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Rottach will Bauwut besser steuern

Wie berichtet, ist die Wohnlage in Rottach-Egern zwischen Georg-Hirth-Straße, Oberach- und Pflegerweg sehr begehrt. Nun soll mit einem Bebauungsplan die Bautätigkeit besser gesteuert werden.

Mit einem Bebauungsplan soll die Bautätigkeit in dieser Wohnlage in Rottach gesteuert werden.

Vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser in großzügigen Grundstücken prägen das Dreieck zwischen den drei Straßen. Der Charakter dieser „lockeren Bebauung“, so Bauamtsleiterin Christine Obermüller, soll bleiben. Auch wenn es bereits zwei „Ausreißer“ gab, wie Bürgermeister Christian Köck (CSU) dem Gemeinderat vergangene Woche eingestehen musste: Die beiden geplanten Häuser statt des abgerissenen Einfamilienhauses im Oberachweg und das Gästehaus „Bergspatz“.

Zwar wolle man den Beherbergungsbetrieb dort erhalten, doch dem Eigentümer sei bei Aufgabe des Hotels in Aussicht gestellt worden, dass er das Grundstück parzellieren und mit vier Einfamilienhäusern bebauen könne. Um zu verhindern, dass weitere Präzedenzfälle folgen, so Köck, „wollen wir auch künftig kleine Einheiten ermöglichen aber möglichst keine großen Häuser“.

Mehrfamilien- statt Einfamilienhäuser

Denn Vorbescheids-Anträge für Bauprojekte gebe es schon. Damit würden weitere Einfamilienhäuser verschwinden und große gewinnbringende Mehrfamilienhäuser mit Tiefgaragen entstehen. Mit einem Bebauungsplan hat die Gemeinde die Möglichkeit, die Größe der Häuser festzulegen und auch deren Gestaltung zu steuern.

Da dieser Bebauungsplan möglicherweise auch vor Gericht standhalten muss, beauftragte die Gemeinde das Fach- und Ingenieurbüro Wagenpfeil in Hausham mit einem Entwurf des „Bebauungsplans Nr. 23“. Die Vorgaben waren, so Obermüller, in diesem Gebiet eine „lockere Bebauung beizubehalten, um Mehrfamilienhäuser mit Tiefgaragen zu vermeiden“.

Tendenz zur Verdichtung

Ein weiteres Ziel sei die Durchgrünung entlang der Straßenzüge. So will man den Grünzug entlang dem Oberachweg von sechs auf neun Meter verbreitern. Da es sich dort meist um Bestandsgebäude handeln würde, lasse sich die Begrünung gut durchführen. „In Richtung Karl-Theodor-Straße verbreitert sich die Grünfläche auf elf Meter. Hier ist vorgesehen, die schmäler werdende Straße um zwei Meter zu verbreitern“, erklärte Obermüller und gab an den beauftragten Planer Oliver Kiermeier ab.

Mit seinem Bebauungsplan habe er versucht, „den Bestand zu sichern und eine eventuelle Erweiterung innerhalb des Baufensters zu ermöglichen“, so der Architekt. Der auch die „Tendenz“ zur Verdichtung sieht. Da die Bestandsgebäude rundherum größere freie Flächen aufweisen, bestehe die Gefahr, die Grundstücke nochmals aufzuteilen, „zu parzellieren und mit zwei Häusern zu bebauen“.

“Drohende Fehlentwicklung soll vermieden werden”

Damit hier nicht sämtliche Dämme brechen, hat die Gemeinde bereits die Wandhöhe der Häuser mit maximal sechs Metern vorgegeben. Außerdem darf die Gebäudelänge 19 Meter nicht überschreiten. Hier musste sich die Gemeinde an bestehenden Häusern als Bezugsfälle orientieren.

„Daher macht die Aufstellung eines Bebauungsplanes Sinn“, meinte Köck und verwies als Beispiel auf das Gebiet um den ehemaligen Gasthof Glasl. Dort gebe es bereits einen Bebauungsplan. Die „logische Konsequenz“ sei nun, dass man dies auch „im unteren Bereich fortführe, um eine drohende Fehlentwicklung zu vermeiden“. Einstimmig folgte der Gemeinderat seinem Bürgermeister und genehmigte den Bebauungsplan.

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