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CSU-Vorsitzender widerspricht Wiessees Bürgermeister

Lindenplatz-Zufahrt ein Erfolg?

Von Maxi Hartberger

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Gleich zu Beginn der gestrigen Gemeinderatssitzung, kam es zwischen den Wiesseern zur Diskussion. Erneut ging es um die Probleme an der zu engen Einfahrt der Freihausstraße am Lindenplatz: „Wollt ihr das einfach untern Tisch kehren?“

Wie in jeder öffentlichen Gemeinderatssitzung sollte gleich zu Beginn das Protokoll der vergangenen Sitzung genehmigt werden. Eigentlich kein spektakulärer Punkt auf der Tagesordnung – doch nicht so in Bad Wiessee. Florian Sareiter (CSU) hatte daran etwas auszusetzen.

Thema war die zu enge Einfahrt von der Freihausstraße auf die B318 am Lindenplatz: „Laut Protokoll wurden Fahrproben erfolgreich durchgeführt. Ich war sehr überrascht, da es gegenteilig zu dem ist, was ich weiß“, erklärt Sareiter.

Misslungene Fahrproben auf Video

Bürgermeister Peter Höß war jedoch der Überzeugung, dass zu diesem Zeitpunkt die Fahrproben durchaus erfolgreich waren. Auch Geschäftsleiter Michael Herrmann rechtfertigte das Protokoll: „Es wurden vier Fahrversuche durchgeführt. Lediglich einer ist nicht durchgekommen und über die Insel gefahren, das war aber nachweislich ein Fahrfehler.“ Sareiter wollte das nicht auf sich beruhen lassen:

Es gibt noch immer erhebliche Probleme. Wollt ihr das einfach untern Tisch kehren?

„Die von der Verwaltung beschriebenen erfolgreichen Fahrversuche wurden lediglich mit Lastwagen mit Anhängergabeln durchgeführt“, erklärt Sareiter weiter. Bei Fahrversuchen mit Sattelzügen von der Freihausstraße auf die B318 habe es immer noch erhebliche verkehrstechnischen Probleme gegeben.

Um diese zu visualisieren, habe er mehrere Videos (siehe Video oben) verschickt. Die Gemeinderäte hatten die jedoch nicht erhalten. „Ich schicke doch nicht zig Videos von mehreren Fahrversuchen rum“, rechtfertigte sich Herrmann. Um die Situation zu entschärfen las der Geschäftsleiter eine Stellungnahme des Lindenplatz-Architekten Lorenz Strohschneider vor.

Die besagt, dass die Einmündung nordseitig befahrbar sei. Außerdem „bestehe immer noch eine Baustelle, sodass die Situation nicht den endgültigen Verhältnissen entspricht.“ Der Grundgedanke bei der Umgestaltung des Lindenplatzes sei in erster Linie außerdem die Optik und die Sicherheit der Fußgänger gewesen.

Schau ma moi, dann seng ma’s scho

Höß räumte zwar ein, dass die Einmündung derzeit zu schmal ist. Jedoch wolle man das an einer anderen Stelle lösen: „Die Insel an der Koglkopfstraße soll abgesenkt und die Pflanzen beseitigt werden.“ Damit könne das Problem gelöst werden, indem die LKW in die Freihausstraße einfahren und im Uhrzeigersinn bei der Koglkopfstraße wieder rausfahren.

Die Verkehrsinsel an der Einmündung Koglkopfstraße soll geebnet werden und die Blumen verschwinden.
Die Verkehrsinsel an der Einmündung Koglkopfstraße soll geebnet werden
und die Blumen verschwinden.

Kurt Sareiter (CSU) drängte auf baldiges Handeln: „Noch ist es warm, also wenn, dann müssen wir jetzt was tun.“ Bürgermeister Höß will sich jedoch weiter in Geduld üben: „Ja, die Einfahrt ist zu eng. Es war damals eine Abwägungssache zugunsten der Fußgänger. Aber jetzt warten wir doch einfach ab, bis die Baustelle abgeschlossen ist.“ Bernd Kuntzefechner (SPD) war der selben Meinung und will bis zum Ende der Bauarbeiten warten:

Ich versteh nicht, warum wir immer wieder Öl ins Feuer gießen müssen. Überall im Tal wird gebaut, nur bei uns wird wieder über sowas diskutiert. Das ist Fasching!

Florian Sareiter widersprach: „Wir können nicht warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist.“ Es sei durchaus ein sinnvoller Ansatz, die Koglkopfstraße als Ausfahrt zu nutzen. Ihm gehe es in erster Linie um den Sicherheitsaspekt. „Wir sollten diesen Punkt einfach nicht aus den Augen verlieren“, machte er sein Anliegen nochmal deutlich.

Markus Trinkl (Wiesseer Block) versuchte, seine Kollegen wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen: „Letztendlich hat das Straßenbauamt die Entscheidungshoheit. Sie haben es schließlich so wie es jetzt ist, genehmigt.“ Man müsse sich wenn an sie wenden, „mehr können wir nicht tun.“ Nach der hitzigen Diskussion einigte man sich darauf, das Thema Freihausstraße weiter im Blick zu haben.


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