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Behörden kündigen weitere Sicherheits-Maßnahmen an

„B318 zweifellos ein Unfallschwerpunkt“

Von Robin Schenkewitz

„Die B318 ist zweifellos eine Unfallschwerpunkt.“ Das wollen die Behörden nach dem tödlichen Unfall in der Reithamer Kurve klarstellen.

Allerdings sei nicht die Kurve das Problem oder die Aral-Kreuzung. Der kritische Punkt liege weiter nördlich in Richtung Warngau. Jetzt werden Maßnahmen zur Entschärfung angekündigt.

"Tragische Unfälle wie der am Montag haben nichts mit der Straßenführung zu tun"
„Tragische Unfälle wie der am Montag haben nichts mit der Straßenführung zu tun“ / Foto: Thomas Gaulke

„Fakt ist, dass der Bereich von der Reithamer Kurve über die Tankstelle bis Warngau in der Tat eine Unfallhäufung darstellt und auch von der Unfallkommission Handlungsbedarf gesehen wurde und wird“, heißt es in einer im feinsten Beamtendeutsch formulierten Erklärung aus dem Landratsamt.

Unfallursache schwer zu ermitteln

Allerdings sehen die Behörden nicht die Kurve oder die Kreuzung als Problemzonen, sondern den Bereich zwischen der Tankstelle und Warngau. Josef Lang, Polizei Dienststellenleiter in Holzkirchen, glaubt zu wissen, dass sowohl der Unfall im August als auch der tödliche Unfall aus dieser Woche nichts mit der vorhergehenden Kreuzung oder der Streckenführung in der Reithamer Kurve zu tun habe.

Bei beiden Unfällen seien die Fahrer unerklärlicherweise auf die Gegenfahrbahn geraten. „Das junge Mädchen ist beispielsweise in einer Linkskurve auf die linke Fahrbahn gekommen. Das ist ungewöhnlich. Normalerweise wird man nach außen getragen“, erklärt Lang.

Über den Grund für dieses Verhalten möchte er nicht spekulieren. Man untersuche verschiedene Spuren. Wahrscheinlich werde man es aber nie definitiv herausfinden können, das Mädchen sei ja leider verstorben.

Maßnahmen zeigen erste Wirkung

Problematisch sei die Straßenführung für den Polizisten eher der Bereich zwischen Tankstelle und Warngau. Hier komme es insbesondere beim Abbiegen in die kleine Straße Richtung Piesenkam zu Unfällen. „Dort beschleunigen und überholen die Leute oder passen nicht auf, wenn einer plötzlich abbiegt“, findet Lang.

Aus diesem Grund habe man auch das Überholverbot in Richtung Warngau ausgeweitet. „Seitdem hat sich die Situation schon verbessert“, findet der Polizei-Chef. Außerdem wurden Richtungstafeln aufgestellt.

Diese Schilder weisen Autofahrer auf besonders gefährliche und scharfe Kurven hin und sollen zum langsamen Fahren animieren. Landratsamt-Sprecherin Gabriele Dorby erklärt, dass durch die Maßnahmen die Anzahl und die Folgen der Unfälle in den letzten Jahren zwar reduziert werden, wenn auch leider nicht gänzlich verhindert werden konnten.

Stoppschilder sollen die Einfahrt auf die Bundesstraße sicherer machen.
Die vergangenen Unfälle an der Tankstelle sind nicht aufgrund der Kreuzung entstanden, erklärt Lang. Die Stop-Schilder zeigen Wirkung

Demnächst werden Hinweistafeln angebracht, die auf die Abzweigungen zum Flugplatz und nach Piesenkam aufmerksam machen sollen. Im nächsten Jahr sollen die getroffenen Maßnahmen im Rahmen der turnusmäßigen Sitzung der Unfallkommission bewertet werden. Dann wird auch die sogenannte Unfalltypenkarte vorliegen, erklärt Dorby.

Im Rahmen dieser Sitzung möchte Lang auch eine Linksabbiegerspur für Abzweigung in Richtung Piesenkam vorschlagen. Er stelle sich vor, dass man diese Maßnahme zusammen mit der Absenkung der Straße in Warngau realisieren könnte. „Dann hätten wir diesen Punkt auch entschärft“, so Lang.

Unfalltypenkarte

In einer Unfalltypenkarte werden regelmäßig die Unfälle auf den Staats- und Bundestrassen im Auftrag der Obersten Baubehörde im Staatsministerium des Innern ausgewertet. Auf diese Weise werden für jeden Landkreis die spezifischen Unfallhäufungen identifiziert, die dann in der Folge von der jeweiligen Unfallkommission, besetzt durch das Staatliche Bauamt als Straßenbaubehörde, dem Landratsamt als Straßenverkehrsbehörde und der Polizei, auf zu ergreifende Maßnahmen zur Reduzierung typischer Unfallgefahren geprüft werden.

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