Pläne um Bauer in der Au weiter in der Schwebe

Historischer Hof: Jetzt spricht der Eigentümer

Von Christopher Horn

Fünfte Ergänzung vom 14. Februar / 16:32 Uhr
Seit über eineinhalb Jahren versucht Franz Haslberger als Besitzer des „Bauer in der Au“ jetzt schon den historischen Hof in seiner ursprünglichen Form wieder aufzubauen. Doch die Behörden sind dagegen. Nun meldet sich Halsberger das erste Mal selbst zu Wort. Die Gemeinde habe irgendwann plötzlich jegliche Gastronomie abgelehnt und sowieso sei das Thema ein Politikum.

Gemeinde ließ sich nicht überzeugen

Der endgültigen Entscheidung des Wiesseer Gemeinderates im Juni vergangenen Jahres gegen die geplante Erweiterung des historischen Hofes gingen intensive Diskussionen voraus. Aber auch nach dem das Thema von den Räten vier mal behandelt worden war, konnte Haslberger die Wiesseer Verwaltung wie auch den Gemeinderat nicht für seine Idee gewinnen.

„Ich habe sogar die gastronomische Nutzung um 30 Prozent gegenüber den ersten Plänen reduziert“, erklärt der Besitzer des „Bauer in der Au“. Doch auch das reichte nicht aus, um von der Gemeinde ein Einvernehmen für den Bau zu erhalten.

Nur Gastronomie von Belang

Bei einem runden Tisch wurde Haslberger dann im Dezember vom Landratsamt mitgeteilt, dass auch sie einer gastronomischen Nutzung nicht zustimmen werden. Die Gemeinde sei da schon gar nicht mehr gekommen, erzählt Haslberger. Laut Gabriele Dorby, Sprecherin des Landratsamtes hatte dies jedoch ganz einfache Gründe. „Für die Gemeinde war nur die gastronomische Nutzung von Belang“, so Dorby. Da diese ja nicht mehr zur Debatte stand, habe man sich einfach schon vorher zwischen den Behörden abgesprochen.

Hermann verteidigt Position

Da jedoch bereits in dem bestehenden Hof eine Gastronomie betrieben wird, lässt diese radikale Ablehnung zumindest Raum für Spekulationen. Für Haslberger jedenfalls ist die Sache klar:

Die Sache ist längst ein Politikum.

Der Geschäftsleiter Bad Wiessees, Michael Herrmann verteidigt jedoch die Haltung der Gemeinde in dieser Sache. Die Pläne hätten einfach einen ausufernden Charakter gehabt. Zudem konnte Haslberger die Räte nie davon überzeugen, dass er die Neubauten auch in ausreichendem Maß landwirtschaftlich Nutzen würde.

Da kann man leicht Präzedenzfälle schaffen und der Außenbereich ist nun halt einfach heilig.

Die Fronten bleiben in dieser Sache also verhärtet. Haslberger will sich davon jedoch nicht entmutigen lassen. Er lasse das noch laufende Verfahren im Landratsamt einfach weiter gehen und warte ab was passiert. Das Ziel den vor über 40 Jahren abgebrannten, rund 61 Meter langen Hof originalgetreu wiederzuerrichten habe er noch nicht aufgegeben. Da es sich dabei allerdings um absoluten Außenbereich handelt, braucht der Unternehmer eine Privilegierung.

Das letzte Wort in dieser Sache hat somit das Landratsamt. Denn dort wird nämlich noch geprüft, ob eine Erweiterung für die landwirtschaftliche Nutzung im Sinne von Größe und Gestaltung verhältnismäßig wäre. Laut Dorby gebe es zu dieser Sache aber stand heute noch keinen neuen Erkenntnisstand.

Vierte Ergänzung vom 29. Dezember / 09:12 Uhr
Insgesamt vier Mal hat sich der Wiesseer Gemeinderat in einem Zeitraum von fast zwölf Monaten mit den Plänen des Freisinger Unternehmers Franz Haslberger zum Wiederaufbau des historischen Bauer in der Au befasst. Als die Räte im Juni den Antrag endgültig mit knapper Mehrheit ablehnten, war diese Entscheidung zwar nicht bindend. Schon damals wurde jedoch gemutmaßt, dass das Landratsamt sich aller Vorraussicht nach hinter den Beschluss des Wiesseer Gremiums stellen könnte.

