Bank zog Notbremse für a-ja-Hotel

von Klaus Wiendl

Bereits seit August ruht das Projekt rund um das a-ja-Resort in Tegernsee. Wie die TS gestern exklusiv berichtete, wurde Bürgermeister Hagn von dem ostdeutschen Unternehmen bislang jedoch nicht darüber informiert. Nun bestätigt das Rottacher Immobilienbüro von Poll das Aus für a-ja und nennt Einzelheiten zur künftigen Nutzung des weitläufigen Areals.

Das a-ja-Hotel sollte auf diesem Areal in Tegernsee Süd entstehen. Doch daraus wird nun nichts. Das Projekt ist gescheitert.
Das a-ja-Hotel sollte auf diesem Areal in Tegernsee entstehen. Doch daraus wird nichts. Das Projekt ist gescheitert.

Was gestern noch vage war, wird nun vom Rottacher Makler Bernhard Stollreither bestätigt: das 10.000 Quadratmeter große Grundstück mit „parkähnlichem Charakter“ steht zum Verkauf. Die a-ja Resort und Hotel GmbH sei bereits seit August aus dem Rennen.

„Zwischen der HypoVereinsbank und der Firma a-ja gab es eine Reservierungsvereinbarung. Sie gab dem Investor die Möglichkeit, die notwendige Baurechtsänderung herbeizuführen, da der Bebauungsplan zunächst keine Bebauung mit einem Hotel vorsah“, erklärt Immobilienexperte Stollreither das Scheitern des Hotelprojekts gegenüber der Tegernseer Stimme.

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Diese Reservierungsoption sei von der Bank im August gekündigt worden, „weil beim dem Hotelprojekt nichts voranging, da es seit Juni ins Stocken geriet“. Das kleinere Siegermodell aus dem Architektenwettbewerb habe sich einfach nicht gerechnet. „Deshalb haben wir auch keine Hotelbetreiber angesprochen, sondern Investoren aus anderen Bereichen“, so Stollreither, der sich derzeit zum Verkaufspreis der Immobilie noch nicht äußern will.

Anderes Konzept, andere Nutzung

Man sei gerade dabei, einen Investor zu finden, der in kleinerem Umfang dort etwas errichten möchte. Stollreither denkt an eine kleine aber feine Nutzung, „die den parkähnlichen Charakter des Grundstücks berücksichtigt. Dies ist die Vorgabe. Darin sehen wir den Markt und die Möglichkeiten, ohne Ärger mit der Stadt, dem Landratsamt und der Bevölkerung hier etwas realisieren zu können“.

Es mache keinen Sinn, nochmals mit einem Hotel anzutreten, so wie es das Unternehmen a-ja mit einem riesigen Resort geplant hatte.

Das bringt nichts. Das wird nicht realisierbar sein. Wenn man ein Hotel verkleinert, dann ist es nicht mehr wirtschaftlich zu führen. Der große Baukörper, den a-ja da geplant hatte, passt einfach nicht dorthin. Da es auch die Einfahrt von Süden kommend nach Tegernsee ist, haben wir jetzt mit einer kleineren Nutzung ein anderes Konzept.

Dafür gebe es verschiedene Modelle, da auf dem Grundstück auch keine Wohnbebauung erlaubt sei. Man sei derzeit mit Investoren im Gespräch. Dabei kann sich Stollreither die Nutzung auch als Repräsentationssitz eines Unternehmens vorstellen, vielleicht „in Verbindung mit einer Gastronomie“, wie der Immobilien-Experte betont. Auch die Nutzung des Areals für eine Klinik sei angedacht. Da gebe es viele Möglichkeiten.

Bislang hat sich die a-ja Resort und Hotel GmbH in Rostock auch auf erneute Anfrage der Tegernseer Stimme nicht zu ihrem Scheitern in Tegernsee geäußert.

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