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Den Bauboom im Blick

Ein CSU-Politiker scheidet aus, der nächste rückt nach. Im Rottacher Gemeinderat war Stühlerücken angesagt. Der Neue ist dabei kein Unbekannter und hat eine klare Meinung zum Bauboom im Tegernseer Tal.

Christian Köck (links) und Martin Strohschneider nach der kurzen Vereidigung / Foto: Josef Lang

Die Vereidigung war ein kurzer formeller Akt. Martin Strohschneider als Neuling am Ratstisch schwor darauf, „die Rechte der Selbstverwaltung zu wahren und ihren Pflichten nachzukommen“. Bürgermeister Christian Köck (CSU) versuchte, Strohschneider dieses „Ehrenamt“ schmackhaft zu machen. Er hoffe, dass es ihm auch „Freude“ bereite, so Köck zur Begrüßung:

Es ist nicht immer leicht, wie die Kollegen bestätigen können. Aber du stellst dich der Aufgabe und damit wird nun der Wählerwille umgesetzt.

Man habe hier einen “sehr offenen Umgang miteinander“. Auch wenn „manchmal kontrovers“ diskutiert werde, so sei es doch ein „offenes Arbeitsklima“. Als Präsent bekam Strohschneider traditionell ein Schleiferl in den Ortsfarben. Er nimmt nun den Stuhl des 74-jährigen Zehendmaier ein, der bei der letzten Kommunalwahl 2014 Gemeinderat wurde, und aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden musste.

Mit 1.118 Stimmen damals auf der CSU-Liste ist der 33-Jährige, der im Ort gut vernetzt ist, der Nachfolger. Er ist nicht nur Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbandes, bis vor einem Monat war er auch Vorstand im Burschenverein Rottach-Egern, bei dem er 16 Jahre im Ausschuss war. Weiterhin ist er beim Trachtenverein die Wallbergler und aktives Mitglied bei der Feuerwehr. „Ich ruck mit aus“, sagte Strohschneider im Gespräch mit der Tegernseer Stimme.

Baumboom contra Tourismus

Sein Zuhause liegt im Ortsteil Oberach. Den „Huid“-Hof übernahm er Anfang des Jahres von den Eltern und bewirtschaftet ihn mit seiner Frau Tatjana. „Wir haben gut 20 Milchkühe. Mit Jungvieh sind es insgesamt 60 Rinder“, so Strohschneider. Das andere Standbein bilde der Tourismus mit drei Ferienwohnungen, „um die sich hauptsächlich meine Frau kümmert“.

Deshalb liege ihm als neuem Mandatsträger auch der Erhalt der Landwirtschaft am Herzen. Dies sei eines seiner politischen Ziele im Gemeinderat. „Ich will, dass die bäuerlichen Strukturen im Tal erhalten bleiben. Denn diese prägen die Fremdenverkehrsregion Tegernsee und vom Tourismus leben die meisten hier“. Wenn aber alles so zugebaut wird, befürchtet Strohschneider, dann werden die Touristen nicht mehr so kommen.

Von diesem Dauerbrenner Maximalbebauung bekam Strohschneider bereits in seiner ersten Gemeinderatssitzung einen Vorgeschmack. Wie berichtet, ging es in der Werinherstraße um ein umstrittenes Bauvorhaben am See. Dieses beschäftigt den Gemeinderat nun bereits ein Jahr. Denn der Bau-Boom in Rottach-Egern ist ungebrochen. Strohschneider wird sich bald damit auseinandersetzen müssen.

Strohschneiders Kälber machen Schlagzeilen

Als Hobbys nennt Strohschneider unter anderem Bergwandern. Doch wer wie er die Bernaueralm sein eigen nennt, dem bleibt gar nichts anderes übrig. Die Alm liegt fernab jeder Forststraße unterhalb des Risserkogels. Dort steht dem Sommer über das Jungvieh, das nun in seiner ersten Sitzung als Gemeinderat für reichlich Diskussionsstoff sorgte, zumindest nach der Berichterstattung darüber.

An dem Kuhglockengebimmel seiner Kälber störte sich ein Norddeutscher, der mit seiner Frau vor zwei Jahren seinen Wohnort nach Rottach verlegte. Dummerweise an die Weide, die Strohschneider im Herbst für seine Jungtiere noch zur Weide pachtete, nachdem sie den Almabtrieb hinter sich gebracht hatten. Dort waren sie noch sehr lebendig. Vor allem nachts gingen sie dem Ehepaar auf die Nerven, wenn ihre Kuhglocken gegen den aufgestellten Wassertrog schepperten.

Verständnisvoll zeigte sich Strohschneider und verlegte den Trog weiter weg vom Schlafzimmer des lärmgestressten Ehepaares – quasi als ein Beitrag zur Urlaubsregion Tegernseer Tal.


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