Denn dem Beschluss – quasi eine Empfehlung in Richtung Genehmigungsbehörde – waren intensive Beratungen und Abwägungen vorangegangen. Haslberger hatte seinen Plan mehrfach korrigiert. Die größten Befürchtungen der Gemeinderäte über Art und Nutzung des neuen Bauer in der Au und das erhöhte Verkehrsaufkommen konnte er allerdings nicht ausräumen.

Doch bis zur Entscheidung des Miesbacher Landratsamtes war das Projekt nicht vom Tisch. Die Behörde lies sich Zeit mit der Prüfung des Vorhabens. Denn Haslberger hat Großes vor. So will der jetzige Eigentümer den vor über 40 Jahren abgebrannten, rund 61 Meter langen Hof originalgetreu wiedererrichten. Da es sich dabei allerdings um absoluten Außenbereich handelt, braucht der Unternehmer eine landwirtschaftliche Privilegierung. Diese, so stellte nun auch das Landratsamt klar, ist nicht gegeben. Zumindest nicht für das ganze Gebäude.

Landwirtschaftliche Nutzung noch in der Prüfung

Laut Gabriele Dorby, Sprecherin des Landratsamtes habe es Mitte Dezember ein Gespräch mit dem Bauwerber gegeben. Im Zuge dessen wurde Haslberger dann mitgeteilt, dass der geplante Ersatzbau der Gaststätte nicht privilegiert ist und somit auch nicht gebaut werden darf.

Ganz vom Tisch ist die Sache damit jedoch noch nicht. Denn es steht weiter ein Bau im Sinne einer landwirtschaftlichen Nutzung im Raum. Hier werde laut Dorby derzeit vom Landwirtschaftsministerium geprüft, ob die Pläne Haslbergers in Sachen Größe und Gesatltung verhältnismäßig seien. Eine Entscheidung stehe aber noch aus.

Somit besteht für Haslberger weiter die Hoffnung, zumindest einen Teil des historischen Hofes neuerrichten zu können. Seinem Traum darin eine Gastronomie zu betreiben, hat das Landratsamt nun jedoch endgültig einen Riegel vorgeschoben.

Dritte Ergänzung vom 20. Juni / 17:37 Uhr
Einst galt der Bauer in der Au als einer der schönsten Einfirsthöfe des bayerischen Oberlandes. Im Jahre 1346 wurde er erstmals urkundlich erwähnt. Der längste war er in jedem Fall: Mit 61 Metern Firstlänge, idealen Proportionen und feinen Zierformen hatten ihn die Baumeister von einst quasi in die Wiesen hineinkomponiert.

Nach der Säkularisation ging die Gaststätte dann in den Besitz der Wittelsbacher über: König Max I. Joseph kaufte das Anwesen noch in seinem Todesjahr 1825. Im Jahre 1971 dann der Schicksalsschlag – und nicht nur für Denkmalschützer mehr als bedrückend: Am 1. September brannte der Hof infolge eines Blitzeinschlags nieder.

Der Wiederaufbau nach altem Maßstab war lange Zeit kein Thema. Erst der jetzige Besitzer Franz Haslberger reichte vor einiger Zeit den ersten Antrag auf Errichtung des historischen Hofes ein. Dabei kämpft Haslberger zumindest in Wiessee auf verlorenem Posten. Zwei mal bereits holte er sich ein Nein der Gemeinderäte.

Gestern war es wieder so weit. Der Landwirt hatte einen erneuten Antrag in der Verwaltung eingereicht. Die größten Änderungen im neuen Plan sehen eine komplette Neunutzung des Obergeschosses und des Dachgeschosses vor. Bisher war im Obergeschoss ein Saal mit 110 Plätzen geplant. Diese Nutzung soll nun wegfallen. Im Gegenzug würde an der Stelle die künftige Verwalterwohnung entstehen.

„Eine Attraktion für das Tegernseer Tal“

Doch auch die Änderungen, mit denen Haslberger der ablehnenden Haltung des Gremiums vom Februar dieses Jahres entgegenkommen wollte, stieß nicht auf allzu viel Gegenliebe. Das große Problem ist immer noch, dass die Mehrheit der Gemeinderäte Haslberger nicht so recht über den Weg traut. „Zu viele Ungereimtheiten im Plan“, so die Aussage mehrerer Räte.

