Noch kein Partnerbetrieb gefunden
Bekommt Tegernsee wieder eine Post-Filiale?

von Klaus Wiendl

Seit Ende Oktober ist die Stadt ohne Postagentur und Postbank-Filiale. Bis dahin waren sie im Schreibwarengeschäft von Andrea Köstler untergebracht, die ihren Laden aufgab. Der Bürgermeister verhandelt weiterhin mit der Post.

Aktuell müssen die Tegernseer wohl nach Gmund fahren – dort kann man die Post im Rewe abgeben

Doch so erfreulich war die Nachricht von Bürgermeister Johannes Hagn gegenüber seinem Stadtrat nicht. Seine Gespräche mit der Post würden zwar laufen. Man versuche auch, wieder eine Filiale in Tegernsee zu bekommen. „Aber so lange keine Verträge unterschrieben sind“, wolle er sich dazu nicht öffentlich äußern, so Hagn.

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Von der Ankündigung der Post nach der Schließung, man wolle übergangslos eine Lösung finden, ist man offenbar noch meilenweit entfernt. Denn mit einem „potenziellen Partner“, der es laut Post machen würde, „müssten noch ein paar Dinge besprochen werden“. Bestätigt wurde dagegen ein bevorstehendes Gespräch mit der Stadt.

Doch Postsprecher Erwin Nier rechnet mit einer Eröffnung erst im nächsten Jahr. Denn der Betrieb eines Postschalters stand bislang oftmals im Konflikt mit dem laufenden Weihnachtsgeschäft. Deshalb habe so mancher Ladenbesitzer in Tegernsee abgewunken. Dann auch noch den Schalter zu bedienen, sei vielfach aus betrieblichen Gründen nicht möglich. Ein Partnerbetrieb erhalte eine Pauschal-Vergütung und für Arbeiten des Vertriebs einen Extra-Betrag.

Rottach-Egern hat es besser

Doch im Gegensatz zu den Tegernseern haben Rottacher Bürger bereits einen Ersatz für die Postbank-Filiale in der Nördlichen Hauptstraße, die ihre Schotten am 12. Dezember dicht macht. Bereits seit 29. November gibt es eine Alternative der Post. Im Edeka-Markt an der Südlichen Hauptstraße werden zumindest Post- und Paketleistungen angeboten.

Ein für Postbankkunden kostenloser Geldautomat steht in der Deutschen Bank in der Schwaighofstraße. Im Frühjahr wurde die Postbank von der Deutschen Bank geschluckt. Damit kann sie auch die Kundeneinlagen der Postbank für ihre Geschäfte nutzen.

An dieser Konstellation scheiterte auch die Überlegung von Friedrich Peter Sieben, Stadtrat und Pressesprecher der Kreissparkasse Miesbach (KSK). Er hatte in einer Stadtratssitzung offiziell  Postdienstleistungen und einen Post-Shop in der Tegernseer Filiale seiner KSK angeboten. Doch aus Wettbewerbsgründen sei dieser Service nicht möglich. So wird Tegernsee wohl noch länger darauf warten müssen, dass „die Post abgeht“.

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