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BOB: 30-Minuten-Takt doch möglich?

Von Peter Posztos

12.000 Fahrgäste nutzen täglich die BOB. Um aber Kapazitätsengpässe sicher zu vermeiden, müssten Fahrpläne erweitert und Züge auf einen Halbstundentakt verdichtet werden. Der politische Wille ist zumindest da und das ist eine echte Überraschung.

Mit welchem Takt fährt die BOB in die Zukunft?
Mit welchem Takt fährt die BOB in die Zukunft?

Zwar sind die Verbindungen mit der Bayrischen Oberlandbahn in den vergangenen Jahren verdichtet worden – ein 30-Minuten-Takt gibt es aber immer noch nur im Berufsverkehr für wenige Stunden. Aus Sicht von ProBahn viel zu wenig. Sie plädieren für eine halbstündliche Lösung – jedenfalls bis Miesbach, Bad Tölz, Schliersee und Bayrischzell.

Doch obwohl die Nachfrage im Netz der BOB von 2011 auf 2015 an Werktagen um 28 Prozent, und an den Wochenenden um knapp neun Prozent gestiegen sei, sollte die Infrastruktur nicht weiter ausgebaut werden. Diese Aussage kam im September von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die Begründung Herrmanns las sich damals wie eine definitive Absage, die vor allem mit den hohen Investitionen begründet wurde:

Die infrastrukturellen Erfordernisse für eine Ausweitung des Halbstundentaktes München – Schliersee auf den anschließenden Streckenabschnitt Schliersee – Bayerischzell hat die BEG von der DB Netz AG prüfen lassen. Alleine auf der Strecke Holzkirchen – Schliersee wären rund 20 Millionen Euro zu investieren. Zählt man die von ihnen aufgelisteten Maßnahmen auf den anderen Linienästen hinzu, erhöht sich dieser Beitrag nochmal deutlich.

Nach Auskunft von Herrmann „kann der Freistaat (…) auch künftig keine großen Zugkilometermehrungen in Aussicht stellen, sondern muss Prioritäten setzen“. Zu diesen Prioritäten gehörte der Zugverkehr im Oberland scheinbar nicht.

„Das ist schon ein Durchbruch“

Nachdem das Thema vor einigen Wochen bereits im Kreistag hitzig diskutiert wurde, scheinen sich Verantwortliche aus Politik und dem Bahnwesen – darunter die BEG sowie die DB Netz AG – in einer großen Runde getroffen zu haben. Mit dabei auch Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner, der gegenüber dem Merkur erklärt: „Das ist schon ein Durchbruch.“

Lechner war es auch, der im September im Kreistag erklärte, der Brief mit der Absage aus dem Innenministerium habe nicht dem aktuellen Stand entsprochen, denn die Verhandlungen mit Ilse Aigner und Alexander Radwan seien bereits weiter.

So heißt es heute aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium, dem Resort Aigners, dass die DB Netz „bis Mitte Januar einen weitergehenden Plan als Ergänzung zur bisherigen Grobschätzung der Investitionskosten von rund 20 Millionen Euro“ vorlegen soll. Die Kosten für den Ausbau der Haltestelle Fisch in einen für den Halbstunden-Takt nötigen Kreuzungsbahnhof würden zwar noch dazu kommen.

Doch in weiteren Gesprächen sollen auch dafür „konkrete Lösungsansätze gefunden werden.“ Und auch aus dem Landratsamt hört sich, nach der Enttäuschung Rzehaks aus dem September, der derzeitige Stand der Gespräche deutlich positiver an. So war auch Landrat Wolfgang Rzehak bei der großen Runde dabei und erklärt nun, er sei „vorsichtig optimistisch.“

„Wir fahren bereits einen sehr guten Takt“

Die BOB war zum aktuellen Stand der Gespräche rund um den 30-Minuten-Takt nicht zu erreichen. Doch BOB-Pressesprecher Christopher Raabe hat bereits vor einigen Wochen auf Nachfrage festgestellt:

Wir fahren mit der BOB bereits einen sehr guten Takt und verstärken nach Möglichkeit Züge, die erfahrungsgemäß stark nachgefragt sind.

Um halbstündlich zu fahren, bräuchte man allerdings die beschriebenen infrastrukturellen Mindestvoraussetzungen. „Diese sind mit heutigem Stand nicht gegeben,“ so Raabe im September. Eine Aussage, die sich – so der Stand heute – bald ändern könnte.


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