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Widersprüche beim geplanten Häuserbau in Gmund

Bauherren mit „Erinnerungslücken“

Von Nicole Kleim

Gleich zwei Doppelhäuser will die Bayern Wohnen Landhaus GmbH Am Sonnenhang in Gmund errichten. Aber bitte nicht auf Kosten der Gemeinde und der Nachbarn, hieß es gestern im Ortsplanungsausschuss.

Hier ‚Am Sonnenhang 1‘ sollen zwei Doppelhaushälften mit zwei Doppelgaragen entstehen. / Foto: F. Wolf

Gmunds Noch-Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) schlug gleich zu Beginn der gestrigen Sitzung des Ortsplanungsausschusses vor, den Bauantrag zurückzustellen. Es seien noch „zu viele Fragen offen“, merkte er an.

Der Bauantrag bezog sich auf zwei Doppelhaushälften, die Am Sonnenhang 1 in Gmund geplant sind. Gestellt wurde der Antrag von der Bayern Wohnen Landhaus GmbH. Zur Diskussionen standen ein zweigeschossiges Wohnhaus direkt am Sonnenhang und ein zweigeschossiges mit einer sechs Meter breiten Zufahrt Richtung Gasslerstraße.

Drei Stellplätze müssen dafür nachgewiesen werden, zwei existieren bereits, wie Bauamtsleiterin Christine Lang gestern erklärte. Die Planung sähe vor, zwei Doppelgaragen direkt an der Grundstücksgrenze zu errichten. Daraus ergebe sich eine drei Meter hohe Mauer. Dies wiederum sei so nicht umsetzbar, wandte Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) ein.

Noch Fragen offen

„Die Mauer müsste mit einer Böschung kaschiert werden“, so von Preysing. Die Kaschierung befände sich allerdings auf einer zwei Meter großen Grünfläche der Gemeinde. Um das zu umgehen, müsste man mit dem Bau „nach Osten zurückrutschen“. Der Nachbar im Süden müsse dazu ebenfalls angehört werden.

Unstimmigkeiten gäbe es außerdem noch bei der Lage und Größe der Einfahrt, fügte der Bürgermeister hinzu. „Das Einfamilienhaus direkt gegenüber kommt mit wesentlich weniger Breite aus. Obwohl es dort sogar mehr Stellplätze gebe. Josef Berghammer (CSU) wunderte sich über die geänderte Planung. „Erst hieß es, die Parkplätze werden unters Haus gebaut, jetzt ist es ganz anders.“

Bauherren mit „Erinnerungslücken“

Wenn er sich jetzt die Pläne anschaue, stelle er fest, so Berghammer, dass im Kellergeschoss nun auch noch Wohnungen geplant seien. Von Preysing stimmte ihm zu, dass das Wohnhaus damit quasi „dreigeschossig“ werde und sagte:

Es ist halt schwierig, wenn sich die Bauherren nicht mehr an die ursprüngliche Planung erinnern können.

Helga Wagner sah dagegen ein ganz anderes Problem: „ Das ist doch ein privater Wohnungsbau. Das wird ja dann noch teurer. Das kann sich dann wieder keiner leisten.“ Von Preysing wollte sich den Schuh nicht anziehen: „Das ist nicht unser Problem.“

„So nicht genehmigungsfähig“

Der Bau der zwei Doppelhäuser sei zwar eine „gewaltige Aufwertung“ des Grundstückes, so von Preysing, aber dies dürfe nicht auf „Kosten der Gemeinde und der Nachbarn“ passieren. Außerdem widerspreche die jetzige Planung dem, was vor Ort besprochen wurde.

Auch der zweite Bürgermeister Georg Rabl (FWG) war der Meinung, die ganze Sache sei „so nicht genehmigungsfähig“ und gehöre noch einmal vor Ort besprochen. Er wies darauf hin, dass die Böschung „auf keinen Fall“ steiler gemacht werden dürfe. Es müsse durch den leichten Anstieg sichergestellt sein, dass das Regenwasser noch auf dem Grundstück des Bauherrn versickere.

Einstimmig beschloss der Ortsplanungsausschuss, den Bauantrag zurückzustellen und das Gespräch mit dem Bauherrn vor der nächsten Ortsplanungsaussschuss-Sitzung zu suchen.


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