Der Bohrturm kommt

von Nadja Weber

Am Bohrplatz in Holzkirchen rollen seit gestern die Schwertransporter ein: Die Teile für den Bohrturm werden geliefert. Nachdem die Zufahrtsstraße im Dezember noch geteert werden konnte, stand der Lieferung nichts mehr im Weg. Ende nächster Woche wird der Bohrturm errichtet und hoffentlich aufgestellt.

Diese Woche trafen die ersten Teile des Bohrturms am Bohrplatz in Holzkirchen ein.
Diese Woche trafen die ersten Teile des Bohrturms am Bohrplatz in Holzkirchen ein.

Seit gestern kommen in Holzkirchen am Bohrplatz die Teile des Bohrturms an. Mit der letzten Lieferung rechnet man Anfang der nächster Woche. Dann wird der Bohrturm Stück für Stück zusammengebaut. Das passiert liegend. Wenn der 60 Meter hohe Turm zusammengestückelt wurde, wird er mithilfe einer Seilwinde aufgezogen und in die richtige Position gebracht. Albert Götz, Leiter der Gemeindewerke, ist zuversichtlich:

Wir rechnen mit der Aufstellung am Donnerstag oder Freitag.

Das Entfernen des verseuchten Bodens und die Asphaltierung der Zufahrtsstraße für die Schwertransporter ging zügig voran. Grund war, dass überwiegend der Randbereich des Geländes verseucht war. So konnte während der Abtragungsarbeiten der Straßenbau weiter betrieben werden.

Ende Januar geht´s los

Ende Januar hofft man mit der ersten Bohrung starten zu können. “Eine Testbohrung in dem Sinn gibt es nicht”, erklärt Götz. Man starte gleich gezielt mit der wirklichen Bohrung auf Basis genau berechneter Daten. 5000 Meter Länge misst die Bohrstrecke, die tatsächliche Tiefe ist geringer, da man in einer Kurve bohren wird. Im Mai oder Juni möchte man dann auf erstes 140 Grad heißes Thermalwasser stoßen.

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Die Bürger mit in das Geschehen zu nehmen, ist den Verantwortlichen wichtig. Daher wurde ein Besuchercontainer errichtet, den man jederzeit betreten kann. “Der Zugang zum Gelände ist nicht immer möglich, daher ist der Container eine gute Möglichkeit für Interesserierte”, erläutert Götz. Im Innenraum wird es eine Art Ausstellung zum gesamten Geothermieprojekt geben. Besonders spannend ist die Plattform auf dem Container, von der man direkt auf den Bohrturm schauen kann.

Ursprünglicher Artikel vom 24. November 2015 mit der Überschrift: „Bald geht’s bergab“

Holzkirchens 40-Millionen-Projekt steht in den Startlöchern. Auf dem Bohrplatz in der alten Au hat sich in den vergangenen Wochen einiges getan. Der Bohrplatz wurde gerodet und der Oberboden abgetragen. Jetzt wartet alles auf Riesen-Bohrer.

„Wir können alle sehr zufrieden sein. Es läuft bisher alles nach Plan“, lauten die Worte von Albert Götz, Leiter der Gemeindewerke. Beim heutigen Ortstermin auf dem Geothermie-Bohrplatz waren auch Bürgermeister Olaf von Löwis und Klaus Dorsch, Leiter der Tiefbohrarbeiten anwesend.

Turmuntergrund für Bohrkerne steht

Dank des milden Herbstwetters sind die Bauarbeiten sehr gut voran geschritten. So wurden bereits die beiden 50 Meter langen Standrohre gesetzt. Sie sind nötig für die Förder- beziehungsweise Reinjektionsbohrung. Den Bereich zwischen Erdreich und den Standrohren wurden anschließend mit Beton aufgefüllt. Dadurch wird sicher gestellt, dass diese fest im Untergrund verankert sind.

Götz erklärt: „Die zwei Standrohre, mit Durchmesser von jeweils 66 Zentimeter, dienen dazu, die ersten 50 Meter aus lockeren Lehm- und Kiesschichten abzusichern.“ Sie sind also eine Art Schutzhülle, damit die lockeren Erdschichten bei den Tiefbohrungen nicht nachrutschen.

Erdboden teilweise schwer belastet

In den vergangenen Wochen hat man auch den Bohrplatz weiter ausgebaut. Das Areal wurde gerodet und den Oberboden abgetragen. Weil das Gebiet im 20. Jahrhundert für die Abwasserentsorgung genutzt wurde, ist der Erdboden in bestimmten Teilen heute noch stark belastet.

Auf dem abgetragenen Erdboden verlegt man nun eine feste Kiesschicht, die von einem rund 50 Zentimeter hohen Betonboden versiegelt wird. Ein stabiler Turmuntergrund ist die Basis für die Bohranlage, so Dorsch.

„Hohe Belastungen entstehen vor allem dann, wenn die Rohre eingebaut und zusammengeschraubt werden. Der Bohruntergrund muss so beschaffen sein, dass er später die Ziehlast der Bohranlage von rund 450 Tonnen tragen kann”, erklärt Dorsch. Zusammen mit dem Eigengewicht des Bohrturmes von rund 100 Tonnen muss der Untergrund insgesamt also rund 600 Tonnen tragen.

Erste Testbohrungen Anfang 2016

Die rechtlichen Hintergründe sind geregelt, die Arbeiten zur Errichtung des Bohrplatzes liegen derzeit voll im Zeitplan. Auch bei der Finanzierung wird sich bisher an die Vorgaben gehalten. Weil die Konkurrenz-Märkte Erdgas und Erdöl derzeit nicht ausgelastet seien, könne man das Geothermie-Projekt relativ günstig umsetzten. Dorsch erklärt:

Wir bekommen hier gute Qualität zu einem guten Preis.

Als nächsten Schritt gilt es nun die Zufahrtstraße zu asphaltieren, damit LKW die benötigten Bauteile für die schweren Bohrtürme anschaffen können. Dorsch erklärt den Zeitplan: „Wir hoffen die Bohrkeller noch im Dezember fertig stellen zu können. Je nach Witterung kann dann im Januar oder Februar mit der ersten Bohrung begonnen werden.“

Für eine Bohrung plant der Leiter der Tiefbohrarbeiten rund drei Monate ein. Bis zu fünf Kilometer sollen die Bohrmeißel in das Erdreich vordringen. Im Mai oder Juni erwartet man die ersten Ergebnisse. Dann ist klar, ob das Geothermie-Projekt erfolgreich war. „Wir gehen aber davon aus“, meint Dorsch optimistisch.

So sieht es auf dem Bohrplatz derzeit aus:

Geothermie Bohrplatz Holzkirchen (1)

Geothermie Bohrplatz Holzkirchen (2)

Geothermie Bohrplatz Holzkirchen (4)

Geothermie Bohrplatz Holzkirchen (5)

Geothermie Bohrplatz Holzkirchen (7)
Eines der beiden Standrohre

Geothermie Bohrplatz Holzkirchen (8)
An dieser Stelle entstehen die beiden Bohrkerne

Geothermie Bohrplatz Holzkirchen (9)

Geothermie Bohrplatz Holzkirchen (10)

Geothermie Bohrplatz Holzkirchen (11)

Geothermie Bohrplatz Holzkirchen (12)

Geothermie Bohrplatz Holzkirchen (15)

Geothermie Bohrplatz Holzkirchen (16)

Geothermie Bohrplatz Holzkirchen (17)

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