Dazu kommt auch, dass eine landwirtschaftliche Nutzung als sehr unwahrscheinlich angesehen wird. So sagt Robert Huber (SPD):

Für mich ist die Privilegierung nicht gegeben. Der Grund ist vorgeschoben, da die Nutzung in dem Gebäude gar nicht möglich ist. Es geht hier ausschließelich um eine gastronomische Nutzung. Und so werde ich dieses Objekt ablehnen müssen.

Dabei ist es genau diese landwirtschaftliche Nutzung, die notwendig ist, um die sogenannte Privilegierung zu ermöglichen. Nur dann sind Neubauten wie der historische Bauer in der Au im Außenbereich überhaupt möglich.

Hinzu kommen andere Faktoren, die die Gemeinderäte auch weiterhin beschäftigen: Wie sieht der Baustellenverkehr während der Bauphase aus? Wer haftet für Schäden an der Forststraße? Was ist mit dem späteren Verkehr in dem Gebiet, der bis auf Ausnahmen eigentlich untersagt ist? Alles Fragen, die auch nach der gestrigen Sitzung unbeantwortet blieben.

Dem gegenüber standen Argumente wie „attraktives Bauwerk“ (Hartwig Bayerschmidt, CSU), „eine Attraktion für das gesamte Tegernseer Tal“ (Kurt Sareiter, CSU) oder der Hinweis auf das Landratsamt, das schlussendlich sowieso entscheidet.

Sieben zu fünf gegen den alten, neuen Hof

Am Ende stimmten dem Vorbescheidsantrag fünf Gemeinderäte zu. Gegen den Antrag Haslbergers stimmten sieben. Diese Entscheidung, so Bürgermeister Peter Höß, sei allerdings nicht bindend. Das Landratsamt Miesbach könnte sich trotz der demokratischen Willensbildung in Bad Wiessee für das Bauvorhaben entscheiden.

Der gestrige Beschluss wird demzufolge nur als Empfehlung gewertet. Und so könnte – trotz mehrmaliger Abstimmungsniederlage – aus der heutigen Berggaststätte immer noch der ehemalige imposante Hof werden, welcher der „Bauer in der Au“ jahrhundertelang gewesen ist. 61 Meter lang. Imposant. Und eventuell sogar in die Wiesen hineinkomponiert.

Zweite Ergänzung vom 24. Februar:
Das letzte Wort in Sachen Wiederaufbau „Bauer in der Au“ scheint noch nicht gesprochen. Vor Kurzem erst ist ein von Franz Haslberger eingereichter Antrag erneut und mehrheitlich durch den Wiesseer Bauausschuss abgelehnt worden.

Aber eines ist trotz der Ablehnung klar: Wenn das Landratsamt festsetzt, dass es sich um ein privilegiertes Bauvorhaben im Außenbereich handelt – weil dort Landwirtschaft betrieben werden soll –, wird der Beschluss des Gemeinderats nur als Empfehlung gewertet. Letztlich entscheidet das Landratsamt.

Die Bedenken der Gemeinde: Möglicherweise plant Haslberger eine Erweiterung der Gastronomie. Derzeit ist das nur im Erdgeschoss möglich. Zukünftig sollen aber auch im ersten Stock und im Dachgeschoss große Säle entstehen. Laut Gemeinderat Hartwig Bayerschmidt (CSU) ist das alles aber reine Spekulationssache. „Eine genaue Art der Nutzung der Räume ist in den Plänen noch nicht ausgewiesen.“

Dabei hat sich der Bauherr mittlerweile dazu geäußert. So bestätigt Bauamtsleiter Helmut Köckeis gegenüber dem Merkur: „Das Fürstenzimmer im Dachgeschoss wird als Wohnung für den Verwalter dienen, der Saal im ersten Stock für Veranstaltungen.“ Und Köckeis weiter: „Die Bedenken konnten aber nicht ausgeräumt werden.“

Der heutige Bauer in der Au soll abgerissen und durch einen Wiederaufbau des historischen Hofes ersetzt werden

Doch nicht nur die Art der Nutzung des neuen Bauer in der Au scheint umstritten. Auch das erhöhte Verkehrsaufkommen durch Gäste und Angstellte war von den Gemeinderatsmitgliedern Ende letzten Jahres als kritisch abgelehnt worden.

