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Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal appelliert an Bauträger

Barefoot-Hotel in Wiessee erntet Kritik

Von Filiz Eskiler

Auf dem Grundstück in der Hirschbergstraße sorgt ein riesiges Stahlgerüst für Aufsehen. Es soll die Dimensionen des dort geplanten barefoot-Hotels für die Wiesseer Bürger greifbar machen. Doch nicht jeder ist begeistert von dem Vorhaben.

Lifestyle Dimension für Bad Wiessee – der Glamour kommt dann etwas später.

Im April war die Überraschung groß, als von dem neuen Hotel-Projekt in Bad Wiessee gehört wurde. Bis 2024 soll auf dem 7000-Quadratmeter-Grundstück in der Hirschbergstraße ein barefoot-Hotel der 4-Sterne-Kategorie entstehen. Schöpfer und Designer des barefoot-Konzepts ist Til Schweiger, sein Hotelpartner, Geschäftsführer und arcona-Eigentümer ist Alexander Winter.

Um den Wiesseer Bürgern einen ersten Geschmack auf das Hotel zu geben, ragt auf dem Gelände seit Neuestem ein riesiges Stahlgerüst in die Höhe. Die Ausmaße des geplanten Baus sollen für Bürger und Anwohner erlebbar gemacht werden. Während Bürgermeister Robert Kühn begeistert ist von der „Transparenz“ und Bürgernähe der Bauherren, läuten bei der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) die Alarmglocken. Angela Brogsitter-Finck, erste Vorsitzende der SGT, macht deutlich:

Die SGT hält den geplanten Hotelkomplex mit gut 70 Meter Länge und über zwölf Meter Höhe an dieser Stelle für absolut überdimensioniert und appelliert an den Bauträger, diese Planung noch einmal zu überdenken.

Auch wenn ein 2013 aufgestellter gültiger Bebauungsplan vorgegeben ist, die Zeiten haben sich verändert, meint Brogsitter. Durch Pandemie, Klimawandel, Verkehrsbelastung und geändertes Urlauberverhalten habe in vielen Bereichen ein zeitgemäßes Umdenken stattgefunden. „Der jetzt geplante massive Baukörper sprengt jegliche städtebaulich verantwortbare Dimension der gesamten umliegenden Bebauung und teilt diesen Ortsbereich in eine Sonnen- und eine Schattenseite“, befürchtet sie.

Appell an Bauträger und Gemeinderat

Nicht nur das Äußere, sondern auch das Innere des geplanten Hotels kritisiert sie: „105 Zimmer, eng an eng, sind aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß, benötigen viel Personal, das keinen Wohnraum vorfindet und, zusätzlich zu den Gästen, mit eigenen Autos unsere Straßen noch mehr verstopft und eine zweigeschossige Tiefgarage benötigt“. Sie verweist auch auf das Bergsteigerdorf Sachrang. Dort soll ebenfalls eines der insgesamt 20 barefoot-Hotels entstehen, welche Till Schweiger in ganz Europa geplant hat. „Auch hier gibt es erheblichen Widerstand und die Initiative hat bereits Kontakt mit uns aufgenommen“, verdeutlicht Brogsitter.

Brogsitter wünscht sich vom Gemeinderat, dass das geplante Hotelprojekt abgelehnt wird. Damit könne eine Botschaft an den Investor, aber auch an andere Gemeinden gesendet werden. „Selbst wenn das Landratsamt anders entscheiden müsste“, hängt sie abschließend an.


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