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Bogner: Entsetzen über Ausmaß der Feindlichkeit

“Begrüßungsschild” am Ortseingang Miesbach

Von Filiz Eskiler

Der Landkreis Miesbach kommt durch den Tagestourismus während der Corona-Pandemie an seine Grenzen. Zwischen Einheimischen und Tagestouristen ist die Diskussion besonders auf sozialen Netzwerken enorm. Nun hat die angespannte Situation einen neuen Höhepunkt erreicht.

Am Spitzing und in Rottach am Rodelhang, Ende Dezember 2020.

Die letzten Tage drehten sich im Landkreis Miesbach besonders um ein Thema: Tagestourismus. Parkplätze und Ausflugsorte sind überfüllt, auf den Straßen herrscht kilometerlanger Stau – der Landkreis kommt an sein Limit. Von Seiten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurden bereits vergangene Woche verstärkte Kontrollen des Ausflugsverkehrs angekündigt.

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Bei manchen Landkreis-Bürgern hat das Problem eine negative Einstellung ausgelöst: Über Autofahrer mit fremden Kennzeichen wird sich beschwert, auf sozialen Netzwerken wird sich lautstark gegen Tagestouristen während der Corona-Pandemie ausgesprochen. Nun hat die angespannte Situation einen neuen Höhepunkt erreicht.

“Begrüßungsschild” am Ortseingang

Am Ortseingang in Miesbach, wo sich an schönen Tagen der Ausflugsverkehr besonders staut, ist eine Art “Begrüßungsschild” aufgetaucht. Unbekannte platzierten bei dem Kreisel ein selbstgebasteltes Schild. Darauf zu erkennen ist das Münchner Autokennzeichen und eine eindeutige Botschaft: “Wir wollen euch nicht”. Die Polizeiinspektion Miesbach hat das Schild bereits entfernt und eine Anzeige gegen Unbekannt eingeleitet. Mittlerweile kursieren allerdings bereits zahlreiche Fotografien von dem “Begrüßungsschild” auf sozialen Netzwerken.

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Josef Bogner,1. Vorsitzender des Verkehrsvereins Rottach-Egern e.V. und Kreisrat im Tourismusausschuss, hat eine klare Meinung zu dem Vorfall: “Wegen ein paar einzelner Deppen muss man nicht gleich die ganze Region ‘M’ unter ‘Stinkefinger’ stellen”. Er zeigte sich entsetzt über das “nun erreichte Ausmaß der Feindlichkeiten in unserem Landkreis gegenüber Tagesgästen und deren Familien in Coronazeiten”, wie Bogner selbst sagt.

Für Bogner ist ein derartiges Schild nicht nur eine Beleidigung für die Tagesgäste, sondern auch für all jene, die versuchen ein Miteinander im Tourismusgeschäft aufzubauen. “Schließlich leben wir hier im Landkreis seit Jahrzehnten ganz gut von ‘denen'”.

Auch Landrat Olaf von Löwis hält derartige Schilder für “absolut inakzeptabel”. Dennoch betont er:

Wir pflegen im Landkreis Miesbach eine Willkommenskultur! Jeder ist willkommen, nur eben nicht, wenn wir uns mitten in einer weltweiten Pandemie befinden, jeder seine Kontakte reduzieren soll und dann Tausende die Berge stürmen.

Das passe nicht zusammen, meint der Landrat. Sein Appell: “Bitte bleiben Sie alle zu Hause, ganz egal wo Sie wohnen, und lassen Sie uns gemeinsam gesund durch diese Pandemie kommen!“

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