Bayerschmidts Meinung nach könnte man jedoch ein potenziell erhöhtes Verkehrsaufkommen ganz einfach regeln: „Der Gemeinde gehören Teile der Wege, die zum Bauern in der Au führen. Dann muss man einfach ein Verbot aussprechen und die Vergehen kontrollieren“, so Bayerschmidt. Zugelassen sei schon heute nur die Befahrung mit Pferdekutschen und der örtlichen Ausflugsbahn.

Bayerschmidt selbst würde den Ausbau des Hofes nach altem Vorbild sehr begrüßen. „Warum sollte man etwas nicht wieder so aufbauen, was vor Jahrzehnten schon mal da war?“, fragt sich der CSUler und sieht in einem Wiederaufbau eine Attraktion für das ganze Tegernseer Tal.

Wie es genau weitergeht, weiß auch der langjährige Gemeinderat nicht. Im Hintergrund würden laut Bayerschmidt derzeit Gespräche zwischen Haslberger und dem Landrat sowie dem Kreisbaumeister laufen.

Wie gesagt, es scheint, dass das letzte Wort in der Angelegenheit noch lange nicht gesprochen ist.

Ergänzung vom 7. Dezember:
Am Ende war es der fehlende Glaube an die Integrität Franz Haslbergers. Der „Bauer in der Au“-Eigentümer hatte sich zwar ins Zeug gelegt. Doch die vorgelegte Planung entsprach nicht dem Antrag. Ein Ko-Kriterium für 13 von 16 Gemeinderatsmitgliedern.

Der Wiesseer Ausschuss lehnte die Planung des historischen Hofes auf seiner gestrigen Gemeinderatssitzung ab. Jedoch nicht das Vorhaben als solches.

Franz Haslberger hatte vor zwei Wochen das ambitioniertes Bauvorhaben persönlich vorgestellt. Sein Ziel, so Haslberger, sei es, den 1971 abgebrannten Bergbauernhof an alter Stelle wiederzuerrichten. Mit Landwirtschaft und einer Gastronomie, die „nicht größer wird als das, was wir derzeit da oben betreiben“. Dazu hatte er beim letzten Mal ein naturgetreues Modell des neuen, alten Hofes als Anschauungsobjekt mitgebracht.

Die Stimmung kippt

Der grundsätzliche Tenor ließ noch auf eine schnelle Genehmigung schließen. Doch in der gestrigen Sitzung kippte die Stimmung. Einige Gemeinderäte zweifelten an der Aufrichtigkeit des Bauherrn. Allein der Glaube fehlte, dass der Autoverkehr auf gleichem Niveau bleibt, die landwirtschaftliche Nutzung tatsächlich nachhaltiger Natur sein wird und vor allem der gastronomische Betrieb nicht zunimmt.

Sogar der Charakter Haslbergers spielte eine Rolle. Robert Huber, der Zweite Bürgermeister, verwies auf die teilweise negativen Erfahrungen, die die Gemeinde mit dem streitbaren Landwirt bereits gesammelt hatte.

„Der Bauer in der Au darf kein Spekulationsobjekt werden“, so der Zweite Bürgermeister Robert Huber von der SPD, der auf ein Vorhaben des Investors anspielte, bei dem die Gemeinde bereits einmal hinters Licht geführt wurde.

Klaudia Martini (SPD) machte ihrerseits klar, dass sie einen Massenansturm à la Bräustüberl befürchtet. Auch ein „Schwarzbau wie die Schirme am Bräu“ wäre dann nicht unwahrscheinlich. Der Platz werde nicht mehr so sein wie vor 40 Jahren. Das müsse jedem klar sein. Mehrere Gemeinderäte wiesen darauf hin, dass sich die Zeiten geändert hätten. Eine Genehmigung würde sozusagen einem Freibrief für eine Art Rummelplatz gleichkommen.

Viele Risiken, viel Arbeit

Vor allem die Möglichkeiten einer zusätzlichen gastronomischen Nutzung im ersten und zweiten Stock machten einige Räte stutzig. „Was will er denn mit dem Platz machen, wenn nicht nutzen? Leer bleiben werden die Räume sicher nicht“, so Jupp Brenner (CSU) – selbst erfahrener Gastronom.

