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Obacht - Verwechslungsgefahr!

Bärlauchs böse Brüder

Von Simon Haslauer

Heute schon gekocht? Ansonsten haben wir hier noch einen Mittagstipp: Bärlauch, das würzige Wildgemüse, wächst zwischen März und Mai an zahllosen Stellen. Doch Vorsicht – der harmlose Bärlauch ist leicht zu verwechseln mit anderen Pflanzen, die teils hochgiftig sind.

Bärlauch sollte man essen, bevor er die weißen Blüten treibt. / Foto: Volker Grosser

Bärlauch ist ein Wildgemüse, das mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch verwandt ist. Gerne wird die essbare Pflanze in der Küche verwendet. Als Suppe oder auch Gewürz für Dip-Saucen, Kräuterbutter und Pesto Oder ganz allgemein als Gemüse. Kenner pflücken ihren Bärlauchvorrat, bevor die Pflanze blüht und konservieren die Ernte in der Tiefkühltruhe. Denn sind die Blüten erstmal sichtbar, könnte sich die gewollte Schärfe in eine bittere Note umwandeln.

Trotz des typischen Knoblauch-Geruchs, der beim Reiben der Blätter entsteht, wird Bärlauch beim Sammeln immer wieder mit dem Maiglöckchen oder den im Frühjahr austreibenden Blättern der Herbstzeitlosen verwechselt. Der Volksmund bezeichnet ihn wegen seines Geruchs auch als „wilder Bruder des Knoblauchs“.

Kommt man mit den giftigen Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen in Kontakt, sollte man sich unbedingt gründlich die Hände waschen, warnt die Johanniter Unfall-Hilfe. Bei Verdacht auf eine Vergiftung, insbesondere bei versehentlichem Verzehr, ist unverzüglich der Rettungsdienst über die europaweite Notrufnummer 112 anzurufen. Bei Bewusstlosigkeit sind Betroffene in die stabile Seitenlage zu bringen. Fällt die Atmung aus, sollte umgehend mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden.

Bei Vergiftung nicht erbrechen

Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollten Betroffene möglichst nicht erbrechen, damit in der Klinik anhand der Essensreste bestimmt werden kann, um welche Pflanze es sich genau gehandelt hat. Viele Sammler versuchen anhand des Dufts, den Bärlauch von den giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen zu unterscheiden. Der Geruchstest ist aber nicht zuverlässig. Denn die Finger nehmen bereits den Knoblauchduft nach dem erstmaligen Reiben an. Bärlauch wächst von März bis April und in den Mai hinein, hauptsächlich in lichten Auenwäldern, aber auch an Flussufern und auf schattigen Wiesen. An diesen Stellen können auch die giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen wachsen.

Diese Merkmale können helfen, eine Verwechslung zu vermeiden:

• Die Blätter des Bärlauchs duften nach Knoblauch. Vorsicht: Die Finger nehmen den Knoblauchgeruch beim ersten Reiben an, weswegen der Geruchstest danach nicht mehr ausschlaggebend ist.

• Die Blätter haben einen Stiel, wachsen in Gruppen und dicht beieinander. Ihre Unterseite ist hellgrün und matt.

• Die Blätter von Maiglöckchen sind etwas härter als die des Bärlauchs.

• Die Blätter der Herbstzeitlosen haben keinen Stiel und wachsen aus einer
Rosette heraus.

Die Johanniter empfehlen zudem eine regelmäßige Auffrischung von Erste-Hilfe-Kenntnissen, um im Ernstfall richtig helfen zu können. Infos zum Kursangebot der Johanniter gibt es im Internet unter www.johanniter.de/erstehilfe oder telefonisch unter 0800 019 14 14.


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