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Neuigkeiten von der Neureuth

Baustelle mit Fernblick

Von Klaus Wiendl

baustelle neureuth tegernsee-3

Seit einer Woche tut sich was beim Touristenmagneten hoch über Tegernsee. Mit Hochdruck werden im Berggasthof Neureuth Böden und Leitungen rausgerissen, Fliesen abgeklopft, damit Küche und Schankraum komplett renoviert und erneuert werden können. Das waren die Auflagen des Gesundheitsamtes an die Stadt Tegernsee beim Pächterwechsel vor einem Jahr.

„Wir kümmern uns um einen neuen Estrich und um neue Stromleitungen, denn es ist schon ein 50 Jahre altes Haus“, erklärt Bürgermeister Johannes Hagn (CSU), „im Haushalt haben wir für die Umbauten 60.000 Euro eingeplant. Die Küchenausstattung und die Schankanlagen muss der Pächter übernehmen.“ Und der kommt ins Schwitzen. Thomas Gigl und seine Partnerin Barbara Nirschl haben als Wirtsleute alle Hände voll zu tun, während der Umbauten den Betrieb aufrecht zu erhalten.

„Den besten Zeitpunkt gibt es nicht“

Nichts steht mehr an seinem gewohnten Platz. Küche und Schankanlage sind in zusätzlich aufgestellten Kiosken ausgelagert. Und der Ansturm der Wanderer hält unvermindert an. Bleibt die Frage, ob das Vorhaben des Wirts aufgeht:

Wir haben die Terrasse bewusst ein bisschen verkleinert, damit wir den Betrieb aus der Behelfsküche und der ausgelagerten Schank überhaupt schaffen. Ein Teil der Terrasse ist abgesperrt und wird für die Bauarbeiten genutzt.

Auf der Internetseite der Neureuth ist nachzulesen: „Zwei Pächter-Generationen (50 Jahre) hat der Küchenboden überstanden. Kurz vor unserem Antritt als Pächter hat das ‘Amt’ die Abnutzungserscheinungen des Bodens in Küche und Schank berechtigterweise bemängelt.“ Im Betriebsurlaub sei aufgrund der winterlichen Verhältnisse eine Sanierung in diesem Umfang nicht möglich. Deshalb habe man gemeinsam mit dem Verpächter, der Stadt Tegernsee, den „hoffentlich sinnvollsten Zeitpunkt für die Sanierungsarbeiten gefunden“.

Neureuth-Pächter Thomas Gigl.
Neureuth-Pächter Thomas Gigl erklärt den neuen Spülraum.

Letzten Sonntag habe man ausgeräumt und am Montag sei dann gleich mit über 20 Bauarbeitern richtig losgelegt worden. Thomas Gigl: „Wir fliesen komplett neu Böden und Wände in der Küche, den Schank- und im Spülraum. Beim Herausreißen des Bodens hat man festgestellt, dass der Estrich total kaputt ist, also musste der auch raus. Gestern kamen bereits sämtliche neuen Leitungen rein, Wasser, Elektrik und Abwasser.“

Die Auflagen des Gesundheitsamtes an die Stadt Tegernsee nutzen die Wirtsleute bei der Gelegenheit für ein paar Optimierungen des Betriebsablaufes. Thomas Gigl zu seinen Plänen:

Es bleibt zwar der alte Ölofen, den es schon seit 50 Jahren gibt, wir stellen aber noch einen kleinen Gasofen rein, sodass wir noch flexibler und schneller sein können. Das kostet uns nochmals 40.000 Euro.

Dabei hatten ihre Vorgänger im Laufe der Jahre bereits an die 700.000 Euro in Einrichtung und Gerätschaften investiert. Dennoch sprechen manche bei der Neureuth von einer Goldgrube. Als die Nachfolge für die Finks anstand, hatten sich 28 Interessenten bei der Stadt beworben. Darunter waren auch namhafte Wirte aus dem Tegernseer Tal. Das Rennen machten Barbara Nirschl und Thomas Gigl, die einstigen Pächter der Bäckeralm im Suttengebiet.

baustelle neureuth tegernsee-4

Bei der Frage, ob es künftig in der Küche mit mehr Kochgelegenheiten dann auch einen Kaiserschmarrn geben wird, zuckt Gigl zusammen: „Oh, oh, aus der Küche heraus sicher nicht, aber unser Ziel ist, dass wir im Kiosk einen Kaiserschmarrn machen können.“ Der Arbeitstitel: Kaiserschmarrn-Alm. Da, so Gigl, sei dann aber schon ein Aufwand, denn er muss immer frisch gemacht werden. „Das dauert dann eben auch 20 Minuten.“

Bislang reagierten fast 99 Prozent der Gäste äußerst positiv auf die Umbaumaßnahmen, „obwohl wir die Speisekarte etwas verkleinert haben“, sagen Barbara und Thomas, „die Gäste wünschen uns gute Nerven und die brauchen wir natürlich. Aber wir sind sehr gut im Zeitplan, denn wir haben fleißige Handwerker.“ Somit hoffen die Wirtsleute, bereits eine Woche früher fertig zu werden, als erst zum 19. Juli, wie ursprünglich geplant.


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