So war die Entscheidung gegen den historischen Hof am Ende sehr einfach. Der erst kurz vor der Sitzung eingereichte Plan konnte nicht bewilligt werden, da er dem bisherigen Antrag nicht entsprach. Haslberger hat jetzt die Möglichkeit, entweder den Antrag oder den Plan zu ändern. Doch die einzige realistische Chance, die dem Eigentümer bleibt, besteht darin, den Bauplan des neue Hofes anzupassen. Und zwar so weit, dass sich die Befürchtungen der Gemeinde zerstreuen lassen. Auch das wird noch eine Menge Arbeit.

Ursprünglicher Artikel vom 23. November:
Der Bauer in der Au soll abgerissen werden. Entstehen könnte dann nach dem Willen des Eigentümers Franz Haslberger ein deutlich größerer Hof. Und dieser wird, falls Ämter und Wiesseer Gemeinderat zustimmen, nach den Plänen des historischen Hofes errichtet, der 1971 abgebrannt war.

Das originalgetreue Modell, welches in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend vorgestellt wurde, ist auf alle Fälle beeindruckend. Schon allein die schiere Größe des früheren Anwesens ließ Zuschauer und Ratsmitglieder staunen.

Die guten alten Zeiten wiederbeleben

61 Meter lang war der Hof früher. So ursprünglich und authentisch, wie es eben geht, soll er jetzt wieder entstehen, macht Haslberger klar, der sein Vorhaben persönlich erläutern durfte. Der jetzige Eigentümer möchte die alten Zeiten wiedererwecken.

Ich habe mich in den vergangenen Jahren sehr intensiv mit dem Bauer in der Au beschäftigt. Alte Fotos und Unterlagen gesammelt. Und wurde immer begeisterter von der Idee, das Gebäude wieder so zu erstellen, wie es war.

Die Grundabsicht sei es, im neuen Hof Gastronomie und Landwirtschaft zu betreiben. Im Rahmen der landwirtschaftlichen Nutzung werden also auch Kühe und Pferde untergebracht.

Dies ist auch deshalb so wichtig, damit die Behörden das Vorhaben als landwirtschaftlich privilegiert einstufen. Denn nur so wäre der riesige Bau im Außenbereich der Gemeinde überhaupt zulässig.

„Ganz gleich wie früher werden wir es nicht mehr nachbauen können. Aber wir wollen dem so nah wie nur möglich kommen“, erläutert Haslberger sein persönliches Ziel. Dabei wollen er und seine Mitstreiter den gastronomischen Bereich nicht größer machen, als er heute schon ist.

Ohne Tiefgarage geht es nicht

Diskussionen gab es beim Punkt Belastung durch Autoverkehr. Der Bauer in der Au ist über das Söllbachtal erreichbar. Allerdings, so Bürgermeister Peter Höß, sei dieser Bereich derzeit relativ autofrei. Und das solle auch zukünftig so bleiben.

Mehr Mitarbeiter bedeuten allerdings auch automatisch mehr Autos. Und die möchte Haslberger unter die Erde bringen. Dazu wird unter dem neu entstehenden Gebäude eine Tiefgarage gebaut. „Diese ist auch schon seit Jahren genehmigt“, machte Peter Höß auf Nachfrage aus dem Gemeinderat klar.

Der Verkehr ist aber auch der Grund dafür, dass der Zweite Bürgermeister Robert Huber dem Vorhaben relativ skeptisch gegenübersteht. Und Klaudia Martini von der SPD sieht sogar rechtlich unlösbare Schwierigkeiten für den alten, neuen Hof.

Hobbylandwirtschaft ist keine Voraussetzung für Privilegierung. Und die sehe ich für ein solches Vorhaben in der Größenordnung nach normalen rechtlichen Maßstäben nicht.

Ein Vorwurf, den Eigentümer Haslberger nicht nachvollziehen kann. Und auch Jupp Brenner von der CSU plädiert für weniger Diskussionen und mehr Dankbarkeit dafür, „dass wir jemanden haben, der das da oben machen will“. Laut Brenner kann die Gemeinde so ein Vorhaben nur unterstützen.

Die Gemeinderäte sahen das grundsätzlich ähnlich. Wollten allerdings keine endgültige Entscheidung treffen, bevor nicht alle offenen Fragen zu Landwirtschaft, Gastronomie und Verkehr geklärt sind.

Am 6. Dezember wird der Wiesseer Gemeinderat das Thema wahrscheinlich zum zweiten Mal diskutieren.

Das Modell des historischen Bauer in der Au wurde von Johann Zehetmeier gebaut.


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