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Prekäre Haushaltslage zwingt zu umfangreichen Schritten

Bad Wiessee verkauft weiterhin Grundstücke

Von Christopher Horn

Bad Wiessee gehört zu den am höchsten verschuldeten Gemeinden in Bayern. Fast 35 Millionen Euro plagen die Gemeinde. Immerhin konnte Wiessee den eigenen Schuldenberg seit Anfang des Jahres um rund drei Millionen Euro drücken. Grundstücksverkäufe sind dafür ein probates Mittel.

Ein Weg, den die Gemeinde wohl auch weiterhin gehen wird, trotz Millionen-Erlös aus dem Verkauf des Spielbankgeländes.

Im April war das Quercherfeld noch unbebaut…..

Im April diesen Jahres ging es in Bad Wiessee Schlag auf Schlag. Erst wechselte in der Sanktjohanserstraße ein Grundstück für geschätzte 325.000 Euro den Besitzer, dann fasste der Gemeinderat den Beschluss, Grund für eine Siedlung am Quercherfeld zu verkaufen. 6.250 Quadratmeter Baufläche sind dort entstanden.

Mehr als 15 Jahre lang war das Quercherfeld im Besitz der Gemeinde. Nun entsteht dort eine neue Wohnsiedlung mit acht Häusern für den etwas betuchteren Mittelstand. „Es gibt bereits sieben Interessenten für die acht Parzellen“, freute sich Bürgermeister Peter Höß.

Änderung der Bebauungspläne – von heute auf morgen

Laut Aussage aus der Gemeindeverwaltung hat der Quadratmeter Baugrund am Quercherfeld 360 Euro eingebracht. Damit hat die Gemeinde alleine durch den Verkauf der schattigen Baufläche rund 2,2 Millionen Euro eingenommen.

Ursprünglich hatten die Bebauungspläne dort sechs Häuser vorgesehen. Daraus wurden dann acht, die Platz finden sollen. Aber nicht nur das. Mittlerweile ist für jedes Haus auch eine 50 Quadratmeter große Garage fest eingeplant. Im Gegenzug zu der flächenmäßig dichteren Bebauung werden die Gebäude dafür weniger ausgebaute Geschosse haben. Im Erdgeschoss und im ersten Stock können maximal 320 Quadratmeter genutzt werden. Um die Häuschen herum sind unter anderem kleine Gärten vorgesehen.

Weiterer Abverkauf geplant

„Der gefasste Beschluss ist eine echte Verbesserung“, meinte Bürgermeister Höß im April 2012 und war überzeugt, “dass am Quercherfeld bald eine schöne neue Nachbarschaft entstehen kann.”

Sieben Anfragen von Interessenten lagen Mitte des Jahres vor, nun ist auch das achte Haus vergeben wie Thomas Lange vom Wohnungsamt der Gemeindeverwaltung letzte Woche auf Nachfrage bestätigte.

Mittlerweile stehen die ersten Häuser im Quercherfeld

Doch damit nicht genug. Die Gemeinde will, um den Haushalt weiter zu entlasten noch weitere Grundstücke verkaufen und verweist darauf auch auf ihrer Internetseite- Gegenwärtig bietet sie zwei Grundstücke an, ein kleines und ein großes wie Lang bestätigt. Zu dem erst genannten Grundstück wollte er sich gegenwärtig noch nicht äußern, bei dem zweiten handelt es sich aber um ein 2.500 Quadratmeter großes Areal im Bergerweg.

Keine Ideallösung

Der Bebauungsplan sieht dort eigentlich eine Doppelhaushälfte ähnlich der Bebauung in der direkten Nachbarschaft vor. “Aufgrund der Größe des Grundstücks geht aber auch etwas Größeres. Das muss ein Interessent dann konkret mit dem Bauamt klären”, so Lange weiter. Auch zum direkten Verfahren beim Verkauf gibt es ein klares Prozedere:

Ein potentieller Interessent kann sich telefonisch bei uns melden, wir geben dann Auskunft welche Grundstücke gegenwärtig zum Verkauf stehen. In einem nächsten Schritt folgt dann ein persönliches Gespräch im Rathaus oder auch ein Vorort Termin.

Dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, um den Wiesser Haushalt von seiner Schuldenlast zu befreien, ist man sich auch im Gemeinderat bewusst. So ist laut Bürgermeister Peter Höß der Weg des Abverkaufs von gemeindeeigenen Grundstücken “nur ein Notnagel und keine langfristige Lösung.” Allerdings müssen man die angespannte Haushaltslage sehr ernst nehmen.

Und auch der Rathaus-Vize Robert Huber stellte klar, dass “Grundstücke verkaufen das letzte sein darf, was eine Gemeinde tun sollte.” Trotzdem werde Wiessee nicht umhinkommen, auch im nächsten Jahr weitere Flächen zu versilbern. Denn ein Ende der massiven Verschuldung ist noch lange nicht absehbar, auch wenn jüngst erst der Verkauf des ehemaligen Spielbankgeländes 4,6 Millionen Euro einbrachte.


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