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Wiesseer CSU fordert neue Abstimmung

Bleibt die Spielarena?

Wie berichtet, soll der „größte Indoor Spielpark im Oberland“ im Jahr 2021 abgerissen werden. Dies beschloss der Gemeinderat im Januar. Doch die Orts-CSU lässt nicht locker, sie fordert erneut eine Abstimmung darüber. Inzwischen hat Josef Niedermayer an die 700 Unterschriften zum Erhalt seiner Spielarena gesammelt.

Das neue Wiesseer Gesundheitshotel entsteht. Weichen soll 2021 die Spielarena.
Das neue Gesundheitshotel soll bald entstehen. Dafür muss 2021 die Spielarena weichen – aus ästhetischen Gründen.

Hohe Wellen schlägt in Bad Wiessee derzeit der geplante Abriss der Spielarena. Zwar soll dieser erst mit dem Auslaufen des Pachtvertrages im Herbst 2021 geschehen, doch die CSU im Ort fühlt sich vom Antrag Klaudia Martinis (SPD) bei der letzten Sitzung am Ratstisch überrumpelt.

Auf ihr Betreiben entschied das Gremium am 21. Januar mit 9:7 Stimmen, im neuen Bebauungsplan den Abriss für das neue Gesundheitshotel zu dokumentieren. Martinis Argument: der Schweizer Hotel-Investor SME will einen freien Blick für seine Gäste und nicht den Anblick einer hässlichen Halle. Dies erstaunt so manchen Wiesseer. Offenbar hat es die Gemeinde versäumt, so ist zu hören, ihre eigene Halle über Jahre hinweg äußerlich in Schuss zu halten.

Gegen Martinis Vorstoß stimmte auch Rainer Kathan (Wiesseer Block), doch Georg Erlacher (CSU) war für den Abriss. „Er hat wohl inzwischen seinen Irrtum eingesehen, denn jetzt trägt er unseren erneuten Vorschlag mit“, erklärt CSU-Fraktionssprecher Kurt Sareiter, der nun eine Rücknahme des Gemeinderatsbeschlusses fordert. „Wir wollen es erneut versuchen und den Gemeinderat überzeugen, dass es besser wäre, darüber erst später abzustimmen, wenn der neue Gemeinderat ab März 2020 im Amt und das neue Hotel ein Jahr zuvor fertiggestellt ist.“

Neuer Gemeinderat soll darüber entscheiden

Dann steht auch das Hotel. Und dann sieht man, ob die Spielarena nicht doch stehen bleiben könnte. Der Pachtvertrag der Gemeinde mit dem Betreiber Josef Niedermayer endet ohnehin erst 2021. “Es gibt also keinen Zeitdruck, den Abriss der Spielarena jetzt schon zu zementieren“, erläutert Sareiter seinen Antrag, den nun alle CSU-Räte mittragen. Allerdings ist sich Sareiter nicht sicher, ob sein Vorstoß bereits zur nächsten Sitzung am 18. Februar zugelassen wird, da man die 14-tägige Ladungsfrist um einen Tag versäumt habe.

Es hängt nun von Bürgermeister Peter Höß oder Geschäftsleiter Michael Herrmann ab, ob sie unseren Antrag auf die Tagesordnung setzen. Wenn nicht, kommt er eben dann im März in das Gremium.

Sareiters weitere Begründung für den Erhalt von Niedermayers Spielarena ist, dass es das „einzige Schlechtwetterangebot“ für Familien mit Kindern im Tal sei. „Wenn die Halle abgerissen wird, werden wir nie mehr eine bekommen. Ich bezweifle sehr, dass die dann wieder am Ödberg in Ostin aufgestellt wird. Da geht es um viel Geld“, so Sareiter und hofft auf einen Meinungswechsel im Gemeinderat.

Nach Informationen eines Wiesseer Architekten soll die einstige Tennishalle mit Restaurationsbetrieb vor knapp 30 Jahren einmal drei Millionen Mark gekostet haben. Sie wurde vom mittlerweile verstorbenen Mäzen Otto von Beisheim gebaut und der Gemeinde geschenkt. Stiftungszweck war die Förderung des Sports und der Jugend. Doch davon will die Mehrheit am Ratstisch mittlerweile nichts mehr wissen. “Da werden lieber mal 3 Millionen Mark verbrannt,” sagen Kritiker. Und davon gibt es inzwischen viele im Ort.

Zoff auf der Bürgerversammlung?

Einige der Kritiker dürften sich spätestens am 15. Februar auf der nächsten Wiesseer Bürgerversammlung äußern. Unter anderem will sich Spielarena-Betreiber Josef Niedermayer mit konkreten Fragen an die Gemeinde wenden. Den CSU-Antrag „begrüßt er sehr“, da man offenbar nochmals über die Zukunft der Spielarena nachdenke. „Man sieht wohl doch, dass man von Frau Martinis Coup überrascht wurde. Ihren Antrag empfinde ich als absolute Unverschämtheit und die Bevölkerung sieht dies genauso“, schimpft Niedermayer über die „krasse Fehlentscheidung“ und verweist auf seine Unterschriftenliste.

Bisher hätten sich an die 700 Besucher für den Erhalt der Spielarena ausgesprochen. 1.500 Unterschriften erhofft er sich bis zur Bürgerversammlung. Er werde es auf jeden Fall „der Gemeinde versalzen“, notfalls mit einem Bürgerbegehren.


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