Gemeinderätin schlägt Satzungsänderung vor

Auch Rottach-Egern diskutiert Alkoholverbot

Von Robin Schenkewitz

Alkoholverbote erfreuen sich im Tal immer größerer Beliebtheit. Und gerade erst am Wochenende hat sich gezeigt, dass diese auf den ersten Blick nicht vollkommen unbegründet scheinen.

Nun wird auch in Rottach über ein Verbot auf öffentlichen Plätzen diskutiert. Allerdings, so Bürgermeister Franz Hafner, müsse man die Sache gut überdenken.

Vor allem vor der Post treffen laut Gabriele Schultes-Jaskolla Trunkenbolde und Gäste aufeinander

Der Antrag auf ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen kam von Gemeinderätin Gabriele Schultes-Jaskolla. „Ich finde wir sollten klarstellen, dass wir Alkohol auf unseren öffentlichen Plätzen nicht tolerieren“, so die FWG-Politikern .

„Ich erlebe es immer wieder, dass beispielsweise an der Post die Leute sitzen und einen Kasten Bier dabei haben während unsere Gäste daneben auf den Bus warten“, zeigt Schultes-Jaskolla die Probleme auf.

Hafner ist skeptisch

Die skizzierte Lösung könne sein, die Ortssatzung zu diesem Zweck zu erweitern. Ein Vorstoß, von dem Bürgermeister Hafner nicht gänzlich begeistert war. „Zunächst müssen wir erst einmal prüfen, inwieweit ein Alkoholverbot umzusetzen wäre. Sonst könnte zum Beispiel auch der Glühwein-Verkauf beim Adventsmarkt verboten werden“, so Hafner.

Generell wies Bürgermeister Franz Hafner daraufhin, dass es manchmal besser ist nicht alles zu reglementieren. „Besonders, wie in diesem Fall, wenn noch keine Beschwerden dazu eingegangen sind.“

Problem verlagern

Damit sprach Hafner einen Punkt an, der auch schon des Öfteren in Kommentaren zu anderen Alkoholverbotsartikeln angeklungen ist. Natürlich könne man vieles Regeln, allerdings besteht die Wahrscheinlichkeit, dass dadurch die „Probleme“ nur verlagern.

Darüber hinaus hat man auch an den Vorfällen am Wochenende gerade erst gesehen, dass solche Verbote nur bedingt etwas nützen. Wer dies jetzt zum Anlass nimmt, nach einer härteren Gangart zu rufen, der begibt sich möglicherweise auf einen Weg, dessen Ende uns eventuell nicht gefällt.

Symptome bekämpfen

Denn schließlich könnte man auch die Rate an Verkehrstoten drastisch mindern, wenn alle Autos verboten werden würden. Genauso wie man konsequenterweise ein Leben in der freien Natur fordern müsste, da die meisten Unfälle im eigenen Heim passieren. Aber will man das?

Regeln haben ihren Sinn und sollten auch eingehalten werden, um eine funktionierende Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Dennoch müssen gerade die Volksvertreter von ihrem Credo etwas Abstand nehmen, ein Problem lösen zu wollen, in dem man ausschließlich die Symptome bekämpft, aber sich nicht mit der eigentlichen Ursache auseinandersetzt.


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