Bad Wiessee lässt Solarcarports zu

Auto parken und Sonnenenergie nutzen

Von Christopher Horn

Überdachte Abstellplätze, die zumindest zu einer Seite hin offen sind ‒ sogenannte Carports ‒ nehmen immer mehr zu im Tegernseer Tal. Auch der Wiesseer Bauausschuss beschäftigte sich gestern mit einer solchen Anfrage.

Dabei ist der Carport, der in der Freihausstraße 3 entstehen soll, kein gewöhnliches Modell. Auf dem kompletten Dach werden Solarzellen angebracht. Doch passt so etwas ins Ortsbild von Bad Wiessee oder nicht? Diese Frage wurde jüngst im Bauausschuss diskutiert.

Ein Solar-Carport wie dieser soll künftig auch in Bad Wiessee möglich sein
Ein Solar-Carport wie dieser soll künftig auch in Bad Wiessee unter bestimmten Bedingungen möglich sein

„Uns liegt eine Anfrage zu Errichtung eines Solar-Carports aus Aluminium in der Freihausstraße 3 vor“, so Helmut Köckeis vom Wiesseer Bauamt. Ein Anbieter von Solarprodukten will dort, wo früher das Sportgeschäft Estern ansässig war, nun ein neues Geschäft eröffnen.

Direkt neben dem Eingang Richtung Parkplatz soll nun ein Solar-Carport mit Pultdach errichtet werden. Dieser solle als Anschauungsobjekt für weitere Carports dienen, so Bürgermeister Peter Höß in der jüngsten Sitzung des Baugremiums.

Mit dem Ortsbild vereinbar?

Nun ging es für die Ausschussmitglieder darum, zu beurteilen, ob ein solcher auch mit dem Wiesseer Ortsbild vereinbar ist. „Ich bin dagegen, ein Aluminiumbauwerk an einer so exponierten Stelle in direkter Nähe zum Lindenplatz zu platzieren“, so Hartwig Bayerschmidt (CSU).

Ein Argument, das die anderen Mitglieder nicht so ganz nachvollziehen konnten. Wäre der Carport aus Holz und würde später auf dem Dach durch Solaranlagen ergänzt, könne die Gemeinde überhaupt nichts dagegen sagen, so Hans Buchberger (Wiesseer Block). Und auch Bauamtsleiter Helmut Köckeis betonte: „Solange die 1,5 Meter Abstand zum Nachbargrundstück eingehalten werden, ist kein Problem zu erkennen.“

Zudem sei die Firma bereit dazu, das Aluminiumgestell holzfarben zu verkleiden, so Köckeis weiter. Auch die anderen Räte waren der Idee nicht abgetan. „Es gibt Häuser, wo so etwas passt“, warf Klaudia Martini (SPD) ein, und auch Karl Sauer (CSU) bezeichnete einen solchen Carport als durchaus zeitgemäße technische Neuerung. Am Ende einigte man sich daher einstimmig darauf, Solar-Carports grundsätzlich zuzulassen, wenn diese optisch an das jeweilige Haus angepasst werden.


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