Seestraße in Rottach-Egern: Polizei korrigiert Schadenssumme auf 150.000 Euro
Täter erbeuten mehr als 1.000 Brillen

von Christopher Horn

Aktualisierung vom 24. Mai / 13:39 Uhr
Wie unsere Recherchen bezüglich des Einbruchs in der Rottacher Seestraße bereits gestern ergeben hatten, bewegt sich der Schaden für den Optiker Emberger im sechsstelligen Bereich. Dies bestätigte die Polizei heute auch in einer offiziellen Pressemitteilung.

Mittlerweile gehen die Ermittler jedoch nicht mehr nur von 100.000, sondern von mehr als 150.000 Euro Beuteschaden aus. Die Kripo fahndet nun nach mehreren Tätern.

In dieses Optikgeschäft in der Rottacher Seestraße wurde in der Nacht eingebrochen
Optik Emberger in der Rottacher Seestraße wurde fast komplett ausgeräumt.

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Im Dunkel der Nacht seien die unbekannten Täter in das Optikgeschäft eingedrungen und hätten neben den Tageseinnahmen auch mehr als tausend hochwertige Brillen und Brillengestelle erbeutet. Dabei beläuft sich der Schaden laut den Beamten der Miesbacher Kriminalpolizei auf deutlich über 150.000 Euro.

Zudem beziffert die Polizei den Schaden an der aufgebohrten Tür auf knapp 500 Euro. Man suche nun nach mehreren Tätern, die sich zwischen Mittwoch 20:00 Uhr und Donnerstag früh 08:00 Uhr in dem Geschäft in der Rottacher Seestraße zu schaffen gemacht haben. Zeugen bittet die Polizei, sich direkt bei der Kriminalpolizei unter 08025/299-299 oder in jeder anderen Dienststelle zu melden.

Ursprünglicher Artikel vom 23. Mai mit der Überschrift: “Täter machen bis zu 100.000 Euro Beute”
Heute Nacht kam es im Tal erneut zu einem Einbruch. Bislang unbekannte Täter brachen in ein Optikgeschäft in der Rottacher Seestraße ein. Inhaber und Anwohner sind fassungslos. Denn in letzter Zeit häufen sich solche Taten.

Einige Rottacher Geschäftsleute fürchten nun um die Sicherheit ihrer Läden.

Die Geschäftswelt in der Rottacher Seestraße kommt nicht zur Ruhe. Nach dem grausamen Mord an einer Boutiquebesitzerin im vergangenen Jahr häufen sich nun die Einbrüche im Herzen Rottach-Egerns. Im März wurde das Modegeschäft Moosbrugger in der Südlichen Hauptstraße binnen 24 Stunden gleich zweimal bestohlen.

Vor wenigen Tagen räumten dann Unbekannte den Schaukasten eines Damenbekleidungsgeschäfts leer und verursachten dabei laut der Wiesseer Polizei einen Schaden von über 5.000 Euro. Doch die Serie an Einbrüchen nimmt scheinbar kein Ende. Heute früh erlebten die Mitarbeiter des Brillengeschäfts Emberger in der Seestraße 8 eine böse Überraschung.

Einfach das Schloss aufgebohrt

Die Täter bohrten in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag das Schloss der Ladentür auf und verschafften sich Zutritt zum Geschäft. Dort räumten sie die Ablagen fast komplett leer und verschwanden wieder. Eine Mitarbeiterin bemerkte den Einbruch, als sie heute Morgen das Geschäft aufsperren wollte. Ersten Schätzungen der Ermittler nach liegt der Schaden bei fast 100.000 Euro. Diese Summe wollte Inhaber Robert Emberger derzeit jedoch noch nicht bestätigen:

„Wir sind gerade erst am Zählen. Der Schaden wird aber wohl sehr hoch ausfallen.“

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Tat nahm auch die Kriminalpolizei Miesbach die Ermittlungen auf. „Die Kollegen sind vor Ort am Ermitteln, man kann derzeit aber noch keine genaueren Angaben machen“, so Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Die Ermittler vermuten unterdessen einen Zusammenhang zu einem vor Kurzem versuchten Einbruch in ein Miesbacher Brillengeschäft und gehen von organisierter Kriminalität aus. „Ich kann mir gut vorstellen, dass es sich um einen Einbruch auf Bestellung handelt“, so der stellvertretende Leiter der Polizeidirektion Bad Wiessee Paul Knott auf Nachfrage.

Geschäftsleute sind beunruhigt

Die Geschäftsleute und Anwohner werden unterdessen langsam unruhig. „Ich fühle mich in der Seestraße allmählich nicht mehr sicher. Die Einbrüche häufen sich in letzter Zeit“, so eine Boutiquebesitzerin heute Mittag. Eine Befürchtung, die Knott nicht so ganz nachvollziehen kann.

Gleichwohl gab auch der Beamte zu, dass die Polizei nicht überall vor Ort sein könne und oft auch auf Hinweise von Anwohnern und Zeugen angewiesen sei. Und auch ein Rottacher Geschäftsbetreiber ruft heute Vormittag über Facebook alle Ladenbesitzer im Tegernseer Tal „zu besonderer Wachsamkeit auf, um so verdächtige Personen, die etwas ausspähen wollen, frühzeitig zu erkennen“

Die Zunahme an Einbrüchen in Rottach-Egern ist unterdessen nichts Neues. Blickt man auf den jährlichen Sicherheitsbericht der Polizei, steht die Gemeinde dem eigentlich positiven Trend entgegen. So wurden im vergangenen Jahr 50 Straftaten mehr begangen als noch 2011. Damit liegt Rottach-Egern sogar landkreisweit auf dem zweiten Platz hinter Irschenberg.

Für Bürgermeister Franz Hafner ist die Häufung jedoch nicht verwunderlich, wie er im April erläuterte:

„Wir sind als Tätigkeitsfeld für Kriminelle einfach attraktiver. Da müssen Sie sich nur mal unsere Geschäfte und beispielsweise die in Gmund anschauen.“

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