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Dimension der Wohnanlage von Marianowicz stößt auf Bedenken

Betreutes Wohnen in Bad Wiessee

Von Klaus Wiendl

Martin Marianowicz will nicht nur seine Klinik im Jägerwinkel erweitern, er plant gegenüber im Schmerbachgrund auch noch eine Wohnanlage für Betreutes Wohnen. Doch dem Bauausschuss von Bad Wiessee missfiel, dass die Abstandsflächen nicht stimmen, weil das Projekt zu sehr „auf Kante genäht“ sei.

Das Grundstück im Schmerbachgrund, auf dem eine Wohnanlage entstehen soll / Foto: Klaus Wiendl

Schon seit November ist bekannt, dass Marianovicz auf dem unbebauten Eckgrundstück Jägerstraße/Schmerbachgrund ein Gebäude mit zwölf Wohneinheiten für Betreutes Wohnen, eine kleine Pflegestation und eine Tiefgarage mit nun 12 Stellplätzen errichten will. Ausgeschlossen werde Wohnungseigentum. Die Mieter, mit Erstwohnsitz in der Gemeinde, könnten sämtliche Einrichtungen der Klinik nutzen.

Für das Grundstück Ecke Jägerstraße und Schmerbachgrund besteht bereits seit zwei Jahren ein Baurecht. Die vormalige Besitzerin wollte darauf ein Mehrfamilienhaus samt Tiefgarage errichten, das sich laut Bauamt in die nähere Umgebung eingefügt hätte. Erlaubt ist ein 20 auf 10 Meter großes Gebäude mit einer Wandhöhe von sieben Metern. Diese Größe macht sich nun Marianowicz zu eigen.

Geplant hat der 63-Jährige im Obergeschoß auch einen Quergiebel. Dieser aber entspreche der Ortsplanungssatzung, sagte Bauamtsleiter Helmut Köckeis bei der Vorlage des Bauantrags. Die Einfahrt in die Tiefgarage soll nun abweichend der einstigen Planung über die Jägerstraße und einer Rampe erfolgen. Mit der Größe der Tiefgarage sieht Köckeis im Untergrund keine Probleme. Oberirdisch sind für Besucher weitere drei Stellplätze vorgesehen. Außerdem gelte für Betreutes Wohnen keine Stellplatz-Verordnung der Gemeinde, sondern die des Bayerischen Innenministeriums. Insgesamt seien die ausgewiesenen Stellplätze „wirklich sehr ausreichend“, so die Berechnung von Köckeis.

Schönheitsfehler: die Abstandsfläche

Um den Mindestabstand von acht Metern zu den Nachbarn einhalten zu können, sei der Entwurf etwas südlicher verschoben worden, was aber zu einem Nachbarn nicht ganz gelang. Für diese Unterschreitung der Abstandsfläche gebe es in der näheren Umgebung aber laut Köckeis genügend Beispiele aus vergangenen Jahren. „Nirgends passt‘s“. Falls Spundungen notwendig würden, könnten diese ohne Beeinträchtigung für die Nachbarn geschehen, meinte der Bauamtschef.

Obwohl er das Projekt Betreutes Wohnen positiv sehe, habe er ein Problem mit den Abstandsflächen, kritisierte Georg Erlacher (CSU). „Wenn man diese nicht einhalten kann, muss man eben anders planen“. Er müsse sich heute entscheiden und könne nichts dafür, was früher einmal war, so Erlacher. Dann müsse eben kleiner geplant werden. Ähnlich sah es auch Klaudia Martini (SPD), sie teilte “die Meinung von Schorsch“. Was früher falsch gemacht wurde, könne nicht weiterhin geschehen. Immer wieder werde der letzte Quadratmeter aus den Grundstücken herausgeholt. Die Wirtschaftlichkeit werde wohl nicht in Frage gestellt, wenn man hier nicht „auf Kante nähen“ würde. „So kommen wir von einer Ausnahmeregelung zur anderen“. Außerdem müsse man noch die Baustelleneinrichten berücksichtigen. „Die ganze Ecke ist ziemlich voll“.

Grundsätzlich stimmte der Bauausschuss dem Neubau der Wohnanlage zu. Jedoch „tolerierte“ er nicht den zu geringen Abstand an der nordöstlichen Grundstücksgrenze. Da die Architekten nun die Vorgabe umsetzen müssen, dürfte das Vorhaben erneut auf dem Ratstisch landen.

 


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