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Kein neues Wohn- und Geschäftshaus im Rottacher Ortszentrum

Bauherr “vergisst” Abmachungen

Auf dem Areal an der Südlichen- wie Nördlichen Hauptstraße in Rottach-Egern zwischen Rathaus und Noch-Tengelmann ist ein neues Wohn- und Geschäftshaus geplant. Doch die “untypische Bauweise” stieß erneut auf Widerstand.

Dieser Altbestand soll durch das neue Wohn- und Geschäftshaus ersetzt werden.

Noch nicht einmal den Entwurf eines Bebauungsplans gebe es für diesen Bereich, wie Bauamtsleiterin Christine Obermüller im Ratssaal erklärte. Deshalb komme für sie der Antrag „zu früh“. Dieser sieht eine Ausnahme von der Veränderungssperre zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in der Nördlichen Hauptstraße 7 vor.

Das „verschmolzene“ Grundstück, das der Peter Rixner Verwaltungs-GmbH & Co. KG gehört, reicht in L-Form vom Tengelmann in der Südlichen Hauptstraße bis zum Sport Schlichtner in der Nördlichen Hauptstraße. Nicht davon betroffen sind die Ladenreihen bis hin zur Dorfschänke. Der Neubau, mit dem der Ortsplanungsausschuss schon im vergangenen Jahr befasst war, soll dahinter entstehen.

Für Bürgermeister Christian Köck (CSU) sind bei der Planung „mehrere Faktoren“ wichtig. Zum einen sei es die Zufahrt unmittelbar an der Rathausfassade. „Hier sollte weiterhin ein Rettungsweg vorhanden sein“. Zum anderen seien im hinteren Bereich die Parkplätze des künftigen Edeka-Marktes, der nach wie vor von Lkw’s beliefert werden müsse.

Bauwerber hält sich nicht an Abmachungen

An dem Gebäude gebe es auch „Mehrfachversprünge“ in der Baulinie, die nicht gerade verlaufe, sondern zweimal „verspringe“, wie Obermüller erklärte. Dies gefällt auch Jakob Appoltshauser (SPD) „überhaupt nicht“. Er wünscht sich eine einheitliche Linie. Köck:

Das wollen die nicht. Die haben oben mehrere Einheiten geplant, auch mit Dachterrassen und Balkonen.

Dies sei genau der Punkt, dem man dem Bauwerber auch seinerzeit vor Ort schon klargemacht habe. Dennoch habe dieser nochmals seine Pläne unverändert eingereicht. Daher sehe Köck „unsere Absichten nicht gewahrt“. Offenbar habe der Bauwerber innerhalb eines halben Jahres „alles vergessen, was ausgemacht wurde“.

Betroffen sind die Gebäude hinter Tengelmann und links von Sport
Schlichtner. Foto: Google Map

Nicht „relevant“ sei für die Gemeinde „das persönliche Motiv des Bauherrn, die Geldanlage. Wir haben über die Gestaltung zu befinden“, stellte Köck klar. Mit Blick auf den künftigen Bebauungsplan meinte der Bürgermeister: „Wenn wir hier jetzt schon Dinge festzurren, die uns später die Arbeit erschweren, dann sollten wir dringend davon Abstand nehmen.”

Denn die vorgelegten Planungen seien noch nicht so ausgereift, „dass wir jetzt schon Pflöcke einschlagen sollten“. Kritisch sah Obermüller auch die sehr enge Zufahrt zum Supermarkt, auch für die Feuerwehr. Ihr Fazit: „Das ist nicht ausgewogen“ und für den Ort eine „untypische Bauweise“. So sahen es alle Mitglieder des Ortsplanungsausschusses. Sie lehnten den Bauantrag einstimmig ab.


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