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Ruhezone Holzeralm?

“Autobahn” durchschneidet Bergidylle

Einst gehörte die Holzeralm zum Kloster Tegernsee. Später wurde sie von den Wittelsbachern als Viehweide genutzt. Nun droht der Idylle oberhalb von Bad Wiessee die schleichende Zerstörung.

An der Holzeralm.
An der Holzeralm.

Wie Gut Kaltenbrunn wurde auch die Holzeralm zum ersten Mal im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Beide Refugien nutzte einst das Kloster Tegernsee für die Viehwirtschaft. Von den ursprünglich fünf Almhütten der Holzeralm ist nur noch eine erhalten. Die letzte der anderen Hütten war bereits 1950 verfallen.

Noch bis vor kurzem war die Holzeralm eine Oase der Ruhe. Das ist vorbei, seit in den vergangenen Jahren Schneisen durch den Bergwald für die Forstwirtschaft geschlagen wurden. Mehr als drei Meter breit, an manchen Kehren sind es mehr als zwanzig Meter, windet sich die von vielen als „Autobahn“ verschriene Forststraße inzwischen bis auf über 1.100 Metern Höhe. Dabei werden beschauliche Wanderwege radikal von Straßenabschnitten durchtrennt.

Sägen und Holzlaster

Seitdem ist dort oben die Ruhe für Wanderer und Tiere ein Relikt aus einer anderen Epoche. Ständig kreischen irgendwo Kreissägen, schnarren Holzwinden, dröhnen Holzlaster bergauf, bergab. Keinen so ruhigen Gipfel am Tegernsee würde man als Wanderer finden, hieß es noch jüngst in Tourenführern. Das ist nun Geschichte, da die Holzwirtschaft ihren Preis fordert, subventioniert mit Steuergeldern. Denn das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) treibt die Erschließung der Bergwälder unvermindert voran.

Auf der Strecke bleiben Ideale wie heile Bergwelt und geschützte Natur. Alles wird dem Mammon der Holzernte geopfert. Während anderswo der Schutzwald oberste Priorität hat, geht es im Tegernseer Tal ausschließlich um die maschinelle Holzernte und deren ökonomischen Abtransport. Kein Tag vergeht, in denen nicht unzählige Holztransporter aus dem benachbarten Tirol die Ernte einsammeln. Vom Lärm und Dreck ganz zu schweigen.

Gewinnmaximierung

Mit der sogenannten Bergwaldoffensive (BWO) der vergangenen Jahre dürfen mittlerweile auch in privaten Wäldern vermehrt Forststraßen gebaut werden. Weil der Alpenraum von den Auswirkungen des Klimawandels besonders stark getroffen sein wird und Naturgefahren wie Berg- und Felsstürze, Lawinen, Stürme, Hochwasser, aber auch Schädlingsbefall zunehmen werden, möchte man den Schutzwald besser pflegen können. Deshalb soll er auch besser erreicht werden können. Über großzügig angelegte Straßen.

Weggabelung für die Holzernte.
Weggabelung für die Holzernte.

So argumentieren die Befürworter ihren Straßenbau und den damit verbundenen Kahlschlag. Die Gegner sehen darin einen radikalen ökologischen Eingriff. Sie sind entsetzt von der augenscheinlichen Naturzerstörung oberhalb von Bad Wiessee. Alles werde der Gewinnmaximierung geopfert. Wohl bald auch die Weiden der Holzeralm.

Wo der Profit lockt, bleibt die Natur schnell auf der Strecke. Was bringen dagegen schon ein paar Wanderer zur Holzeralm? Wenig bis nichts für die Talorte.

Einige Eindrücke aus dem Bereich rund um die Holzeralm

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