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Betriebsbedingte Kündigungen bei Wiesseer Spielbank immer wahrscheinlicher

Von Steffen Greschner

145 Mitarbeiter waren vor Beginn der Bemühungen zum kontrollierten Personalabbau Ende April in der Spielbank Bad Wiessee beschäftigt. Wieviele von denen bis Ende des Sommers noch da sein werden, ist derzeit jedoch völlig unklar. Sicher sind nur drei Dinge:

1. Den Bayrischen Spielbanken geht es schlecht. Der Bruttospielertrag sinkt seit Jahren. Die Casinos in Bad Wiessee und Feuchtwangen sind die einzigen, die noch Gewinne einfahren.
2. Von den knapp 730 Mitarbeitern müssen bayernweit 140 gehen.
3. Aufgrund der jungen Mitarbeiterstruktur wäre Wiessee von immer wahrscheinlicher werdenden betriebsbedingten Kündigungen besonders stark betroffen.

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Damit es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen muss, haben die Spielbanken in den vergangenen zwei Monaten versucht über Abfindungen und Aufhebungsverträge soviele Mitarbeiter wie möglich “loszuwerden”.

Gestern Abend lief diese Frist nun aus. Und so wie es derzeit aussieht haben alle Versuche der lokalen Spitzenpolitiker, positiven Einfluß auf den drohenden Stellenabbau zu nehmen, wenig gebracht.

Das Damoklesschwert der betriebsbedingten Kündigungen

Wie uns Thomas Mandl von der Tegernseer SPD heute morgen telefonisch mitgeteilt hat, haben er und einige seiner Parteikollegen sich gestern Abend unter anderem mit der Spielbank-Direktorin Antje Schura getroffen, um mehr über den aktuellen Stand des geplanten Personalabbaus zu erfahren.

In einem laut Mandl “harmonisch und offenen Gespräch” hat die Führungsmannschaft der Wiesseer Spielbank dabei unter anderem den aktuellen Stand des “Freiwilligenprogramms” dargelegt. Insgesamt 20 Mitarbeiter haben sich in Bad Wiessee gemeldet und in den letzten zwei Monaten das Abfindungsagebot angenommen. Bayernweit jedoch waren es zu wenige. Damit kommt nun aller Voraussicht nach der gefürchtete Sozialplan zum Tragen, nach dem Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt werden kann.

Die Kriterien sind: Betriebszugehörigkeit, Alter oder auch Familienstand. Kurz gesagt ist das Risiko für eine Kündigung am höchsten wer jung, damit auch weniger lang dabei und Single ohne Kind ist.

Die Gefahr einer Abwärtsspirale, an deren Ende reale Verluste in Wiessee stehen

Dabei ist das dramatische der eigentlich positive Umstand, dass das Wiesseer Casino selber – zumindest im großen Spiel – schwarze Zahlen schreibt. Die Verlustbringer bei den Bayrischen Spielbanken sind andere. Da die Staatsregierung jedoch alle in einen Topf wirft, wird es nun auch Bad Wiessee treffen.

Bereits jetzt klagt man in der Geschäftsleitung über Personalmangel aufgrund der freiwilligen Abgänge. Das sehr personalintensive Große Spiel leidet zunehmend darunter. Die Spielzeiten müssen verkürzt werden. Damit verzichtet die Spielbank auf wichtige Einnahmen. Laut Schura könne damit sogar eine negative Abwärtsspirale in Gang gesetzt werden, an deren Ende sogar die Spielbank in Bad Wiessee rote Zahlen schreiben würde.

Ein Szenario, dass in dem Fall nicht nur dem Wiesseer Bürgermeister mit seinem noch offenen 17-Millionen-Euro Kredit für den Spielbank-Neubau schlaflose Nächte bescheren dürfte.

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