Abriss Wiesseer Spielarena: Bürger und Betreiber reagieren empört
“Bin in keinster Weise einverstanden”

von Nadja Weber

Die Unstimmigkeiten zwischen der Gemeinde Bad Wiessee und dem Betreiber der Spielarena Sepp Niedermayer dauern an. Vergangene Woche beschloss der Gemeinderat den Abriss der Arena. Doch Niedermayer weiß viele Unterstützer hinter sich. Er will um den Erhalt seiner Arena kämpfen.

Sepp Niedermayer ist über den geplanten Abriss seiner Spielarena empört. Er will kämpfen.
Sepp Niedermayer ist über den geplanten Abriss seiner Spielarena empört. Er will kämpfen.

Nun herrscht Gewissheit: Die Bad Wiesseer Spielarena soll abgerissen werden. 2021, wenn der Vertrag zwischen Gemeinde und Betreiber Sepp Niedermayer ausläuft, soll es soweit sein. Das beschloss die Gemeinde am vergangenen Donnerstag.

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Mit neun zu sieben Stimmen entschieden sich die Räte für einen Abriss. Anstoß zu diesem Beschluss gab der Investor für das neue Gesundheitshotel im Kurpark. Weil dort ein Parkhaus entstehen könnte, besteht dieser auf einen Abriss der Spielarena. Bürgermeister Peter Höß äußerst sich über den Zukunftsplan gegenüber dem Merkur: “Vielleicht wird aus der Spielarena ein Parkdeck.”

Betreiber Sepp Niedermayer kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Er erklärt aufgebracht: „Ich bin mit einem Abriss in keinster Weise einverstanden.“ Außerdem habe er nichts von dem Beschluss des Gemeinderates mitbekommen. „Keiner hat mich informiert oder mit mir gesprochen“, so Niedermayer weiter. Er sehe zwar ein, dass sein Vertrag 2021 ausläuft, doch an einen Abriss seiner Arena will er nicht glauben.

Solidarität aus dem Tal

Nicht nur beim Betreiber selbst, sondern auch bei den Bürgern stößt die Nachricht aus dem Gemeinderat auf Empörung. Die Kommentare auf den sozialen Netzwerken sind meist mit traurigen Smilies und vielen Ausrufezeichen untermalt.

Kerstin Gierschner kommentiert auf Facebook: „Da hat sich endlich einer unserer Zukunft, unseren Kindern, angenommen und ihnen für diverse Altersgruppen etwas angeboten. Wie dankbar waren wir nicht alle. Ich wünsche mir eine alternative Fläche, wo eben diese spitzen Spielarena wieder aufleben darf und unsere Kinder spielen dürfen.“

Auch Thomas Schaller äußert über Facebook seine Empörung: „Sofern kein Ersatz geboten wird, kein Interesse mehr an diesem Ort!“ Niedermayer gibt sich derweil kämpferisch. Er stellt klar: “Für mich gibt es nur zwei Optionen – Der Umzug nach Gmund oder eine Vertragsverlängerung.”

Bei der Alternative hakt es

Denn Gedanken über einen alternativen Standort für sein Spielparadies hat sich Niedermayer schon im Februar 2015 gemacht. Man war bereits mit der Gemeinde Gmund über einen potenziellen Standort im Gespräch, hieß es damals. Doch der Betreiber erklärt, warum der Umzug bisher scheiterte:

Ich werde von der Gemeinde Bad Wiessee bei einem möglichen Umzug in keinster Weise unterstützt. Sie wollen mich zwar loswerden, aber sind nicht bereit Subventionen zu leisten.

Bürgermeister Höß erklärte in der Gemeinderatssitzung, dass er den Wegfall der Spielarena bedauert. Er werde den Betreiber aber freilich auch bei der Suche nach einem neuen Standort unterstützen. “In Bad Wiessee habe ich aber spontan keinen auf dem Schirm”, äußert er gegenüber dem Merkur. Ohnehin sehe er eine neue Spielarena eher “am Rande des Tals”.

Über die Solidarität seiner Mitbürger ist Niedermayer begeistert: „Ich erhalte täglich Anrufe von Mitbürgern, die gerne in meine Spielarena kommen. Ich soll nicht aufgeben, sagen sie mir immer wieder.“ Niedermayer glaubt einen großen Unterstüzerkreis um sich zu haben. Wie seine nächsten Schritte aussehen werden, weiß er noch nicht sicher. „Aber ich werde mir eine Strategie überlegen“. Auch ein Bürgerbegehren schließt er dabei nicht aus.

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