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Nachwuchsschwund bei Rottacher Bergwacht

Ausblick ins Ungewisse

Von Nadja Weber

Wer in den Bergen in Not gerät, vertraut auf Rettung durch die Bergwacht. Doch in Rottach-Egern bringen Nachwuchssorgen die Bergwachtler nun selbst in eine heikle Lage.

Besonders an jungen Männern und Frauen mangelt es. Was bedeutet das künftig für die Rettungskapazitäten der Rottacher Einsatzkräfte?

Die Rottacher Bergwacht bei einer Lawinenübung im vergangenen Winter./Quelle: Bergwacht
Die Rottacher Bergwacht bei einer Lawinenübung im vergangenen Winter / Quelle: Bergwacht

Im zweitgrößten Einsatzgebiet in Bayern haben die Mitglieder der Rottacher Bergwacht einiges zu tun. Es reicht von der Neureuth bis zum Hirschberg, von den Blaubergen bis nach Gmund. Das Problem: Viele der ehrenamtlichen Einsatzkräfte arbeiten weit entfernt und haben für eine Bereitschaft kaum noch Zeit. Das bayerische Rettungsdienstgesetz sieht aber vor, dass rund um die Uhr ein Einsatzleiter innerhalb von zwei Minuten per Funk erreichbar sein muss.

Für die Rottacher Bergwacht ist das eine prekäre Situation. Denn die Sorgen um den Nachwuchs sind nach wie vor präsent. Es finden sich nur wenige junge Leute, die zum Mitmachen motiviert sind. Dennoch beschwichtigt Felix Oswald, Bereitschaftsleiter der Rottacher Bergwacht: „Es war schon immer schwierig, die Jugend zu mobilisieren. Wir werden hier nicht gerade von jungen Leuten überrannt, aber das ist auch bei anderen Vereinen der Fall, die auf Ehrenamt basieren.“

Mitgliederzahlen stabil

Das Problem, junge Leute für den Freiwilligendienst zu begeistern, habe es schon vor 20 bis 30 Jahren gegeben, so Oswald weiter. Doch was bedeutet das für die Rettungssituation in der Region? Kann die Sicherheit noch gewährleistet werden, wenn bei den Bergrettern der Nachwuchs fehlt? Oswald wiegelt ab: Grund zur ernsthaften Sorge gebe es nicht:

Eine Bergrettung kann hier im Tal immer gewährleistet werden. So sieht es das bayerische Rettungsdienstgesetz vor.

Immerhin seien die Mitgliederzahlen – aktuell sind es 78 Aktive, darunter fünf Frauen – in den letzten Jahren relativ stabil geblieben, wie der stellvertretende Einsatzleiter Reiner Motzet berichtet. Sechs Mitglieder befinden sich gerade in Ausbildung bei der Bergwacht. Allerdings – und hier liegt das Problem – gab es in diesem Jahr noch keinen einzigen Neuzugang.

Laut Motzet braucht es bei den meisten Einsätzen der Rottacher Bergwacht mindestens drei Leute, die zum Unfallort ausrücken – je nach Situation können das auch deutlich mehr sein. Gleichermaßen alarmiert der Einsatzleiter vor Ort dann weitere Rettungskräfte wie die Feuerwehr oder einen Rettungshubschrauber.

uebung rottach bergwacht

Um die Einsatzbereitschaft ausbauen zu können, seien weitere Ehrenamtliche immer gern gesehen. Auch Wolfgang Schneider, ehemaliger Bereitschaftsleiter und Vorsitzender des Fördervereins Bergrettung Tegernseer Tal, plädiert für eine Mitgliedschaft: „Die Ausbildung bei der Bergwacht bietet einen enormen Mehrwert für das gesamte Leben.“ Die zwei bis drei Ausbildungsjahre umfassen unter anderem Schulungen zu Verletzungen, zu Lawinen- und Naturkunde bis hin zur Hubschrauber-Rettung.

Die Bergwacht lädt daher alle Interessierten zum wöchentlichen Bereitschaftsabend ein, um einen näheren Einblick in die Arbeit der Bergretter zu bekommen. Treffpunkt ist jeden Freitag um 20 Uhr in der Rettungswache am Kalkofen 2 in Rottach-Egern.

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