Polizei will an deaktivierter Ampel festhalten

Staufrei am Seeglas-Kreisel

Von Christopher Horn

Zweite Aktualisierung vom 15. Juli / 12:02 Uhr
Anfang Juli verursachte eine Ampel an der Baustelle für den Kreisverkehr in Seeglas vorübergehend lange Staus.

Nachdem die Polizei die Situation einige Tage vor Ort beobachtet hatte, entschloss man sich am 5. Juli, die Ampel zu deaktivieren. Nun können die Verantwortlichen ein erstes Fazit ziehen.

Die deaktivierte Ampel an der Baustelle in Seeglas hat sich bewährt
Die deaktivierte Ampel an der Baustelle in Seeglas hat sich bewährt

„Das Blinklicht bewährt sich und wird beibehalten“, so Wolfgang Strobl von der Polizei Bad Wiessee heute auf Nachfrage. Eine Testphase hatte zuvor gezeigt, dass die Ampel sich eher hinderlich auf den Verkehrsfluss ausgewirkt hat. Die Polizei hatte sich mit der Signalbaufirma vor Ort getroffen und relativ lange getestet.

Die Einstellung einer Vier-Minuten-Rotphase aus Richtung Hausham war „einfach zu lang“, so Strobl weiter. Im Anschluss daran entschied man sich deshalb dafür, die Ampel auf Blinklicht zu schalten.

Ein Vorgehen, das laut dem Gmunder Gemeinderat und Verkehrsexperten Anton Grafwallner absolut üblich sei. „Man geht hier immer nach dem Try-and-error-Verfahren vor und testet verschiedene Varianten. Im Vorfeld kann man so etwas nur schwer einschätzen“, so Grafwallner weiter.

Arbeiten sind im Zeitplan

Auch die Bauarbeiten liegen unterdessen noch im Zeitplan. „In sechs Wochen beginnt der Bauabschnitt drei, dann wird die Abbiegerspur von Tegernsee in Richtung Ostin weiter nach rechts verlegt“, so Strobl weiter.

Sollte sich die Verkehrslage dann wieder verschlechtern, ist die Polizei vorbereitet und könnte, wenn nötig, auch die Ampel wieder in Betrieb nehmen. „Wir haben den Schlüssel und können die Ampel jederzeit auf ein bestimmtes Intervall einstellen“, so Strobl bereits vor einigen Tagen.

Aktualisierung vom 5. Juli / 16:29 Uhr
Nachdem am Dienstag der zweite Abschnitt an der Baustelle in Gmund Seeglas begonnen hat, stehen die Autos dort Schlange. Nun hat die Polizei das Heft in die Hand genommen und sich nach mehreren Versuchen für die Deaktivierung der Ampel entschieden.

Am Wochenende soll der Verkehrsfluss aber weiter beobachtet werden. Die Polizei stellt klar: Im Bedarfsfall werde man reagieren.

Das Nadelöhr Seeglas ist nach mehreren Tagen mit langen Staus derzeit gut befahrbar.
Das Nadelöhr Seeglas ist nach mehreren Tagen mit langen Staus derzeit gut befahrbar.

Bis zum Seehotel Luitpold standen die Autofahrer am Dienstag in der Schlange in Richtung des Verkehrsknotenpunktes bei Gmund Seeglas. Dies hat sich nun geändert. Seit heute Morgen rollen die Autos wieder.

Veränderte Ampelschaltung

Grund ist eine veränderte Ampelschaltung, wie Polizeihauptkommissar Wolfgang Strobl erklärt. Zunächst habe man sich mit der Signalbaufirma vor Ort getroffen und relativ lange getestet. Die Einstellung einer Vier-Minuten-Rotphase aus Richtung Hausham habe man dann aber schnell wieder verworfen. „Das war einfach zu lang.“

Im Anschluss hätte man dann eine zweite Einstellung ausprobiert, erklärt Strobl:

„Zwischen 8 und 10 Uhr schalteten wir dann bei der Ampel auf Blinklicht. Nachdem das bis 14 Uhr so gut geklappt hat, haben wir entschieden, das Blinklicht anzulassen.“

Der Verkehr ist somit wieder sich selbst überlassen. Am Wochenende könnte diese Regelung allerdings arg auf die Probe gestellt werden. Dann nämlich, wenn die Waldfeste und der Tegernseer Tal Triathlon aufeinandertreffen.

