Eine Beach-Bar am Lederer

von Nicole Kleim

Im Garten des leerstehenden Wiesseer Hotel Lederer liegen Holzbretter nebeneinander. Das Konstrukt lässt auf den Bau einer Beach-Bar schließen. Kommt etwa Leben in die leerstehenden Räumlichkeiten des einstigen Hotels?

Noch ist sie nicht fertig: die geplante Beach-Bar der drei Freunde am Hotel Lederer
Noch ist sie nicht fertig: die geplante Beach-Bar der drei Freunde am Hotel Lederer

Drei Freunde vom Tegernsee kennen zufällig den Eigentümer eines leerstehenden Hotels. Sie beschließen eine Beach Bar zu errichten und überzeugen den Besitzer. Dass es sich dabei um den Tegernseer Unternehmer Thomas Strüngmann und dessen leerstehendes Wiesseer Hotel Lederer handelt, ist dabei kein Nachteil. Strüngmann hatte im Dezember 2015 das Haus für 6,2 Millionen Euro gekauft und stellt dem Gemeinderat erst Ende Juni seine Pläne für ein neues Hotelkonzept vor. Daher hat er in diesem Sommer noch etwas Platz auf dem 18.000 Quadratmeter großen Areal zur Verfügung.

Nach mehreren Gesprächen zwischen den Beteiligten steht fest: “Da muss man was draus machen!” Die Freunde Katharina Reisberger (25), Dominikus Eham (30) und Max Rampf (28) pachten den vorderen Teil des Grundstücks – zunächst auf ein Jahr befristet. Alles sei ungenutzt und so herrlich unperfekt, wie Max Rampf begeistert schildert. Die ehemalige Wasserorgel im Garten haben sie größtenteils schon mit Holz zugedeckt, das Loch im Boden überbauen die drei in Handarbeit.

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Ein Strandbad mit Terrasse, Kiosk und einer Bar

„Ein entspannter, lässiger Ort soll es werden“, erzählen die drei im Gespräch mit der Tegernseer Stimme. Seit zwei Wochen sei man dabei, aus Restbeständen des Hotels eine Liegefläche zu bauen und alles zu nutzen, was “eben so rumliegt.” Upcyling statt Recycling ist das Stichwort. Mit befreundeten Architekturstudenten aus Innsbruck habe man dieses „Baumkonzept“ für die Terrasse entwickelt. Ziel sei es, vorhandene Materialien für den Bau zu verwenden und alles selbst zu machen. „Ohne unsere Freunde wäre das nicht möglich“, sind sich die drei sicher.

Das ungenutzte Gelände wollen die Freunde mit einem Kiosk und einem einfachen Speisekonzept wieder „bespielen und beleben“, wie sie sagen. Unterstützt werden die drei vom Sternekoch Alois Neuschmid, der durch sein inzwischen geschlossenes Restaurant “Lois” bekannt ist. Bei schönem Wetter immer freitags bis sonntags in der Zeit von 11 Uhr bis 22 Uhr soll der Garten für Jedermann zugänglich sein.

Auf die Idee kamen die drei Event-Experten, die schon mehrere „Projekte auf Zeit“ umgesetzt haben, im Herbst letzten Jahres. Da sie mit den Kindern des Hotel-Eigentümers Thomas Strüngmann befreundet sind, war es für sie nicht allzu schwer, ihre „Projekt-Idee“ an den Mann zu bringen. Zwar hatte vor fünf Jahren Julian Siebach ein ähnliches Vorhaben auf dem ans Lederer angeschlossenen ehemaligen Spielbank-Areal gestartet. Doch der Beach Club Tegernsee floppte.

Eine Sommersaison Spaß

Das jetzige Konzept für das “Leda & Schwan” sei erstmal für eine Saison aufgebaut. Start ist für Ende Juni geplant. Das ganze nur für einen Sommer so umzusetzen, das es Alt und Jung anspricht, und dass aus einem brachliegenden Gelände etwas Schönes entstehen lässt, das sei eben die große Herausforderung, erzählen die drei Freunde sie.

Zudem stünde man im engen Kontakt mit dem früheren Eigentümer, der das Equipment, wie beispielsweise die Küche oder die Stühle, zur Verfügung stelle. Alle Materialien vom Hotel dürfe man verwenden, schildern sie begeistert. Und was passiert danach? Ob Thomas Strüngmann das Hotel wieder aufleben lässt oder eine Kombination aus Läden und Büros integriert, das bleibt noch bis Ende Juni offen. Das Konzept für die Zeit dazwischen jedenfalls begeistert.

Der Umbau zum “Strandbad” hat begonnen:

Von der Seeseite aus soll man auf die Terrasse gehen können.
Von der Seeseite aus soll man auf die Terrasse gehen können.

Die Holzterrasse im Garten vom Hotel Lederer nimmt Form an.
Die Holzterrasse im Garten vom Hotel Lederer nimmt Form an.

Die ehemalige Wasserorgel wurde mit Brettern abgedeckt.
Die ehemalige Wasserorgel wurde mit Brettern abgedeckt.

Nur noch ein Teil der Wasserorgel ist sichtbar.
Nur noch ein Teil der Wasserorgel ist sichtbar.

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