findet Hannes Gräbner, SPD-Vorsitzender in Holzkirchen. Dabei appelliert Gräbner auch an das Landratsamt und erklärt: „Eine Unterbringung sollte auch privat möglich sein. Der Zwang zur Sammelunterkunft verhindert viele andere Möglichkeiten.“

Dabei ruft der SPD-Politiker gleichzeitig auch zu mehr Menschlichkeit auf. Es sei immer nur von Asylanten die Rede – nicht jedoch von Menschen. „Als Sozialdemokratische Partei und als eines der reichsten Länder Europas haben wir dennoch das Verständnis und die Pflicht anderen, denen es aufgrund von Krieg und Vertreibung schlecht geht, zu helfen. Dazu zählt auch die Aufnahme in unsere Gemeinschaft.“

Die Fraktion der Grünen Holzkirchen wollte sich zu diesem Thema vorerst nicht äußern, um ein weiteres Anheizen der Lage zu verhindern. Auch die Holzkirchner Fraktion der Freien Wähler Gemeinschaft war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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