Verantwortliche haben vorgesorgt

Doch bei der Polizei hat man vorgesorgt. Man werde sich den Verkehr genau anschauen. Sollte am Samstagnachmittag oder Sonntag der Besucherverkehr zu stark werden, müsse man kurzfristig reagieren, meint Strobl. „Wir haben den Schlüssel und können die Ampel jederzeit auf ein bestimmtes Intervall einstellen.“

Einige Einheimische würden derzeit schon über Bad Wiessee ausweichen und somit die Strecke relativ stark entlasten, weiß Strobl. „Wenn sich das mit der Ampel schnell herumspricht, sind möglicherweise die Staus auch wieder da“, meint der Hauptkommissar.

Um das zu verhindern, hat man viele Infotafeln aufgestellt, die die Verkehrsteilnehmer auf die Engstelle hinweisen sollen. Eine steht in Gmund, eine andere beispielsweise in Hausham. Ganz ohne Staus wird es aber wohl nicht gehen. Wer kann, sollte die Baustelle also auch weiterhin umfahren.

Ursprünglicher Artikel vom 03. Juli mit der Überschrift: „Lange Staus zwischen Gmund und Tegernsee“
Seit Ende Mai laufen die Bauarbeiten rund um den Seeglas-Kreisel. Bis zum Beginn der Sommerferien soll das 960.000 Euro teure Projekt abgeschlossen sein. Bislang hielten sich die Behinderungen für die Autofahrer in Grenzen.

Seit gestern kommt es nun aber zu langen Staus zwischen Tegernsee und Gmund. Die Verantwortlichen sind vor Ort und suchen nach Lösungen.

Die Bauarbeiten am Kreisverkehr in Seglas haben gestern einen Rückstau bis nach Tegernsee ausgelöst
Die Bauarbeiten am Kreisverkehr in Seeglas haben gestern einen Rückstau bis zum Ortseingang von Tegernsee ausgelöst

„Die Baustelle in Seeglas verursacht einen Rückstau bis zum Seehotel Luitpold in Tegernsee”, so TS-Leser Peter Friedrich Sieben gestern um 17 Uhr in einer Email an die Redaktion. Und auch aus Richtung Gmund-Ortsmitte sah es am frühen Nachmittag nicht viel besser aus. Die Autofahrer mussten daher deutlich mehr Zeit einrechnen, wenn sie am Nadelöhr Seeglas vorbei wollten.

Bis zu einer Stunde dauerte der Stau und der hatte Gründe wie Ludwig Bergmann vom Gmunder Bauamt heute auf Nachfrage erklärt: “Gestern hat der zweite Bauabschnitt begonnen, der Verkehr in Richtung Tegernsee läuft über eine Behelfsspur.“ Auch eine Ampelschaltung wurde deswegen am Dienstag eingerichtet.

Ampel sorgt für Stau

Einige Autofahrer vermuten nun, dass die Ampelschaltung für alle Richtungen gleich geschaltet ist, und sich nicht dynamisch an den tatsächlichen Verkehrsfluss anpasst. “Wir arbeiten gerade an der bestmöglichen Lösung, müssen uns die Situation aber erst mal zwei Tage vor Ort anschauen. Auf dem Papier läuft es eben immer anders als in der Realität”, so Gerlinde Schlegel vom Landratsamt Miesbach.

Wie diese Lösung genau aussehen wird, konnte sie aber noch nicht beantworten. Auch eine Regelung ohne Ampel sei denkbar, so Schlegel weiter. Die Planer haben sich dabei einen straffen Zeitplan gesetzt, um die Verkehrsbehinderungen für die Autofahrer so gering wie möglich zu halten.

Ganz ohne Staus, das war allerdings schon vor Wochen klar, wird die Baustelle nicht zu bewerkstelligen sein. Anfang Mai erklärte Bauoberrätin Eva Weber vom Straßenbauamt Rosenheim das genaue Vorgehen:

Um die Verkehrsbehinderungen gering halten zu können und auch die Bauzeit zu straffen, wird für die Bundesstraße eine provisorische Umfahrung errichtet. Für den Bau der zweiten, südlichen Kreishälfte kann die Staatsstraße aus Richtung Hausham dann für etwa eine Woche nur im Einbahnbetrieb befahren werden.

Und so müssen sich die Autofahrer wohl oder übel auch in den kommenden Wochen zumindest auf weiter zähfließenden Verkehr zwischen Tegernsee und Gmund einstellen. Ein paar Minuten mehr für die Fahrt in die Arbeit sollte also jeder einplanen.


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