Der Verfasser der "Buzi"-Kolumne im Interview

Auf ein Gespräch mim Buzi ausm Bräustüberl

Von Christopher Horn

Wer kennt sie nicht? Die Bräustüberl-Zeitung ist mittlerweile mehr als nur das Werbeblättchen einer Gaststätte. Für viele Gäste und Fans des Bräustüberl ist sie zur Pflichtlektüre geworden. Neben Berichten und Bildern aus dem Tal, ist vor allem ein Element aus der Zeitung kaum noch wegzudenken. Gemeint ist der “Brief vom Buzi.”

Eingeleitet mit der immer gleichen Begrüßung “Liebe Zwoahaxade”, werden hier Themen aus Politik, Gesellschaft und Sport humorvoll und in bayerischer Sprache aus der Sicht eines Hundes behandelt. Die Person die dahinter steckt, heißt Hans Lautenbacher.

Hans Lautenbacher in seinem Haus in München

Lautenbacher, Jahrgang 1933, wurde in München geboren und entdeckte schon früh seine Liebe fürs Schreiben in bayerischer Mundart. Seit Juni 2004 ist der heute 78 Jährige der Verfasser des “Brief vom Buzi”. Wir hatten jetzt Gelegenheit uns mit ihm zu unterhalten

Tegernseer Stimme: Hallo Herr Lautenbacher, wie ist die Idee zum “Brief vom Buzi” entstanden?

Hans Lautenbacher: Die Idee diese Kolumne ins Leben zu rufen, hatte ursprünglich Hans Sollacher, ein Freund von mir. Wir waren gemeinsam bei einer Gruppe mit dem Namen “Die Dorfschreiber” tätig. Als dann im Dezember 2003 die erste Ausgabe der Bräustüberl Zeitung erschien, war der “Brief vom Buzi” auch dabei.

Tegernseer Stimme: Wer sind die Dorfschreiber?

Hans Lautenbacher: Wir sind eine Gruppe von ursprünglich neun Literaten, die Gedichte, Verse und kurze Geschichten im bayerischen Dialekt verfassen.

Wir haben uns im Jahr 1987 in der Besetzung Christl Gehrke, Barbara Haltmair, Rosi Heindl, Peter Hollmann, Egon Schäffler, Eduard Wutzer, Hans Sollacher, Fritz Lackner und Hans Lautenbacher gegründet. Leider sind heute aber nur noch fünf von uns am Leben. Nichtsdestotrotz treffen wir uns aber weiterhin regelmäßig.

Tegernseer Stimme: Und wie ist das mit den Dorfschreibern weitergegangen?

Lautenbacher: Angefangen hat alles mit kleinen Vorträgen vor Freunden und Bekannten. Dann haben wir uns aber immer öfter getroffen. In unserer besten Zeit haben wir gut 50 Lesungen im Jahr gehabt. Als Resultat unserer kreativen Arbeit sind schließlich auch einige Bücher entstanden, die wir dann veröffentlicht haben. Auch im Radiprogramm des Bayerischen Rundfunks wird bis heute ab und zu was von uns gesendet.

“Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt”

Tegernseer Stimme: Nun zurück zum “Brief zum Buzi”, wie ist es nach dem ersten Erscheinen im Dezember 2003 weitergegangen?

Lautenbacher: Ürsprünglich war es geplant, dass wir Dorfschreiber den “Brief vom Buzi” immer abwechselnd schreiben, mal der eine und mal die andere. In der vierten Ausgabe der Bräustüberl Zeitung im Juni 2004 habe ich den Brief dann erstmals geschrieben. Ab dann ist mir diese Aufgabe dann alleine geblieben.

Tegernseer Stimme: Weshalb wird der “Brief vom Buzi” in dieser Form verfasst?

Lautenbacher: Da wir von Anfang an unsere Werke in bayerischen Dialekt verfasst haben, lag es natürlich nahe auch den “Brief vom Buzi” auf bayerisch zu schreiben. Das Bräustüberl ist außerdem ein Stück bayerische Lebenskultur, eine Kolumne auf bayerisch ist da deutlich authentischer.

Da ich selber Hundebesitzer bin und der Buzi auch ein Teil vom Bräustüberl ist, erschien die Berichterstattung aus Sicht eines Hundes ganz witzig.

Tegernseer Stimme: Und wie halten Sie es mit der Auswahl der Themen?

Lautenbacher: Die Themen die behandelt werden sind sehr unterschiedlich. Geschehnisse in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Sport sind ebenso dabei, wie Themen die gerade in den Talgemeinden diskutiert werden. Da die Bräustüberl Zeitung nur alle zwei Monate erscheint, ist es aber wichtig Sachen zu behandeln, die nicht nach wenigen Tagen wieder von der Bildfläche verschwunden sind. Meist versuche ich auch verschiedene Themen miteinander zu verbinden und nicht nur über eine Sache zu berichten.

Tegernseer Stimme: Sie sind Münchner, wie halten sie sich über das Geschehen im Tegernseer Tal auf dem Laufenden und sind sie selbst oft im Bräustüberl?

Lautenbacher: Meine Frau ist gebürtige Tegernseerin und wir sind meist zwei Tage die Woche in unserem Ferienhaus am Tegernsee. Ich bin also schon über die Geschehnisse im Tal informiert. Im Bräustüberl bin ich selbst auch gelegentlich aber nicht regelmäßig.

“Gute Einfälle habe ich beim Gassigehen mit meinem Hund”

Tegernseer Stimme: Wie lange dauert das Verfassen einer “Buzi”-Kolumne im Normalfall?

Lautenbacher: Das ist ganz unterschiedlich, aber meistens brauche ich schon relativ lange. Zunächst mache ich mir Gedanken darüber, was in dem letzten Wochen so passiert ist und in den Medien behandelt wurde. Die besten Einfälle habe ich, während ich mit meinem Hund spazieren gehe, da kann ich in Ruhe nachdenken.

Tegernseer Stimme: Und wenn Sie dann einen Geistesblitz hatten?

Lautenbacher: Dann fange ich mit dem Schreiben an. Gerade dieser Prozess ist aber sehr langwierig. Oft stelle ich einen Beitrag fünf bis zehn mal um, bevor ich die endgültige Fassung habe. Dann geht es an den Feinschliff der bayerischen Formulierungen und des Satzbaus.

Dabei wähle ich meist einen Mittelweg, auch wenn der Text vollständig in bayerisch gehalten ist, sollen es ja auch die vielen auswärtigen Gäste des Bräustüberls verstehen können. Auf eines bin ich aber stolz: bisher habe ich noch jeden Beitrag rechtzeitig vor Redaktionsschluss abgegeben.


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