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Atzls Dach-Desaster

Von Maxi Hartberger

Der Juwelier Jakob Atzl erweiterte sein Haus in der Tegernseer Rosenstraße mit einem Anbau. Doch aufgrund eines Fehlers, muss er diesen vielleicht wieder zurückbauen. Denn bei einer Genehmigung fürchtet Bürgermeister Johannes Hagn den Vorwurf der Spezlwirtschaft.

Der First des Neubaus schneidet rund 20 Zentimeter in das alte Gebäude.
Der First des Neubaus von Jakob Atzl schneidet rund 20 Zentimeter in sein altes Gebäude.

Der Tegernseer Juwelier Jakob Atzl, ehemaliger CSU-Stadtrat, erweiterte mit einem Anbau seinen Wohn- und Geschäftsbereich in der Rosenstraße. Für Diskussionen sorgte der Antrag bereits im Mai, da die geplanten Balkone über die anliegenden Dächer hinausragen und damit von den Regeln der örtlichen Gestaltungssatzung abweichen.

Dennoch wurde der Anbau des Tegernseer Bauausschuss genehmigt. Grund war ein ähnlicher Fall beim Nachbarhaus. Doch jetzt wurde erneut über den Anbau diskutiert. Denn das neue Gebäude passt nicht unter das Dach des alten Hauses. Der frühere Plan sei laut Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) fehlerhaft.

Denn diesem Plan zufolge wäre das Haus der Familie Atzl einen halben Meter höher als es jetzt tatsächlich ist. Daher stimmen die Höhenverhältnisse nicht mehr und der neue Bau schneidet das alte Dach an. Das fiel nicht nur der Stadt Tegernsee, sondern auch der Bauaufsicht des Landratsamts Miesbach ins Auge. Die Bauarbeiten wurden laut Merkur deshalb bereits Ende August gestoppt.

Genehmigung oder das Dach kappen

Pressesprecher des Landratsamts Birger Nemitz erklärte gegenüber dem Merkur, dass das Dach des Anbaus unter der Regenrinne des bestehenden Hauses anschließen hätte sollen. Tatsächlich schneide der First nun aber rund 20 Zentimeter in das alte Gebäude.

Laut Nemitz gebe es jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder die ungewöhnliche Dachformation wird nachträglich genehmigt oder der Juwelier muss den Bau so ändern, dass er den ursprünglichen Planungen entspricht. Dann müssten allerdings das Dach und der Dachstuhl weg und die Mauern neu angepasst werden.

Der Ex-Stadtrat Atzl ergriff die erste Möglichkeit und reichte einen Antrag auf eine nachträgliche Genehmigung ein. Der wurde in der vergangenen Bauausschusssitzung diskutiert. Denn leicht fiel die Entscheidung nicht, ob Atzl den Anbau aufgrund des Dach-Desasters wieder zurückbauen muss. Peter Hollerauer war überzeugt, dass die Bauweise zwar ungewöhnlich sei, aber kaum sichtbar. Hagn war zwar ähnlicher Meinung, doch er fürchtet den Vorwurf der Spezlwirtschaft.

Ich kann nicht zustimmen. Ich bin CSU-Ortsvorsitzender und Herr Atzl Mitglied des CSU-Ortsvorstands.

Zwar gelte er formal nicht als persönlich befangen. Aber dem Vorwurf, man helfe sich halt untereinander, will Hagn vermeiden. Nach längerer Diskussion, lehnte der Ausschuss den Antrag letztlich ab. Ausschlaggebend war die Frage, ob man den Anbau in dieser Form überhaupt jemals genehmigt hätte. Und das wäre nicht Fall gewesen. Allerdings gibt es noch Hoffnung für den Juwelier: Das Landratsamt Miesbach kann Atzls Antrag noch genehmigen und ihm damit einen Rückbau ersparen.


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