Gmunder Projekt nun doch nicht in Finsterwald

Biker-Kids sollen an die Kreuzstraße

Von Sabiene Hemkes

Großes Thema war am Dienstag in Gmund erneut der geplante Bike-Spielplatz für die Gmunder Kids. Doch nun ändert sich einiges an den Plänen. Ein neuer Standort wurde gefunden.

Die neue Heimat der Bike Kids an der Kreuzstraße neben dem Blumenfeld

Ja – richtig gelesen. Denn entgegen dem noch im Februar diskutierten Standort in Finsterwald hinter dem Tegernseer Hof wird der Bike Spielplatz weiter außerhalb an der Kreuzstraße (Flur Nummer 555, Gemarkung Dürnbach – Anmerkung der Redaktion) gebaut. Dort liegt ein sogenannter “Ausweich-Fußballplatz“ – die Wenigsten kennen ihn. Und auf dieser Fläche sollen jetzt die neuen Pumptracks gebaut werden.

Durchbruch oder nur Notlösung?

Zur besseren Einschätzung des neuen Standortes haben wir mit einem Mitglied der Bike Crew, der neu gegründeten Sparte der Sportfreunde Gmund gesprochen. Simon Engelhardt, der zusammen mit seinem Kollegen Ralf Jirgens stellvertretend für die Bike-begeisterten Kids aus Gmund, den beschwerlichen Gang durch die Gemeindeinstanzen angetreten ist, reagierte verhalten, aber doch sehr positiv auf die gestrige Entscheidung.

Sagen wir mal so – das eine Auge weint aber das andere lacht schon laut vor Freude. Wir haben ja selbst die Kreuzstraße als neuen Standort ins Spiel gebracht. Bei dem Abstimmungsergebnis war nicht mit einer ruhigen Umsetzung für das Projekt zu rechnen. Der Widerstand war schon eindeutig.

Die Bike Crew kann sich gut vorstellen, dass der neue Standort den Kids gefallen wird. Auch, wenn er etwas weiter außerhalb liegt als geplant, ist er mit dem Rad gut erreichbar. „Wir hatten echt Bedenken nach der Abstimmung im März. Der Stress schien vorprogrammiert. Da kann man Regeln aufstellen, wie man will – wenn Kinder Spaß haben, wird es einfach mal lauter“, begründet Engelhardt das Umdenken, „und das soll auch so sein!“ Die Aussicht, dass immer wieder die Polizei anrücken würde bei bestimmt auch teilweise berechtigter Anrufe wegen Ruhestörung, erschien den Machern zu problematisch.

Mit der nötigen Infrastruktur absolut machbar

Erstmals auf der Gemeinderatssitzung im März wären sie auf das Areal an der Kreuzstraße aufmerksam geworden, berichtet Engelhardt weiter. Gespräche mit dem Eigentümer wurden geführt und das Gelände des Fußballplatzes in Augenschein genommen. Beides mit Erfolg, bestätigt der tatkräftige Initiator: „Vom Besitzer bekamen wir das grundsätzliche OK und die Möglichkeit der Verlängerung des laufenden Pachtvertrages. Und das Gelände bietet sich absolut an, um tolle Pumptracks zu bauen.

Das sind die logistischen an dem neuen Standort/ Quelle Planungskonzept (rough) Bike Crew

Was noch fehle sei die nötige Infrastruktur. Seien es Toiletten, Unterstände für Schlechtwetter sowie Radwege und eine Fußgängerampel, um die gefahrlose Anfahrt der Kids mit dem Radl zu ermöglichen. „Aber das sollte ja machbar sein“, so Engelhardt schmunzelnd.

Wie geht es jetzt weiter

Nach der Sitzung am Dienstag wurden die Aufgaben neu verteilt. Die Gemeinde muss sich nun Gedanken machen, wie sie die sichere Anfahrt für die Kids gewährleisten kann. Und die Bike Crew muss das für die Sitzung erstellte Schnellkonzept für den neuen Standort überarbeiten. Das sieht auch Engelhardt so:

Uns blieb nur knapp eine Woche Zeit als alle Fragen geklärt waren, das alte Konzept anzupassen. Da ist noch einiges ungeklärt, was auch zu der Kritik im Rat führte.

Damit spricht er besonders die Kostenfrage an. Einige Räte hätten Bedenken bei der Finanzierung des Konzeptes gehabt. Denn es besteht die Möglichkeit, dass durch den neuen Standort auch die Kosten steigen könnten. Genau beziffern wollte Engelhardt das aber im Moment noch nicht.

Bauantrag und Gespräche mit Nachbargemeinde

Spätestens im Zuge der Abgabe des Bauantrags, der mit Unterstützung der Landschaftsarchitektin Maria Hasslauer in den nächsten Wochen erstellt wird, muss auch feststehen wie hoch die Kosten sein werden. „Erstmal planen wir mit den bereits veranschlagten 70.000 Euro. Aber der Aufwand an der Kreuzstraße kann schon höher sein“, drückt Engelhardt seine Befürchtungen aus. Aber sie wären nicht die Bike Crew, wenn sie nicht schon an Lösungen arbeiten würden.

Wir haben der Gemeinde vorgeschlagen, doch mal die Nachbargemeinde Waakirchen zu kontaktieren.

Da der Weg für Nutzer der Pumptracks aus beiden Orten gleich weit sei, bestehe vielleicht das Interesse sich aktiv am Bike Projekt zu beteiligen. Die Bike Crew träumt vom Baubeginn und gar der Fertigstellung noch in diesem Jahr.

So soll der Pumptrack auf dem ehemaligen Fußballplatz dann optimaler Weise im Herbst aussehen/ Quelle Planungskonzept (rough) Bike Crew

Eine letzte Frage an den Fachmann bleibt es noch zu stellen: Bike Spielplatz hört sich wirklich nicht cool an, aber die Rede ist jetzt immer von „Pumptracks“. Was um Himmelswillen sind Pumptracks? Auch darauf hat Engelhardt natürlich eine Antwort:

Pumptracks sind kompakte, geschlossene Rundkurse mit kleinen Wellen und Steilwandkurven. Sie werden auf flachem Gelände mit dem vorhandenen oder mit zugeführten Erdmaterial gebaut. Für das Anlegen der Pumptracks am Kreuzweg wird als erste Deckschicht Mineralbeton (0/16) verwendet. Der finale Belag besteht aus Brechsand. Die Strecken werden abschließend mit einer Rüttelmaschine verdichtet. Fertig sind die Pumptracks!


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