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Krankenhaus musste Notfallplan für Unfallopfer aktivieren

Bei Alarmierung: Agatharied voll belegt

Von Robin Schenkewitz

Nach dem gestrigen Zugunglück in Bad Aibling wurde schon früh auch im Krankenhaus Agatharied ein Notfallplan eingerichtet um die Verletzten zu versorgen. Wie die Verantwortlichen heute berichten, wurde der reguläre Betrieb dafür de facto lahmgelegt. Das Problem: Schon zum Zeitpunkt der Alarmierung lag die Belegung des Krankenhauses bei über 100 Prozent.

Wegen Zugopfern: Krankenhaus Agatharied muss Notfallplan aktivieren. / Archivbild
Wegen Zugopfern: Krankenhaus Agatharied muss Notfallplan aktivieren. / Archivbild

Das gestrige Zugunglück in Bad Aibling bedeutete auch für das Kreiskrankenhaus Agatharied einen immensen Organisationsaufwand. Denn als gegen 07:30 Uhr die Alarmierung einging, war das Krankenhaus bereits voll belegt.

Über Nacht waren mit rund 334 Patienten rund 95 Prozent der Betten belegt. Mit der beginnenden Sprechstunde und anstehenden Operationen betrug die Belegung zum Zeitpunkt der Alarmierung schon deutlich über 100 Prozent, berichtet der Geschäftsführer Michael Kelbel: „Wenn uns dann so ein Anruf erreicht, ist das natürlich besorgniserregend.“

Notfallplan in Gang gesetzt

Sofort wurde daraufhin ein vorbereiteter Notfallplan in Gang gesetzt. „Das heißt erste einmal Platz schaffen.“ Die Sprechstunden wurden ausgesetzt, die nicht unmittelbar dringlichen Operationen wurden verschoben, solange es medizinisch vertretbar war. Zudem wurden alle Entlassungen, die für diesen Tag geplant waren, vorgezogen.

„Ein immenser organisatorischer Aufwand“, meint Kelbel. De facto wurde der reguläre Klinikbetrieb komplett lahmgelegt. Da am Anfang die Nachrichtenlage noch sehr diffus war, richtete sich das Krankenhaus auf das Schlimmste ein. „Wir wussten ja nicht, was auf uns zukommt.“ So war zu Beginn von mindestens 30 Verletzten die Rede.

Während die Küche bereits Tee für Unterkühlungen aufbrühte, standen 35 Ärzte sowie 60 bis 70 Pflegekräfte für die Ankunft der Verwundeten bereit. „Insgesamt waren 150 Mitarbeiter im Einsatz“, berichtet Kelbel. Am Ende hätte das Krankenhaus etwa 40 Patienten stationär aufnehmen können, vier schwer oder lebensbedrohlich Verletzte hätten gleichzeitig versorgt werden können.

Acht Opfer kamen nach Agatharied

Zum Glück mussten diese Kapazitäten allerdings nicht voll ausgeschöpft werden. Gegen 09:36 Uhr wurde der erste schwerverletzte Patient eingeliefert und versorgt. Gegen 11 Uhr kamen dann weitere mittel und leicht verletzte Personen mit den Rettungswagen in Agatharied an. Insgesamt wurden an diesem Tag in Agatharied acht Opfer des Zugunglücks behandelt, drei mussten im Krankenhaus verbleiben.

Gegen Mittag wurde die Alarmbereitschaft des Krankenhauses langsam wieder zurückgefahren, als von der Unfallstelle Entwarnung gegeben werden konnte. Zu den genauen Verletzungen der Patienten will sich das Krankenhaus aus Datenschutzgründen nicht äußern. Wie der behandelnde Arzt erklärt, sei bei solchen Unfällen aber generell mit inneren Blutungen, Schädelhirntraumata und Knochenbrüche zu rechnen.

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